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Lifestyle | 14.06.2017

Auf Romys Spuren

Hommage. Silvia Schneiders neue Kollektion ist inspiriert vom Stil der unvergessenen Romy Schneider. Logischer Partner beim Shooting in Paris: Anthony Delon.

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La parisienne. Weit schwingendes Kleid „Claire“ in leuchtendem Rot, € 399,– („Halb elf in einer Sommernacht“, 1966). © Marcel Gonzales-Ortiz

Seinem Vater Alain Delon, dem wohl legendärsten Film-Beau und Herzensbrecher par excellence, ist er wie aus dem Gesicht geschnitten: Anthony Delon (52) führte jahrelang ein wildes Dasein im Schatten seines Übervaters. Die Bezeichnung „Enfant terrible“ trifft es genau: Gefängnishaft wegen illegalen Waffenbesitzes, Vergnügungssucht, Familienfehden und eine On-Off-Affäre mit Prinzessin Stéphanie von Monaco – mit seinen Eskapaden schaffte er mehr Schlagzeilen als mit seiner filmischen Karriere. Erst der buddhistische Glaube half ihm auf den richtigen Weg.

 

 

 

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Belle amie. Retro-Chic: Cremefarbenes Kostüm „Sans-Souci“: Jacke € 649,–, Rock € 249,–. („Die Spaziergängerin von Sans-Souci“, 1982). © Marcel Gonzales-Ortiz

Selbstfindung. Mittlerweile ist Anthony Delon eine feste Größe in französischen wie US-Fernsehfilmen und schreibt Drehbücher. Mit seinen beiden Töchtern Lou (21) und Liv (15) lebt er in Paris und sorgt aktuell als Neo-Designer für große Begeisterung: Für sein Fashion-Label „Anthony Delon 1985“ entwirft er rockige Lederjacken- Kollektionen. Sein neues Lebensmotto? „Alles nicht so eng sehen!“. look! traf einen sehr gut gelaunten Monsieur Delon zum exklusiven Interview:

 

In Paris begaben Sie sich auf die Spuren Romy Schneiders mit ihrer bezaubernden Namensverwandten, Silvia Schneider. Wie haben Sie
das Shooting erlebt?

Anthony Delon: Ich habe Silvia erst beim Shooting kennengelernt, eine sehr charmante und engagierte Dame. Das Projekt war streng geheim und wir hatten viel Spaß am Set. Sie hat die Touristin gespielt und ich war ihr Reiseführer. Normalerweise mag ich es nicht zu posen und fotografiert zu werden, weil es mir zu statisch ist. Anders als beim Film wird der Moment gestoppt. Mit Silvia hat es aber wunderbar harmoniert, wir hatten sofort einen Draht zueinander. Ein smoothes Shooting mit einem tollen Team. Und Paris ist nach wie vor die beste Fotokulisse, auch um interessante Menschen kennenzulernen, essen zu gehen, zu trinken, das Leben zu feiern! Auf den Bildern wirken Sie äußerst entspannt. Ist das inszeniert oder sind Sie tatsächlich eine so relaxte Person? Das ist doch mein Job! (lacht) Um ehrlich zu sein, mein Naturell ist eher das Gegenteil. Explosiv und stets unter Strom. Aber ich weiß auch, wie ich mich beruhigen kann. Man muss einfach lernen, positiv zu denken und die kleinen Dinge im Leben zu schätzen. Die Franzosen neigen dazu, das leere Glas zu sehen. Wir sind ein sehr nörgelndes Volk.


Sprechen Sie manchmal mit Ihrem Vater über die legendäre Zeit mit Romy Schneider?

Er wird sehr nostalgisch, wenn er von ihr spricht. Seine Erinnerungen sind aber sehr persönlich. Ich weiß, dass sie hier als Ikone verehrt wird. Ich persönlich habe Romy Schneider nur einmal in meinem Leben getroffen. Das war bei einer Filmpremiere. Sie war wunderschön und so zierlich. Aber eine gewaltige Schauspielerin!

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French affair. Sommerliches Volantkleid „Christine“, € 489,–. („Christine“, 1985). © Marcel Gonzales-Ortiz

Die Beziehung zu Ihren Eltern war nicht immer leicht. Welche Erinnerungen haben Sie an Ihre Kindheit?

Ich war ein einsames Kind, weil ich im Internat aufgewachsen bin. Ich musste früh erwachsen werden, was mich dennoch positiv geprägt hat, weil ich schnell gelernt habe, unabhängig zu sein. Mit 17 bin ich von zu Hause ausgezogen, bin herumgereist und war völlig auf mich allein gestellt.

 

Wie schwierig ist es, sich einerseits aus dem Elternhaus zu befreien und auf eigenen Beinen zu stehen, andererseits ständig mit dem berühmten Vater verglichen zu werden?

Man muss seinen eigenen Weg gehen. Und egal, was man tut – man muss es mit Leidenschaft machen und an sich selbst glauben, dann schafft man alles, auch wenn es manchmal etwas Zeit braucht. Ich glaube nicht, dass wir irgendwas im Leben steuern können. Es ist wichtig, die Vergangenheit loszulassen. Unter anderem auch ein Grund, warum ich jetzt Lederjacken designe. Damit habe ich mir einen Kindheitstraum erfüllt! Das Kino und die Mode sind meine zwei großen Leidenschaften.

 

Hat Ihnen der Buddhismus zum inneren Frieden verholfen?

Ich bin seit 15 Jahren Buddhist. Das Erste und Wichtigste, was ich gelernt habe, ist, negative Gedanken auszublenden. Jetzt bin ich ein glücklicher und erfüllter Mensch, und das war nicht immer so.

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Amour Fou. Prickelnd: Delon senior mit Romy Schneider im Filmhit „La Piscine“ (1969) – auch abseits der Kamera eine der größten Liebesgeschichten des europäischen Kinos. © picturedesk.com
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Versöhnt. Happy End: Nach vielen Jahren Funkstille haben Vater Alain (81) und Sohn Anthony wieder zueinander gefunden. © picturedesk.com
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