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Editor's Mind Angelica Pral-Haidbauers Kolumne

Editor's Mind | 02.09.2019

Save Earthrise!

Ich war gerade fünf Jahre alt und spürte, dass da ein besonderer Gast im Haus meiner Eltern empfangen wurde, wenn ich auch das Wort „Kosmonaut“ nicht kannte …

Juri Gagarin
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Juri Gagarin, 1961

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WERTVOLLE ZEILEN
von Juri Gagarin 1961, erster Mann im All

Es war Juri Gagarin, der als erster Mensch im All am 12. April 1961 in der Kapsel Wostok 1 die Erde umrundete und damit Weltgeschichte schrieb. In der Folge reiste er als „Botschafter des Friedens“ um die Welt, wurde zur Legende und hinterließ uns ein herzliches Schreiben.


Hier geht die Erde auf! Als Apollo 8 am 21. Dezember 1968 zur zweiten bemannten Raumfahrt startet, wird der Astronaut William Anders nach der Landung sagen: „Wir flogen hin, um den Mond zu entdecken. Aber was wir wirklich entdeckt haben, ist die Erde.“ Ihm gelang das erste Foto des Erdaufgangs über dem Mondhorizont: Earth­rise! Dieses Bild vom 24. Dezember wird als Symbol für die Fragilität unserer Erde die erste Umweltschutzbewegung in Gang setzen: Der Club of Rome warnt als eine Art „Urknall der Nachhaltigkeit“ davor, dass der ökologische Fußabdruck der Menschheit die Grenzen des Planeten jährlich überschreiten wird, Aktivisten fordern den globalen Schutz des Klimas und gründen den Earth Day, Greenpeace formiert sich. Es war die Macht eines Bildes, welches die Sorge der Menschheit um unseren Planeten aktivierte.


Fly Me to the Moon. Dieses Lied ist in der Raumfähre zu hören, als Neil Armstrong und Buzz Aldrin am 21. Juli 1969 als erste Menschen den Mond betreten, und jener Satz vom „kleinen Schritt für einen Menschen, aber einem riesigen Sprung für die Menschheit“ fällt. Mit „The Eagle has landed“, durfte auch ich die Landung von Apollo 11 im TV miterleben. Mit diesem Ereignis – vor dem Hintergrund der Ermordung Kennedys, des Attentats auf Martin Luther King sowie dem nicht enden wollenden Vietnamkrieg und der Rassenunruhen – entstand plötzlich eine Aufbruchsstimmung, der Glaube daran, dass Menschen mit ihren technischen Innovationen alles können. Und dann war da noch die Mondlandung der Rockmusik: Woodstock. Bei diesem Festival für „Music, Love & Peace“ hielt nun auch der Mond als Sehnsuchtsort Einzug in die Songtexte.

50 Jahre ist es her, und was jetzt? Die Hippies von Woodstock sind Groß- oder Urgroßeltern; für den „blauen Planeten“, wie Gagarin seinen Blick auf die Erde nannte, ist es fünf vor zwölf. Grund genug für uns, Menschen aus Niederösterrereich zu interviewen, die sich zum Ziel gesetzt haben, sich für unseren Planeten stark zu machen: Catharina Roland reist mit ihrem Sohn um die Welt, um mit ihren Filmen zur Achtsamkeit gegenüber unserer Erde aufzurufen. Der Apnoetaucher Chris­tian Redl setzt sich mit seiner Organisation „7Oceans“ für den Schutz der Ozeane ein, und schließlich führen wir einen Moontalk mit der Weltraumarchitektin Sandra Häuplik-Meusburger, die ab Herbst den ersten Weltraumlehrgang an der Science Academy NÖ leiten wird.*
Mein Großvater, Jahrgang 1890, sagte einst: „Es werden einmal so viele Menschen auf der Erde sein, dass sie in der Luft gehen werden.“ Am 4. August 2019 hat Franky Zapata als erster fliegender Mensch in nur 22 Minuten auf einem Flyboard Air den Ärmelkanal überquert. Quo vadis terra?

Herzlichst,
Ihre Angelica Pral-Haidbauer,
Chefredakteurin

* … all diese Stories findet Ihr in der September-NIEDERÖSTERREICHERIN, druckfrisch in Eurer Trafik, in Eurer Arzt-Ordi, bei Eurer Friseurin, der Freundin … and so on ;)

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