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People | 10.01.2018

Wordrap mit Julia Platzer

Mit einer ordentlichen Portion Mut hat sie sich 2013 ihren Traum von einem vegan-vegetarischen Restaurant erfüllt. 2017 eröffnete Julia Platzer zusätzlich einen veganen Eissalon und einen Kramerladen. look! Salzburg hat die bodenständige Salzburgerin zu einem Gespräch getroffen.

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Foto: Thomas Kirchmaier

Julia Platzer hat ihre Leidenschaft fürs Kochen zum Beruf gemacht. Dabei hätte sie sich direkt nach ihrer Schulzeit an der HBLA Neumarkt am Wallersee den Weg in die Gastronomie aber nicht vorstellen können. „In den ganzen Praktika habe ich so viele schlechte Erfahrungen gemacht“, erzählt die Jungunternehmerin. Ursprünglich wollte sie Spanisch und Kunstgeschichte studieren. Der Einstieg in die Selbstständigkeit im Jahr 2013 mit ihrem Restaurant „The Green Garden“ in der Nonntaler Hauptstraße ergab sich dann jedoch spontan.

look! Salzburg: Wie sind Sie eigentlich auf die Idee gekommen, ein vegan-vegetarisches Restaurant zu eröffnen?
Julia Platzer: Ich habe das Restaurant mit meinem jetzigen Ex-Mann eröffnet, da wir beide Vegetarier sind, wir auch unter unseren Freunden viele Veganer und Vegetarier haben und die Angebote an Speisen in Restaurants einfach fehlten. Für mich ging auch ein Traum in Erfüllung, weil ich mir einen typischen Bürojob nie wirklich vorstellen konnte. Heute führe ich das Restaurant alleine und bin sehr glücklich damit.

In den letzten Jahren stiegen die Angebote an veganen und vegetarischen Speisen in Restaurants steil nach oben. Wie sehen Sie den Zukunftstrend?
Julia Platzer: Den Vegan-Trend sehe ich weniger als Zukunft. Ich denke aber, dass die Menschen immer mehr auf die Qualität achten und dieser Massenkonsum endlich aufhört. Man bekommt wieder einen Bezug zu den Produkten.

Sie haben diesen Sommer auch einen Eissalon eröffnet, ebenfalls mit veganen Produkten. Wie kommt der bei den Gästen an?
Julia Platzer: Super! Wir haben bemerkt, dass dieses Angebot in Salzburg einfach fehlt, und ich war mir eigentlich sicher, dass das gut ankommen wird. Wir haben eine große Auswahl an veganen, sojafreien, einigen zuckerfreien Varianten, die auch für Diabetiker geeignet sind. Also gesamt haben wir zirka 20 bis 25 Sorten. Produziert wird in Wien, wir sprechen uns bezüglich der Eissorten ab und werden dann immer frisch beliefert. Die hauseigene Herstellung wäre für uns aber zu aufwendig. Ich habe jetzt vor kurzem auch einen Kramerladen aufgemacht. Als Kind habe ich es immer geliebt, wenn ich in einen Kramerladen gegangen bin. Das fehlt hier. Und warum kann man nicht einfach wieder coole Sachen in der Stadt machen? Ich möchte regionale Produkte, Eier vom Bauernhof, glutenfreies Brot und viel Selbstgemachtes anbieten. Kurzum: zurück zur Qualität. Außerdem können sich Leute bei mir Fächer mieten und ihre Produkte verkaufen.

Was ist Ihr beruflicher Ausgleich?
Julia Platzer: Das hört sich vielleicht komisch an, aber ich brauche keinen Ausgleich. Ich liebe meinen Beruf und mache meine Arbeit total gerne. Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht. Es macht mir Spaß!

Welche Ratschläge können Sie anderen Jungunternehmern geben?
Julia Platzer: Man muss einfach wirklich wollen. Ich hatte selber viele Startschwierigkeiten, sei es von den baulichen Richtlinien, der Bank oder auch Meinungen von außen. Wichtig ist, dass man sich gut informiert, stark bleibt und weitermacht. Es ist manchmal demotivierend. Aber all die Herausforderungen haben mich sehr stark gemacht und mich haut so leicht nichts mehr um. Ich habe mit vielen Unternehmern gesprochen und die meisten von ihnen haben schwierige Phasen durchgemacht. Aber ich denke, diese Momente sind auch wichtig, denn dann weiß man, ob man etwas wirklich machen möchte oder nicht.

Wie würden Sie Ihren Führungsstil beschreiben?
Julia Platzer: Ich gebe meinen Mitarbeitern viel Spielraum, solange die Arbeit gemacht wird. Man muss ein Mittelmaß finden. Ich möchte aber auch, dass es zu hundert Prozent passt. Und ich identifiziere mich mit dem Restaurant, ich lebe es. Daher muss ich mich einfach auf meine Mitarbeiter verlassen können und das klappt bisher wirklich gut!

Haben Sie bereits weitere Pläne und Projekte für die Zukunft?
Julia Platzer: Ideen habe ich viele! Wir haben Anfragen von Franchising in verschiedenen Städten. Aber das muss ich mir noch ansehen. Expandieren möchte ich auf alle Fälle, aber ich möchte dies dann selber aufbauen.

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Foto: Thomas Kirchmaier

#WORDRAP

An Salzburg gefällt mir ...
Kultur, Natur und dass alles zu Fuß erreichbar ist.

Fleisch ist für mich ...
nicht notwendig.

Mein Motto ist ...
genieße jeden Augenblick.

Karriere ist ...
Leidenschaft.

Meine Freunde sagen über mich ...
„Sie hat wenig Zeit!“. Aber sie freuen sich, wenn wir uns sehen.

Netzwerke sind ...
superwichtig!