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Lifestyle | 31.07.2015

Mama macht Karriere

Windeln wechseln, Brei kochen, Sandburg bauen – dazwischen scheint das Ende der Karriereleiter besiegelt. Aber was ist wirklich dran am „Karriere-Killer“ Kind?

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Als Mutter starten viele Frauen beruflich erst so richtig durch! (© Shutterstock)

Vom Büro zum Kindergarten und wieder nachhause – am nächsten Morgen dann das umgekehrte Spiel: Berufstätige Mütter und Väter führen ein Leben im Sauseschritt. Dazwischen soll noch Platz für die Karriere sein? Besonders bei Frauen ist das ein heiß diskutiertes Thema.

Ab in die Babypause

Bei werdenden Eltern herrscht zu Beginn dieses neuen Lebensabschnitts meist eine Mischung aus Vorfreude und Panik– beruflich drängt sich zunächst nämlich nur eine Frage auf: Wie sage ich`s meinem Chef? Dabei schwingt auch gleich die Entscheidung über die Monate nach der Geburt mit: Wie lange soll die Babypause überhaupt dauern? Und wie geht es anschließend weiter? Trotz verschiedener Arbeitszeitmodelle und einem raschen Wiedereinstieg bleibt der Gedanke an den „Karriere-Knick“ aufgrund einer Karenz oder einer Reduzierung der Arbeitsstunden in den Köpfen haften. Um im eigenen Betrieb weiterhin auf dem aktuellen Stand zu bleiben, sollte regelmäßig Kontakt mit der ehemaligen Kollegschaft gehalten werden – nur so erfährt man von Änderungen im Arbeitsablauf oder im Team sowie von potentiellen Projekten und Chancen. Im Gegenzug sollte man eine möglichst konkrete Vereinbarung über seine Rückkehr treffen.

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Von der Investmentbankerin zur Yoga-Lehrerin? In der Karenz wagen viele auch beruflich neue Schritte – und blicken entspannt in die Zukunft. (© Shutterstock)

Neuer Job, neues Glück

Wenn Mama arbeiten muss, will oder kann, entwickeln Frauen zudem oft eine wahre Schöpferkraft: Ob Selbständigkeit oder gleich ein eigenes Unternehmen, nach einer Familiengründung öffnen sich auch beruflich völlig neue Welten. Aufgrund der flexiblen Zeiteinteilung ist insbesondere der Weg zur eigenen Chefin nach oder in der Babypause hoch im Kurs. Von zuhause aus zu arbeiten ist insbesondere für kreative Tätigkeiten geeignet, jedoch bietet sich ein sogenanntes Home-Office nicht bei jedem Beruf an. Außerdem gibt es natürlich auch die Möglichkeit, sich beruflich neu zu orientieren. Unzählige Blogs, Coachings, Vortragsreihen und Bücher sind so bereits entstanden: beispielsweise erzählen die Sachbücher „Du klingst wie deine Mutter!“ von Diana Faust oder „Karriere im Eimerchen?“ von Nina Puri sowie die Blogsammlung www.familierockt.com in ehrlichen und humorvollen Beiträgen über das Mutter- oder Vater-Sein und stehen damit hoch im Kurs. Auch Gründungen von Unternehmen wie der Ramsauerin Daniela Larch, die ihre eigene Babytrage „emeibaby“ erfand – die TIROLERIN berichtete – sind keine Seltenheit mehr. Vor einer Bewerbung als Mutter in einem neuen Betrieb schrecken allerdings viele zurück – zu groß ist die Angst, aufgrund der beruflichen Auszeit abgelehnt zu werden. Bei der schriftlichen Bewerbung raten Experten, nicht auf die Elternfreuden eingehen, schließlich soll darin nur die entsprechend berufliche Qualifikation nachgewiesen werden. Fällt die Frage nach einer Familie im Laufe des Vorstellungsgesprächs, sollte man insbesondere die positiven Seiten hervorheben und zum Beispiel Stärken und Zusatzqualifikationen, die während der Karenz gewonnen wurden, nennen. Eines ist dabei sicher: Effizientes Zeitmanagement wird mit Kindern ganz nebenbei gelernt

Gemeinsam stark

Zurück im beruflichen Leben sind gute Nerven und ein gesundes Selbstwertgefühl gefragt. Häufig kommt es nämlich zu Spannungen zwischen Kolleginnen und Kollegen ohne Kinder und berufstätigen Müttern und Vätern. In einer Welt der ständigen Erreichbarkeit und regelmäßigen Überstunden – vor allem, wenn man an einen beruflichen Aufstieg denkt – können Pflegeurlaub und fixe Zeiten im Büro Einiges durcheinander bringen. Entscheidend für einen (halbwegs) reibungsfreien Ablauf ist neben der Solidarität zwischen den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, auch das Verständnis von der Chefetage. Generell wird die Familienfreundlichkeit in Österreich von den Arbeitnehmern hoch geschätzt: Über 80 Prozent der unselbstständig Beschäftigten gaben in einer aktuellen Studie von Meinungsforscher Peter Hajek an, dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf bei der Jobauswahl eine sehr bzw. eher wichtige Rolle spielt. Zu einer ausgeglichenen Work-Life-Balance tragen laut Umfrage flexible Arbeitszeiten, Entgegenkommen von Führungskräften sowie die Möglichkeit einer Kinderbetreuung in Notfällen oder Ferientagen bei.

Balance finden

Beruf, Familie und Privatleben – was wie viel Platz finden soll, ist eine sehr persönliche Entscheidung und (leider) kein 0815-Schema. Dass dabei die Karriere nicht auf der Strecke bleiben muss, beweisen zahlreiche Beispiele aus Nah und Fern. Der wichtigste Tipp für den beruflichen Aufstieg samt Familie: tief durchatmen und weg mit dem Perfektionismus – schafft euch lieber euer ganz eigenes Modell vom Alltag zwischen Kind, Liebe und Karriere und lasst euch von den Jüngsten auch beruflich inspirieren!

Buch-Tipps für Karriere-Mamis
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Karriere im Eimerchen? von Nina Puri, Sachbuch, € 10,30, Knaur, ISBN: 978-3-426-78626-0
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Vive la famille von Annika Joeres, Ratgeber, € 17,50, Herder, ISBN: 978-3-451-31236-6
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Du klingst wie deine Mutter! von Diana Faust, Sachbuch, € 13,40, Südwest, ISBN: 978-3-517-09252-2
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