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Lifestyle | 01.04.2019

Besser essen

Wenn nach der Fastenzeit der Jo-Jo-Effekt mit doppelten Kilos zurückschlägt, stellt sich die Frage, ob man nicht lieber auf das Fasten verzichten sollte. Doch mit Motivation für eine grundlegende Ernährungsumstellung schnappt die Fastenfalle nicht mehr zu.

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Foto: Shutterstock

Ob religiös motiviert oder aus persönlichen Gründen, viele nehmen sich die kirchlich vorgeschriebene Fastenzeit zwischen Aschermittwoch und Ostersonntag zum Anlass, auf etwas zu verzichten. Die 40-tägige Fastenzeit ist für viele der perfekte Ansporn für eine bewusste Diät, um sich auf sein Wertesystem zu besinnen. Der Verzicht auf Fleisch wurde in jüngster Zeit ausgeweitet: Von Schokolade und Süßigkeiten über Alkohol und Zigaretten bis hin zu Plastik, Konsum, Autofahren und Social Media, den Ideen zu Fastenvorsätzen sind keine Grenzen gesetzt.

Gewillt gewollt. Egal, ob Enthaltung von bestimmten Nahrungsmitteln, materiellen Dingen oder persönlichen Lastern, in der Fastenperiode ist das Verzichtserlebnis in unserer Überflussgesellschaft eine wohltuende Auszeit für Körper und Geist. Neben dem Gewichtsverlust beim Lebensmittelfasten versprechen sich viele Fastende Glücksgefühle, mehr Energie und Wohlbefinden. Doch nach 40 Tagen Willensstärke und dem Sieg über den eigenen inneren Schweinehund endet die Fastenzeit meist mit einem Schlemmermahl und dem Rückfall in den (Über-)Konsum. Sobald die Tage der Achtsamkeit vorbei sind, fällt man schnell wieder in alte Gewohnheiten zurück. Oftmals ist es schwierig, alte Muster und eingefahrene Verhaltensweisen zu durchbrechen, über die Fastenzeit hinaus Selbstdisziplin zu üben und das hart erarbeitete Wunschgewicht langfristig auf der Waage zu halten.

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Nach der Diät ist vor der Diät. Häufig folgt nach einer erfolgreich abgeschlossenen Fastenkur der viel gefürchtete Jo-Jo-Effekt, bei dem unser Körpergewicht wieder zum Ausgangspunkt zurückkehrt oder, schlimmer, darüber hinaus schießt. Die abgenommenen Kilos, die prinzipiell immer langsam und mühevoll wegpurzeln, sind im Handumdrehen wieder auf den Rippen, und die Waage zeigt oftmals mehr an als vor der Fastenkur. An der unerwünschten und schnellen Gewichtszunahme nach dem Ende einer Fastenperiode ist unser Stoffwechsel Schuld. Während des Fastens stellt sich der Stoffwechsel um und läuft auf Sparflamme, da prinzipiell weniger Kalorien wie üblich aufgenommen werden. Unser Körper gewöhnt sich an die verringerte tägliche Kalorienzufuhr und stellt sich darauf ein, mit weniger Energie auszukommen. Beendet man seine Fastenkur und kehrt zu seiner gewohnten Ernährungsweise und dem im Vergleich wieder höheren Kalorienbedarf zurück, legt der Körper Energiedepots an – und dank diesen in den Zellen eingelagerten Fetten nehmen wir wieder zu. Aufgrund dieses Phänomens hat sich in der Ernährungswissenschaft die Behauptung „Diäten machen dick“ manifestiert.

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Dem Teufelskreis entkommen. Knackpunkt des Jo-Jo-Effekts ist, dass Fastenwillige sich nach der erfolgreichen Kur wieder in alte Essgewohnheiten stürzen und sich, ganz nach dem Motto „Gönn ich mir!“, mit dem Konsum jener Lebensmittel, auf die sie tage- oder wochenlang verzichtet haben, belohnen. Doch um seinen erschlankten Körper zu bewahren und dem Jo-Jo-Effekt zu entkommen, ist es ratsam, statt auf kurzfristige Fastenkuren auf langfristige Ernährungsumstellungen zu setzen. Die katholische Fastenzeit kann als idealer Ausgangspunkt genommen werden, um sein bisheriges Ernährungsverhalten und seine Lebensgewohnheiten zu überdenken. Nur mit Willensstärke und der Bereitschaft, seine Lebensumstände grundlegend zu verändern und zu verbessern, kann dauerhaft das Wunschgewicht und der Traumkörper in Form gehalten werden. Wichtig dabei ist, sich bewusst zu machen, dass der neue Ernährungsplan kein Verbot, keine zwingende Pflicht oder Buße ist.

Uneingeschränkt. Sieht man die Ernährungsumstellung als Qual und als ein Muss, ist sie von Anfang an zum Scheitern verurteilt. Eine Diät zu halten, sollte nicht mit Hunger und einem einseitigen Speiseplan gleichgesetzt werden. Im Gegenteil, sich dauerhaft ausgewogen zu ernähren, figurtechnisch erfolgreich zu sein und Gesundheit, Wohlbefinden und Leistung zu fördern, soll gut schmecken und Freude bereiten. So bedeutet die im besten Falle lebenslange Fastenkur kein Verzicht, weder an Genuss noch an Kalorien oder Portionen, sondern ein kulinarischer Zugewinn. Und sind wir mal ganz ehrlich: Wer die letzten 40 Tage mit Fasten durchgehalten hat, kann das doch jetzt easy weiterführen, oder?


4 Tipps für die Ernährungsumstellung:

  • Genug Wasser trinken:
    Das durchsichtige Lebenselixier ist das A und O gesunder Ernährung, da es unseren Körper fit und munter hält.

  • Bewusst essen:
    Zeit nehmen, um die selbstgekochten Mahlzeiten zu genießen und nicht regelrecht zu verschlingen.

  • Es bunt treiben:
    Reich an Vitaminen und Mineralstoffen können Obst und Gemüse als gesunder Snack zwischendurch gerne genascht werden.

  • Kreativität in der Küche freien Lauf lassen:
    Eigens zubereitet und abwechslungsreich gestaltet schmeckt es doch am besten.