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Lifestyle | 08.11.2017

Voll in Fahrt

Die sympathische Salzburgerin Gudrun Winklhofer ist seit 23 Jahren leidenschaftliche Taxifahrerin. Wir von look! Salzburg sind in ihr Taxi gestiegen und haben sie in ihrem abwechslungsreichen und spannenden Berufsalltag begleitet.

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Thomas Kirchmaier

Als Taxifahrer kann man so einiges erzählen: Man trifft auf unterschiedliche Menschen und erlebt kuriose Momente und Begegnungen. Manche davon vergisst man am besten ganz schnell wieder, und dann gibt es wiederum Momente, die einen berühren. Gudrun Winklhofer hat im Laufe ihres Berufslebens schon so einiges erlebt. Dabei kam sie eher durch Zufall zu ihrem jetzigen Beruf. „Ich war ursprünglich Sekretärin. Mit Ende 20 habe ich meinen damaligen Partner kennengelernt, der ein Taxiunternehmen hatte. So bin ich immer mehr in diese Branche hineingewachsen“, erzählt Gudrun Winklhofer. Wenig später legte sie die Taxilenkerprüfung ab. Seither schlägt ihr Herz ganz für ihren Beruf.

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Kann jeder Taxi fahren? Auf diese Frage kennt Gudrun Winklhofer nur eine Antwort: „Nein! Nicht jeder, der Auto fährt, kann auch Taxi fahren.“ Denn wer diesen Beruf ausüben möchte, braucht eben auch gewisse Voraussetzungen. „Abgesehen von der Taxilenkerprüfung sollte man auch gute Umgangsformen mitbringen. Höfliches Auftreten, Hilfsbereitschaft sowie ein gepflegtes Erscheinungsbild sind sehr wichtige Eigenschaften“, erklärt die langjährige Taxifahr
erin. Gudrun Winklhofer ist bei ihren Kunden besonders beliebt. Sie schätzen nicht nur ihre feinfühlige und offene Art, sondern auch ihre angenehme Fahrweise und ihre Diskretion. Dadurch sind schon viele Stammkundschaften entstanden. „Als Taxifahrer kommt man mit den Menschen ins Gespräch. Viele vertrauen mir ihre persönlichen Geschichten an. So ist man nicht nur Chauffeur, sondern gleichzeitig auch Psychologe und Paartherapeut, ein mobiler Stadtführer für Neuankömmlinge oder auch ein Detektiv, wenn beispielsweise jemand vergessen hat, in welchem Hotel er abgestiegen ist.“ Die Taxilenkerin bringt jeden ans Ziel und hat immer ein offenes Ohr. 


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Thomas Kirchmaier

Um die Ecke gebracht. Und dann gibt es wiederum Fahrgäste, über die sich die Taxilenkerin auch mal amüsiert. Wenn zum Beispiel jemand lediglich zur nächsten Ecke gebracht werden möchte. „Eine meiner kürzesten Taxifahrten war vom Standplatz Lastenstraße zum WIFI-Gebäude“, schmunzelt sie. „Diesen Fahrgast konnte ich gar nicht erst um die Ecke bringen, weil es auf der Strecke nämlich keine gibt.“ Da es aber bei den Taxifahrten eine Beförderungspflicht gibt, ist jeder seriöse Taxifahrer verpflichtet, sich auch daran zu halten. „Kurzstrecken zu verweigern, verstößt eindeutig gegen die Vorschriften“, betont die erfahrene Taxi
lenkerin. Manchmal kommt es auch vor, dass sich der Fahrgast als Verehrer entpuppt, der am Fahrtende noch den Namen und die privaten Kontaktdaten von Gudrun Winklhofer haben möchte. „Für so einen Fahrgast bin ich einfach die ‚Karin‘ und überreiche ihm nicht meine persönliche, sondern die allgemeine Firmenkarte. Da steht mein Name nicht drauf“, lacht sie. Und tatsächlich kommt es auch manchmal vor, dass der eine oder andere Verehrer bei ihr anruft. Aber den muss sie dann leider enttäuschen, denn „Karin hat das Unternehmen bereits verlassen“.

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Taxis dürfen das. Taxifahrer dürfen natürlich vieles, was „normalen“ Autofahrern nicht erlaubt ist. Aber es kommt bei Gudrun Winklhofer immer wieder vor, dass Fahrgäste, um sich etwas Geld zu sparen und schneller zu sein, darauf beharren, sie solle doch gegen die Einbahn, über die Sperrlinie, bei einer roten Ampel oder durch ein Fahrverbot fahren. Mit der Begründung: Taxis dürften das ja! Doch die langjährige Taxifahrerin lässt sich nicht aus der Ruhe bringen und hält sich natürlich an die Verkehrsordnung. Ordnung steht für die Taxifahrerin aber ohnehin an erster Stelle. „Meine Kunden sollen sich in meinem Taxi wohlfühlen“, erklärt sie. Dazu gehört auch die frische Blume in einer kleinen Vase am Armaturenbrett, die bei vielen Fahrgästen für netten Gesprächsstoff sorgt. Die Kunden von Gudrun Winklhofer wissen ihre angenehme Art sehr zu schätzen und überraschen sie gerne mit kleinen Aufmerksamkeiten. „Oft bekomme ich Schokolade oder selbstgebackenen Kuchen“, erzählt sie lächelnd. „Ein Kunde geht zum Beispiel jeden Donnerstag auf die Schranne und bringt mir frische Buchteln mit - eine nette Geste, um sich für die pünktlichen Abholungen zu bedanken. Das freut mich immer sehr“, sagt sie.


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Ein mobiles Büro. “Es kommt gar nicht selten vor, dass ein Arbeitstag sehr früh beginnt und erst weit nach Mitternacht wieder endet“, erzählt Gudrun Winklhofer. Die Wartezeiten nutzt sie für die „Schreibtischarbeit“, denn durch das Smartphone hat sie ihr mobiles Büro immer dabei. Dann beantwortet sie E-Mails oder telefoniert mit ihren Geschäftspartnern. Obwohl die Taxilenkerin viel Zeit in ihrem Auto verbringt, ist sie ein Mensch mit vielseitigen Interessen. „Ich genieße die kleinen Dinge, die für viele Menschen selbstverständlich sind“, sagt sie. Die lebensfrohe Taxifahrerin macht daher auch gerne Fotos von schönen Landschaften. „Außerdem schreibe ich gerne und verarbeite meine Gedanken, die ich während der Fahrt habe, in meinen Texten“, erzählt sie. In ihrem Taxi-Blog, der demnächst online zu lesen sein wird, beschreibt sie nicht nur die Erfahrungen ihres Berufsalltags, sondern lässt auch andere „Gedanken in Fahrt“ einfließen. Gudrun Winklhofer ist eine Frau mit viel Kreativität und Neugier. 
Oder wie sie selber gerne sagt: „Hätte mein Tag 36 Stunden, ich wüsste sie auszufüllen!“

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