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People | 03.04.2018

Beflügelt & Geerdet

Österreichs Millenniums-Miss ist Mama, Model, ­Moderatorin & Botschafterin des „Wings for Life World Run“. Ein Blick auf die Backstage-Seite einer außergewöhnlichen Frau.

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Patricia Kaiser: „Das Leben zeigt dir immer wieder versteckte Botschaften, sei es in einer Beziehung, in einer Begegnung oder im Berufsleben. Diese Zeichen zu sehen und zu wissen, was man nicht will, ist ganz wichtig.“ © Aqila Picture

Das Glücks-Gen in der DNA. Als ich Patricia Kaiser (33) am Vorabend unseres Covershootings in ihrem Heim in Maria Enzersdorf ­anrufe, liegt ihr Handy auf Lautsprecher gestellt auf dem Küchentisch – denn sie braucht beide Hände zum Teigmachen. „Mein Sohn hat sich zum Geburtstag eine Dino-Torte gewünscht. Also muss ich gerade sehr kreativ sein“, lacht sie und ich kann mir unsere Miss Austria, leicht umweht von Mehl und Staubzucker, bildlich vorstellen. „Drei Torten backe ich heute. Ich bin ja eine heimliche Zuckerbäckerin, das macht mir Spaß!“ An Tagen wie diesen, wenn der dritte Geburtstag von Luca ansteht, denkt sie gerne an ihre eigene Kindheit zurück. „Seit ich mit 15 Jahren mit dem Modeln begonnen habe, haben meine Eltern mich in meinen Entscheidungen nicht eingeschränkt, sondern unterstützt. Natürlich haben sie Dinge hinterfragt, aber dabei immer meinen freien Willen gefördert, weil sie bald meinen Zugang zum Leben erkannt haben: selbstbestimmt zu sein und sich klar ausdrücken zu können.“Diese Haltung gibt sie auch Tochter Lena (5 ½) und Sohn Luca (3) mit. „Dieses Vertrauen weitergeben zu können ist ein großer Schatz. Der Rest geht nach Gefühl – und mit viel Sport.“ Patricia Kaiser, eine Frau, die Fröhlichkeit und Wärme ausstrahlt und sagen kann: „Das Leben hat mir geschenkt, was ich mir immer gewünscht habe. Eine Familie und einen Mann, der mich liebt. Dabei ist mir aber auch die Abwechslung mit meinem Job sehr wichtig, um mich selber zu verwirklichen und meinen Teil zum gemeinsamen Glück beitragen zu können.“

 

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Glücklich vergeben. 2013 haben sich Patricia Kaiser und Fußballer Daniel Wolf das Ja-Wort gegeben. Das Glück krönen Lena (5½) und Luca (3). © picturedesk.com

Kraftquelle Sport. 2004 wurde sie österreichische Meisterin im Speerkampf und Vizemeisterin im Siebenkampf. Ihre Leichtathletik-Karriere hat sie 2009 nach dem zweiten Platz im Europacup aufgegeben, „weil es mir egal war, ob ich Erste oder Zweite war. Das war für mich Grund genug, mit dem Leistungssport aufzuhören. Was nicht heißt, dass mich der Sport nicht durch mein Leben begleitet, er ist Teil meines Lebens.“ Gelehrt hat sie der Sport „den Respekt vor sich selber, sich etwas Gutes zu tun und auf sich zu schauen. Es ist wichtig, bei sich anzufangen, ein Ziel zu haben, dafür zu arbeiten und zu kämpfen. Und wenn ich es nicht schaffe, dann probier ich es weiter oder suche mir ein neues Ziel – egal, ob beim Modeln, in der Moderation oder im Privatleben. Das gilt zum Glück auch für mein persönliches Umfeld. Sport heißt auch nicht, immer Hochleistung zu erbringen, sondern einen Begleiter im Leben zu haben. Für mich, wie für jeden von uns, gibt es auch schlechte Phasen, aber durch den Sport kann ich dann viel freiere Gedanken fassen. Dann sag ich mir: Okay, so ist es jetzt, und jetzt arbeite ich daran, dass es besser wird.“

 

Wings for Life World Run. Wenn am Sonntag, dem 6. Mai, weltweit 100.000 Läuferinnen und Läufer beim wohl ungewöhnlichsten Rennen gleichzeitig losrennen, startet auch Patricia Kaiser, die Botschafterin des „Wings for Life World Run“. Mit welchem Gefühl sie an den Start geht? „Im fünften Jahr ist der Lauf natürlich schon etwas eingespielter, trotzdem bist du nervös, weil du ja selber mitläufst. Ich persönlich stecke mir jedes Jahr größere Ziele und mittlerweile bin ich beim Halbmarathon angelangt“, wobei ihr die Freude am bevorstehenden Adrenalinkick bereits anzumerken ist. „Seit einem halben Jahr trainiere ich für den Lauf, was es für mich noch intensiver werden lässt. Ich weiß ja nicht, schaffe ich es oder nicht! Am Tag X spürst du dann diese unglaubliche Energie am Start, wenn alle gemeinsam für das Ziel laufen, die Rückenmarksforschung voranzutreiben und Querschnittslähmung heilbar zu machen. Der weltweite Gedanke ‚Laufe für die, die es nicht können‘ und die Tatsache, dass ein jeder – egal, wo gerade er auf dieser Welt ist – einen App-Lauf starten kann und bei der Wertung dabei ist, das verbindet schon sehr. Und eine Erfahrung hab ich auch gemacht: Du kommst mit Sicherheit weiter, als du geglaubt hast!“