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Lifestyle | 02.10.2018

10 Mythen & Fragen zu Brustkrebs

Schluss mit Unklarheiten: Noch immer ranken sich Missverständnisse und offene Fragen um die Krankheit – look! bat eine Wiener Brustkrebsexpertin um Erleuchtung.

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© iStock by Getty Images

1. Mit 30 schon zur Mammografie?

Das Brustgewebe von jüngeren Frauen ist meist so dicht, dass bei einer Mammografieaufnahme gesundes von krankem Gewebe nur schwer unterschieden werden kann. Dadurch kann es auch zu falsch positiven Befunden kommen. Zudem ist das Brust­gewebe von jüngeren Frauen empfindlicher gegen Röntgenstrahlen. Es empfiehlt auch weltweit keine medizinische Fachgesellschaft eine routinemäßige Mammografie zur Früherkennung von Brustkrebs bei Frauen unter 40 Jahren. Sollte es in der Familie vermehrt Fälle von Brustkrebs oder Eierstockkrebs geben, dann rate ich, gemeinsam mit dem Arzt des Vertrauens eine individuelle Früherkennungsmaßnahme zu besprechen.

 

2. Der Mythos um die Pille

Durch die Pilleneinnahme erhöht sich das Brustkrebsrisiko geringfügig. Bezieht man die positiven Effekte der Pille (selteneres Auftreten von Eierstock-, Gebärmutter­körperkrebs, Schutz vor Eierstockzysten, Entzündungen und Blutungsstörungen sowie ungewollter Schwangerschaft) in die Entscheidung ein, so überwiegen diese positiven Effekte aber bei weitem.

 

3. Die Frage des Gentests …

Frauen, auf deren Familie mindestens eines der folgenden Kriterien zutrifft, können eine genetische Testung für familiären Brust- und Eierstockkrebs vornehmen lassen. Dieser Test wird dann von der Krankenkasse bezahlt. Eine Auflistung aller Stellen, die eine Beratung für familiären Brust- und Eierstockkrebs durchführen, findest du unter brustgenberatung.at


• mind. 3 an Brustkrebs erkrankte Frauen
• mind. 2 an Brustkrebs erkrankte Frauen, davon eine unter dem 51. Lebensjahr
• mind. 1 Frau mit 35 oder jünger an Brustkrebs erkrankt
• mind. 1 Frau an Brustkrebs und 1 Frau an Eierstockkrebs erkrankt
• mind. 2 Frauen an Eierstockkrebs erkrankt
• mind. 1 Frau an Brustkrebs und Eierstockkrebs erkrankt
• mind. 1 Frau an Brustkrebs in beiden Brüsten erkrankt, wobei die Ersterkrankung vor dem 51. Lebensjahr erfolgte
• mind. 1 Mann an Brustkrebs erkrankt
• eine bereits nachgewiesene BRCA1-/BRCA2-Mutation in der Familie

 

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Unsere Expertin: Fachärztin für Gynäkologie, OA Dr. Ursula Denison. © beigestellt


4. Großer Busen – größeres Risiko?

Brustkrebs geht von den Brustdrüsen aus, nicht vom Fettanteil. Es gibt daher keinen Zusammenhang zwischen Brustgröße und dem individuellen Brustkrebserkrankungs­risiko. Allerdings haben Frauen mit einem besonders dichten Brustdrüsengewebe ein etwas höheres Risiko als Frauen mit einer geringen Gewebedichte.

 

5. Und die Sache mit dem engen Bh …

Frauen können aufatmen: Krebsforscher aus den USA haben Lebensgewohnheiten und BH-Trageverhalten von gesunden wie auch brustkrebserkrankten Frauen untersucht. Das Ergebnis der Studie zeigte deutlich: Das Tragen von BHs soll keinerlei Einfluss auf das Brustkrebsrisiko haben.

 

6. Silikon als Krebsauslöser?

Nein, es gibt keine Hinweise auf ein erhöhtes Brustkrebsrisiko. Brustimplantate aus Silikon bestehen heute aus einem sogenannten Kohäsiv-Gel, das nicht ausfließen kann. Diese Implantate sind behördlich (FDA) geprüft. Sie gelten nicht als Auslöser für Brustkrebs. Zudem sind Brustimplantate kein grundsätz­licher Hinderungsgrund für eine Untersuchung mittels Mammografie. Sprechen Sie aber bitte vor der Untersuchung mit Ihrem Radiologen und wenn Sie Unterlagen über die Art des Implantats haben, dann bringen Sie diese zur Unter­suchung mit.

 

7. Knoten entdeckt, was tun …?

Nicht jeder Knoten, der ertastet wird, ist Brustkrebs. In den meisten Fällen hat er harmlose Gründe. Trotzdem solltest du umgehend zur weiteren Abklärung deinen Arzt informieren. Die derzeit geeignetste Methode zur Früherkennung ist die Mammografie – alle Infos dazu finden Sie unter krebshilfe.net und pinkribbon.at

 

8. Gutartig oder bösartig - Sind die Unterschiede ertastbar?

Nur die feingewebliche Untersuchung (Biopsie und Histologie) kann zwischen gutartigen und bösartigen Knoten unterscheiden. Der Tastbefund sowie die Mammografie können nur einen Verdacht aussprechen und erfordern jedenfalls die Biopsie zur Sicherung der Diagnose.

 


9. Kein Risiko bei Schwangerschaft?

Dass Frauen während ihrer Schwangerschaft oder während des Stillens nicht an Brustkrebs erkranken können, ist ein Mythos. In meiner Tätigkeit als Ärztin erlebe ich das Gegenteil leider immer wieder. Richtig ist aber, dass Frauen, die viele Kinder zur Welt gebracht haben und daher wiederholt und lange Zeit gestillt haben, seltener an Brustkrebs erkranken.

 

10. Richtiges Selbstabtasten

Durch eine Selbstuntersuchung lernen vor allem junge Frauen ihre Brust „kennen“ und können eventuelle Veränderungen feststellen. Es ist aber wichtig zu wissen, dass die Selbstuntersuchung keinesfalls die Mammo­grafie ersetzt. Ausführliche Anlei­tungen finden Sie in der ­Broschüre „Aus Liebe zum Leben“ der ­Österreichischen Krebshilfe ­unter krebshilfe-wien.at

Im Sitzen oder Stehen. Oberkörper locker auf die Seite neigen, die man untersuchen will. Hand der gleichen Seite leicht anhebend unter die Brust legen. Mit aneinanderliegenden Fingern die Brust tastend abfühlen. Dann die ganze Brust mit gegen­einanderspielenden Händen nochmals abtasten. Brustwarze mit den Fingern umgreifen, abfühlen, wobei man zugleich in die Tiefe drückt.

Do it yourself! Mediziner empfehlen, ab dem 25. Lebensjahr die Brust einmal im Monat abzutasten. © iStock by Getty Images

Brustkrebs-Warnsignale:

• Knoten in Brust oder Achselhöhle
• Neu aufgetretene Einziehungen der Brustwarze
• Rötungen der Brust, Schmerzen und Spannungen
• Größenveränderung einer Brust