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Lifestyle | 03.10.2017

Wege zur Kraft

Magische Orte in den Bergen gibt es schon seit jeher. Unzählige Legenden und Sagen berichten darüber. In unserer schnelllebigen Zeit suchen immer mehr Menschen wieder diese ursprüngliche Kraft, die die Natur für uns bereithält. Wir begaben uns in Filzmoos auf Spurensuche.

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Coen Weesjes

Im „magischen Sesselkreis“ in Filzmoos, einem von Menschenhand errichteten Kraftplatz oberhalb des Bögrainhofes, spricht Isabella Weesjes zu zehn Wanderern, die alle auf der Suche nach Inspiration, Selbstfindung oder schlichtweg mehr Kraft sind. Isabella ist seit 14 Jahren Berg- und Wanderführerin in den Filzmooser Bergen und seit vier Jahren ausgebildete Kraftplatzbegleiterin. „Hier im Sesselkreis treffen die Energielinien des Großglockners, des Untersbergs, der Bischofsmütze und des Dachsteins aufeinander. Innerhalb dieses Kreises wirkt die Energie besonders stark“, erzählt Isabella. Nach einer angeleiteten Kraftplatz-Meditation fragt sie die Teilnehmer nach deren Befinden. Gabriele aus Freiburg sagt, sie fühle sich frei, leicht und erfrischt. Die 63-Jährige habe sich eine Woche lang eine Auszeit gegönnt, den Mann daheim gelassen, erzählt sie, und das Package „Auf dem Weg zu sich selbst“ gebucht. „Ich komme nächstes Jahr sicher wieder“, sagt Gabriele, die sich schon nach drei Tagen „wie neugeboren“ fühlt. Während die anderen Teilnehmer auf einem der aus Lärchenstämmen geschnitzten Stühle sitzen, sich die wärmende Abendsonne ins Gesicht scheinen lassen, den Wind in den Haaren spüren, dem Rauschen des Baches lauschen und das Nichtstun genießen, erklärt Isabella, was ein Kraftplatz eigentlich ist. „Ein Kraftort ist ein Ort, an dem man sich geborgen fühlt, wo man das Gefühl hat, die Zeit bleibt stehen. Ein Ort, an dem man zu sich kommen und innehalten kann.“ So ein Ort kann übrigens überall sein, es hängt immer mit der subjektiven Wahrnehmung zusammen, wo man sich wohl fühlt, wo man wieder neue Kraft tanken kann. Das kann ein Ort in der eigenen Wohnung genauso sein wie ein Lieblingsplatz in der Natur, an den man immer wieder gerne zurückkehrt und in der Hektik des heutigen Alltags ein wenig zur Ruhe kommt.

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Coen Weesjes

Sagenumwoben. Schon seit jeher ranken sich Sagen und alte Überlieferungen um besonders energiereiche Orte in der Pongauer Gemeinde Filzmoos. Quellen, Felsformationen und Almseen gehören dazu. „Im Jahr 2013 haben wir den Geomanten Gerhard Frank beauftragt, die Kraftorte unserer Region zu erkunden“, erinnert sich Tourismuschefin Eva Salchegger zurück. Der Geomant entdeckte insgesamt 16 Orte, an denen die Energie besonders stark ist, also sogenannte Kraftorte. „Erstaunlich, aber irgendwie nicht verwunderlich, dass Herr Frank unter anderem genau jene Orte aufspürte, die schon seit jeher sehr gerne von den Einheimischen und Gästen aufgesucht werden.“ Die Intuition der Menschen wurde durch die Ergebnisse des Geomanten bestätigt.


Wo das Herz leicht wird. Zu einem dieser besonderen Kraftorte zählt der „Kaserboden“. Er befindet sich auf einer Hochebene, die man nach einem rund einstündigen gemütlichen Anstieg, ausgehend vom Hofalmengebiet, erreicht. Durch den Almboden schlängelt sich der glasklare Gebirgsbach der Warmen Mandling, die etwas weiter oberhalb am Torstein, dem Berg im Dreiländereck Oberösterreich- Salzburg - Steiermark, entspringt. „Dieser Ort kann sehr viel Leichtigkeit und Klarheit in Geist und Herz bringen“, sagt Isabella und lädt ihre Gäste ein, den Flussverlauf bewusst und langsam abzugehen, dort zu verweilen und Kraft zu tanken. Sie erzählt, dass der Kaserboden ein Kraftplatz ist, der dem Herzchakra zugeordnet wird, so wie übrigens die meisten Kraftplätze in Filzmoos. Herzchakra-Orte sollen das Herz öffnen und stehen für die Liebe. „Wo die Liebe ist, hat die Angst keinen Platz, wo die Angst ist, hat die Liebe keinen Platz“, sagt Isabella leise und stimmt mit diesem Satz ihre Wandergäste nachdenklich. Ruhe kehrt ein, keine Fragen tauchen mehr auf. Schritt für Schritt macht sich die Gruppe auf zu einem der nächsten Kraftplätze.

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Coen Weesjes

Das Energiezentrum. Das Hofalmengebiet scheint ein besonders reich mit Energie beschenktes Fleckchen Erde zu sein. In seiner unmittelbaren Umgebung versammeln sich gleich fünf Kraftplätze: Der Hochzeitsplatz am Almsee, der Almsee selbst, der Platz der Dankbarkeit und der Lärchenstein. Auch ein keltischer Kultplatz, die Meeräugl-Quelle, entspringt unweit dieser idyllischen Almenlandschaft, die sich sanft unter dem Schutz des mächtigen Gosaukammes ausbreitet und von wo aus der Blick immer wieder hinauf zur imposanten Bischofsmütze schweift. „Das Wasser der Meeräugl-Quelle ist von besonders hoher Qualität. Aufgrund seiner rechtsdrehenden Schwingung kann es dazu beitragen, Körper und Seele zu heilen“, sagt Elisabeth Salchegger, Jungbäuerin am Bögrainhof. Sie führt gemeinsam mit der Familie nicht nur einen Bio-Bauernhof, sie ist auch mit Herz und Seele Gastgeberin. Sechs Zimmer bietet sie auf ihrem Hof an. Verwöhnt werden die Gäste mit selbst gemachtem Joghurt und frisch gebackenem Brot. Sie nimmt sich gerne die Zeit, um mit ihren Gästen zu philosophieren. Über die Kraftorte natürlich, aber genauso über die Wirkung von Heilsteinen, Zahlen oder Kräutern. Elisabeth ist so wie Isabella ausgebildete Kraftplatzbegleiterin. Jeden Mittwochabend bietet sie eine kostenlose Meditation beim „Ahornbaum“ an. Auch er zählt zu den 16 Filzmooser Kraftorten. Der über 350 Jahre alte Baum befindet sich direkt hinter dem Hof und ist allen Menschen zugänglich. „Nur wenn die Leute quer durch die Wiese stapfen, das mag mein Mann nicht so“, zwinkert die Bäuerin lächelnd. Aber grundsätzlich sind alle herzlich willkommen. „Ich mag diesen Platz, ich komme oft hierher und tanke Energie“, sagt die Powerfrau, die durchaus ausgeglichen und ruhig wirkt. Woran das wohl liegen mag?

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