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Lifestyle | 03.01.2020

Gesundheit im Check

Kleiner Aufwand, großes Ergebnis: Wer regelmäßig zur Vorsorgeuntersuchung geht, tut seiner Gesundheit etwas Gutes – genauso wie dem eigenen Gewissen. Wir geben einen Überblick zu den wichtigsten Vorsorgeterminen und klären, in welchen Intervallen wir dafür einen Platz in unserem Kalender reservieren sollten.

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(Foto: Shutterstock)

Die Zeit vergeht, und ehe man sich versieht, wäre es schon wieder an der Zeit für die Vorsorgeuntersuchung – beim Hausarzt, beim Zahnarzt ... Es gibt ein paar Termine, für die wir unserem Arzt jedes Jahr einen Besuch abstatten sollten, das ganze Leben lang. Andere Untersuchungen richten sich nach der jeweiligen Lebensphase und müssen nur in größeren Abständen berücksichtigt werden. Im Alltagsstress fällt es oft aber gar nicht so leicht, alle Untersuchungen im Blick zu behalten. Denn zu schnell ist wieder ein Jahr vergangen, es dauert, bis der nächste Termin frei ist, und dann kommen mit den Jahren immer neue Vorsorgemaßnahmen hinzu. Wir geben einen Überblick über die wichtigsten Bestandteile des Gesundheitschecks und erklären, welche Untersuchungen wann und wie häufig vorgenommen werden sollten.

 

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(Foto: Shutterstock)

Allgemeine Vorsorgeuntersuchung. Sich einmal im Jahr durchchecken zu lassen, ist nicht nur eine sinnvolle Präventionsmaßnahme, sondern beruhigt auch das eigene Gewissen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Herz-Kreislauf-Beschwerden, Stoffwechselerkrankungen und Krebsleiden. Ergänzend zur körperlichen Untersuchung und den Laborbefunden wird ein ausführliches Arzt-Patienten-Gespräch geführt. So kann die individuelle gesundheitliche Verfassung des Patienten berücksichtigt und auf persönliche Lebens- und Ernährungsgewohnheiten sowie auf mögliche Risikofaktoren wie Erbkrankheiten eingegangen werden. „Bei der allgemeinen Vorsorgeuntersuchung wird auch auf notwendige Zusatzuntersuchungen hingewiesen“, erklärt Dr. Heinz Neumayer, Allgemeinarzt und Facharzt für Arbeits- und Betriebsmedizin. Das Ziel der Gesundenuntersuchung besteht darin, Krankheiten zu verhindern, indem ein Risiko rechtzeitig erkannt wird und entsprechend vorgebeugt werden kann. Außerdem können auftretende Krankheiten durch regelmäßige Gesundheitschecks bereits frühzeitig erkannt und die Heilungschancen verbessert werden. Die allgemeine Vorsorgeuntersuchung wird von Allgemeinmedizinern sowie von Fachärzten der Inneren und Lungenmedizin angeboten. Ab dem 18. Lebensjahr ist sie für alle Personen mit Wohnsitz in Österreich kostenlos.

 

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(Foto: Shutterstock)

Zähne. Ab dem 30. Lebensjahr gilt Parodontitis als häufigster Risikofaktor für Zahnausfall. Der chronische Verlauf der bakteriellen Zahnbetterkrankung ist für 70 Prozent der Zahnverluste verantwortlich. Da die Krankheit meist schmerzfrei verläuft, wird sie vom Patienten oft nicht wahrgenommen, sondern kann nur vom Zahnarzt festgestellt werden. Jährliche Vorsorgeuntersuchungen eigenen sich demgegenüber, um ein Krankheitsrisiko zu erkennen, sodass die Erkrankung mit geeigneten Maßnahmen verlangsamt oder gestoppt werden kann.

Krebsvorsorge. Die Krebsfrüherkennung betrifft laut der Österreichischen Krebshilfe insbesondere Brust-, Prostata-, Darm- und Hautkrebs. Frauen sollten ab dem 20. Lebensjahr jährlich einen PAP-Abstrich zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs vornehmen lassen. Zusätzlich sollte eine Tastuntersuchung der Brust erfolgen. Letztere ersetzt allerdings nicht die Mammografie, welche Frauen ab 40 im Zwei-Jahres-Rhythmus durchführen lassen sollten. Für Männer empfiehlt sich ebenfalls ab 40 jährlich eine Harnuntersuchung im Hinblick auf Blasenkrebs sowie ab dem 45. Geburtstag eine regelmäßig Prostatauntersuchung. Sowohl für Männer als auch Frauen relevant ist die Hautkrebs- und Darmkrebsprävention. So sollte die Haut vor und nach den Sommermonaten eigenständig auf Veränderungen untersucht werden. Zur Darmvorsorge sollte ab 40 pro Jahr ein Okkulttest zur Feststellung von unsichtbarem Blut im Stuhl gemacht werden lassen. „Ab 50 sollte außerdem regelmäßig eine Darmspiegelung durchgeführt werden. Soweit keine Auffälligkeiten oder erhöhtes Risiko vorliegen, kann man sich hier an einem Zehn-Jahres-Rhythmus orientieren“, empfiehlt Dr. Neumayer.

 

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Augen. Egal ob man auf eine Sehhilfe angewiesen ist oder nicht, jeder sollte dem Augenarzt regelmäßig einen Besuch abstatten. Besonders empfohlen wird dies ab dem 40. Lebensjahr in einem Turnus von zwei Jahren. Ab diesem Alter steigt das Risiko, an einem Glaukom oder dem sogenannten Grünen Star zu erkranken. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen sind zum einen entscheidend, da die Krankheit schleichend verläuft und vom Patienten oft lange Zeit nicht bemerkt wird. Zum anderen lassen sich entstandene Schäden nicht mehr rückgängig machen und können auf Dauer die vollkommene Erblindung bedeuten. In Österreich sind rund 80.000 Menschen von der Diagnose betroffen. Die Untersuchung erfolgt schmerzfrei und umfasst neben der Sehschärfenbestimmung die Messung des Augeninnendrucks und des Gesichtsfeldes sowie eine Kontrolle des Sehnervs.

 

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(Foto: Shutterstock)

Impfungen. „Ein wichtiges Thema im Bereich der Gesundheitsvorsorge sind auch Impfungen – nicht nur bei Kindern und Jugendlichen. Auch bei Erwachsenen müssen gewisse Impfungen regelmäßig aufgefrischt werden“, bemerkt Dr. Neumayer. Mit zunehmendem Alter wird das Immunsystem wieder anfälliger für Infektionen, weshalb es umso wichtiger ist, den Impfschutz über die Jahre aufrechtzuerhalten. Hinzu kommt, dass zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr auch der Impferfolg abnimmt. Zu den gängigsten Impfungen zählen Diphterie, Tetanus, Keuchhusten, Hepatitis B, Masern, Mumps und Röteln. „Andere Impfungen müssten je nach Risiko, Reiseverhalten und Alter neu geimpft werden“, ergänzt Dr. Neumayer. So werden mit zunehmendem Alter etwa auch Lungenentzündung, Influenza, FSME und Gürtelrose wieder relevant. Welche Impfungen sinnvoll sind und wo eine Auffrischung nötig ist, entscheidet man am besten in Abstimmung mit dem Arzt.

Durchgecheckt. Im Überblick und auf lange Frist gesehen, scheinen uns eine Reihe von Vorsorgemaßnahmen bevorzustehen. Bei der Antwort auf die Frage nach dem Was, Wann und Wie oft sind natürlich persönliche Kriterien mitbestimmend. Grundsätzlich macht man aber schon mit der allgemeinen Vorsorgeuntersuchung pro Jahr einen großen Schritt in die richtige Richtung. So rät auch Dr. Neumayer, diese ab dem Erwachsenenalter vornehmen zu lassen und sich von da an je nach Ergebnis und den ärztlichen Empfehlungen durchchecken zu lassen. Wer daneben noch dem Zahnarzt einmal pro Jahr einen Besuch abstattet, erfüllt gute Voraussetzungen, um gesund durchs Leben zu gehen und potenziellen Problemen frühzeitig entgegentreten zu können.