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Lifestyle | 20.02.2020

Topfen – Gesunde Wirkung von außen und innen

Wer Topfen bisher als langweilige säuerliche Masse betrachtet hat, die vornehmlich für traditionelle Süßspeisen verwendet wird, unterschätzt das Milchprodukt gewaltig. Denn Topfen birgt wirksame Kräfte für unsere Gesundheit. Dabei kann er sowohl innerlich als auch äußerlich zur Anwendung kommen.

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(Foto: Shutterstock)

Topfen ist als Zutat für viele traditionelle Gerichte bekannt und beliebt, im Rohzustand ist die säuerliche weiße Creme nicht jedermanns Sache. Dabei sollte man allein der gesunden Nährstoffe und heilsamen Wirkungen wegen dem Topfen einen festen Platz auf dem Speiseplan und der Einkaufsliste zusichern. 

Eiweißbombe. Topfen ist ein wertvoller Eiweißlieferant. Die magere Variante enthält auf 100 Gramm etwa zwölf Gramm Proteine. Wer sich einmal auf die Suche nach eiweißhaltigen Lebensmitteln begeben hat, der weiß, dass das einer beträchtlichen Menge entspricht. Gleichzeitig verfügt Magertopfen mit rund 70 Kilokalorien pro 100 Gramm über eine geringe Energiedichte. Damit unterstützt das Milchprodukt optimal Gewichtabnahme und Muskelaufbau. Auch für Gichtpatientinnen und -patienten ist Topfen die ideale Eiweißquelle, denn er ist frei von Purinen. Diese werden im Körper zu Harnsäure abgebaut und sind daher zu vermeiden. Die Topfen-Proteine können tatsächlich beinahe genauso gut verwertet werden wie tierisches Eiweiß aus Fleisch. Damit ist Topfen insbesondere für Vegetarierinnen und Vegetarier ein verlässlicher Eiweißlieferant. Weiters gilt der Nährstoff als Energiespender für das Gehirn.

 

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(Foto: Shutterstock)

Powerpaket. Neben seinem hohen Proteingehalt ist Topfen reich an Mineralstoffen, Vitaminen und Aminosäuren. So verfügt er über einen hohen Kalziumanteil, der sich positiv auf Zähne und Knochen auswirkt. Der Mineralstoff ist sogar in so großen Mengen vorhanden, dass trotz des nicht unerheblichen Gehalts an Phosphor, das die Aufnahme erschwert, genügend Kalzium im Körper ankommt. Daneben liefert Topfen auch Magnesium, essenzielle Aminosäuren und verschiedene Vitamine. Gerade der Gehalt an Vitamin A, C, D, E, B1 und B12 fällt für ein tierisches Nahrungsmittel hoch aus. Ein weiteres Plus ist, dass Magertopfen frei von Cholesterin ist. Hierbei steigt allerdings der Gehalt mit dem Fettanteil im Topfen. Wer schließlich glaubt, Topfen müsse pur und unverarbeitet verspeist werden, um von seinen Inhaltsstoffen profitieren zu können, der täuscht sich. Tatsächlich bleiben all die wertvollen Nährstoffe auch nach Verarbeitung erhalten – sogar bei gekochten und gebackenen Gerichten.

 

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(Foto: Shutterstock)

Cool down. Äußerlich in Form von Wickeln angewendet, kann Topfen entzündungshemmend und kühlend wirken und Schmerzen und Schwellungen lindern. Die entzündungshemmende Wirkung des Topfens ist auf den hohen Eiweißgehalt zurückzuführen. Bei 80 Prozent des enthaltenen Proteins handelt es sich um Casein, eine Eiweißart, die dem Gewebe entzündliche Stoffe entzieht und sie bindet. Damit kann Topfen auch ein reines Hautbild begünstigen, denn die enthaltene Milchsäure öffnet die Poren, womit das Casein effizient Pickel und Unreinheiten bekämpft. Dank der entzündungshemmenden Effekte in Kombination mit der kühlenden Wirkung wird Topfen zum wohltuenden Hausmittel bei Sonnenbrand, Schwellungen und Insektenstichen. Der Kühlungseffekt entsteht übrigens durch Verdunstungskälte. Sobald die Flüssigkeit des Topfens auf die Haut gelangt, verdunstet sie und sorgt somit für den Abtransport der Wärme.

 

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(Foto: Shutterstock)

Gut gewickelt. Der Klassiker für die äußere Anwendung von Topfen sind Topfenwickel. Die kühle Variante sollte maximal angewendet werden, bis der Topfen beginnt auszutrocknen. Sobald der Topfen zu trocknen beginnt und sich zusammenzieht, wird die Durchblutung der betroffenen Stelle angeregt und es ergibt sich eine wärmende Wirkung. So lassen sich Topfenwickel etwa bei Erkältungen auf Brust und Hals gegen Husten und Halsentzündungen einsetzen. Um die Durchblutung maximal anzuregen, um etwa Gelenkschmerzen entgegenzuwirken, eignen sich warme Wickel am besten. Hierfür sollte der Topfen zunächst in einem Wasserbad angewärmt werden und der Wickel anschließend bis zum völligen Austrocknen auf der Haut belassen werden.

Keine Ausrede. Topfen gibt es in der Kühltheke eines jeden Supermarktes für kleines Geld. Unter verschiedensten Rezeptideen von traditionell bis exotisch finden sich für alle Variationen, um Topfen in den persönlichen Speiseplan zu integrieren. Wer regelmäßig eine Packung zu Hause hat, der ist auch gewappnet, um bei verschiedenen gesundheitlichen Beschwerden mit einem Topfenwickel Abhilfe zu schaffen. Wer kann den weißen Bröseln da noch widerstehen?


So ein Topfen

Für die Topfenherstellung werden der Milch Milchsäure oder Lab zugefügt. Dank dieser Bakterien bildet sich Milchsäure und die Konsistenz der Masse verfestigt sich. Die überschüssige Molke wird schließlich abgegossen und fertig ist der Topfen.