Loading…
Du befindest dich hier: Home | Lifestyle

Lifestyle | 01.09.2017

Food Facts

Wir haben vier gängige Ernährungsmythen genauer unter die Lupe genommen und nachgeforscht, was wirklich stimmt.

Bild shutterstock_581578222.jpg
(© Shutterstock)

Hühnersuppe hilft bei Erkältung, Schokolade macht glücklich, künstliche Süßstoffe führen zu Krankheiten. Die Liste an klugen Weisheiten rund um Lebensmittel und Gesundheit scheint endlos. Oft verlassen wir uns dabei auf die Hausmittel der Großmutter und legen bei Halsschmerzen Topfenumschläge auf oder wickeln uns bei Fieber in Essig getränkte Tücher um die Füße. Im Zweifelsfall suchen wir im Internet nach Rat und Tat, um Gesundheitsbeschwerden auch ohne Medikamente zu lindern, oder befragen Google nach neuesten Erkenntnissen für mehr Vitalität und Wohlbefinden. Doch darf man sich tatsächlich auf alle gängigen Gesundheitsweisheiten verlassen? Was ist wirklich dran an alten und neuen Mythen rund um Lebensmittel und ihre Wirkung auf unseren Körper? Blind sollte man sich nicht auf jeden Gesundheitshack verlassen, denn eines steht unbestreitbar fest: Mit manchen der gängigsten Ernährungsfakten, vermeintlichen Krankmachern und DIY-Fitmachern hat man uns einen Riesenbären aufgebunden.

Kristallklar

Viele schwören darauf: Ein paar Edelsteine am Boden des Wasserkrugs sollen unsere Gesundheit nachhaltig fördern, das Wasser positiv anreichern oder stresslösend wirken. Theoretisch wird angenommen, dass sich die Mineralien der Steine lösen und ins Wasser übergehen. Praktisch ist das aber nahezu ausgeschlossen, und es gibt keinen plausiblen Grund anzunehmen, Edelsteine im Wasser hätten tatsächlich eine gesundheitsfördernde Wirkung.

Ei, Ei, Ei...

Dass wir nicht zu viele Eier essen sollen, haben wir wohl alle schon einmal von unserer Mutter gesagt bekommen. Dabei sind Eier doch eigentlich gesund, oder? Dass die leckeren Nährstoffbomben in Verruf geraten sind, hängt mit ihrem hohen Cholesteringehalt zusammen – in jedem Ei stecken ungefähr 210 Milligramm! Deshalb haben Ärzte in der Vergangenheit oft dazu angehalten, den Ei-Konsum zu reduzieren. Allerdings wird die These, Eier könnten ungesund sein, nicht von der Wissenschaft bestätigt. Für gesunde Menschen scheint der regelmäßige Konsum von Eiern das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten nicht zu erhöhen. Einzig bei Diabetikern kann eine Einschränkung sinnvoll sein.

Bild shutterstock_496251349.jpg
(© Shutterstock)

Bringt's Fleisch?

Liebe Fleisch-Tiger, wir haben schlechte Nachrichten! Diverse Studien deuten darauf hin, dass ein zu großer Konsum von verarbeitetem Fleisch (Wurst, Schinken, Geräuchertes) das Krebsrisiko erhöht. Zwar steigt die Gefahr deutlich weniger stark als durch Rauchen, Alkohol oder Luftverschmutzung, ein reduzierter Konsum ist aber trotzdem durchaus ratsam. Da dann doch lieber ab und an zu einer Scheibe Käse im Brot greifen!

Kernige Angelegenheit

Sie haben doch bestimmt auch schon einmal vom Mythos gehört, Apfelkerne zu schlucken könne gesundheitsschädlich sein, oder? In Wahrheit ist diese weitverbreitete Info vollkommener Blödsinn. Zwar enthalten die kleinen, leicht bitteren Kerne den Stoff Amydalin, den unser Körper in Blausäure umwandelt, durch den Verzehr von Äpfeln gelangt allerdings auf keinen Fall genügend Gift in den Körper, um eine Gefahr darzustellen. Sollten Sie demnächst also einen Kern verschlucken, gibt es absolut keinen Grund zur Sorge.

Kugelsicher

Er gilt als absolutes Geheimrezept vieler Paleo-Anhänger: der Bulletproof Coffee. Das Heißgetränk, das nach dem Aufstehen konsumiert werden soll, besteht hauptsächlich aus Koffein und Fett. Richtig gehört! Dem morgendlichen Kaffee soll nämlich pures Öl statt Milch und Zucker beigefügt werden. Der ungewöhnliche Mix dient vielen Morgenmuffeln als Energiespender, soll uns bis mittags satt halten und zudem die Fettverbrennung auf ein Maximum ankurbeln. Ob was dran ist am Wunderkaffee? In Wirklichkeit gibt es keinerlei Studien zur Wirksamkeit des vermeintlichen Power-Spenders. Ob man daran glauben will, bleibt jedem selbst überlassen, der Bulletproof Coffee ist also reine Geschmackssache.

Bild shutterstock_618257162.jpg
(© Shutterstock)

Molto Bene

Italiener leben gesünder? Stimmt, denn mehrere Studien beweisen, dass eine mediterrane Ernährungsweise Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems vorbeugen kann. Warum? Auf dem Speisezettel stehen allem voran viel Obst, Gemüse, Vollkornprodukte, Nüsse, Olivenöl, Fisch, Geflügel, Eier, Wein und Milchprodukte in kleinen Mengen. Die traditionelle Kost des Mittelmeerraumes vereint also alles, was gut für uns ist und führt so zu einer gesunden und ausgewogenen Ernährung.

Süßer Figurliebling

Die Gerüchte rund um das beliebte Süßungsmittel Aspartam (E951) halten sich hartnäckig: Es habe eine krebsfördernde Wirkung, verursache Kopfschmerzen, Allergien, Epilepsie und Nervenleiden, um nur ein paar wenige zu nennen. Tatsächlich zählt E951 jedoch zu den am besten untersuchten Lebensmittelzusatzstoffen, und zahlreiche Studien ergaben, dass ein Zusammenhang zwischen dem Süßungsmittel und den genannten Krankheiten selbst bei jahrelangem Konsum unwahrscheinlich ist.

TIROLERIN Buchtipp für noch mehr Mythen:

100 Ernährungsmythen
Verein für Konsumenteninformation
ISBN 978-3-99013-060-5, € 19,90

Bild shutterstock_570380044.jpg
(© Shutterstock)
Diskutiere mit uns und deinen Freundinnen diesen Beitrag:
powered by Disqus