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Lifestyle | 15.04.2020

Grüne Frühlingsgefühle

Der Schnee zieht sich zurück und die Natur kleidet sich langsam wieder in satten Farben. Höchste Zeit, um unsere Gärten und Balkone auf die kommenden Wärmemonate vorzubereiten!

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(c) Shutterstock

Die ersten warmen Sonnenstrahlen strecken sich ins Land, die Vögel erfüllen die Luft mit aufgeregtem Zwitschern und auch die ersten Blumen strecken neugierig ihre Knospen aus der Erde heraus. Der Frühling ist endlich angebrochen! Was für die Blumen den Beginn eines neuen Lebenszyklus und für die Vögel die Kundgebung ihrer neugewonnenen Paarungswilligkeit ist, bedeutet für uns vorrangig eines: Gartenarbeit! Egal ob Gemüsegarten, Rasen zum Spielen und Lustwandeln oder penibel gesetzter englischer Garten – jetzt bereiten wir uns, unsere grünen Oasen und deren Bewohnerinnen und Bewohner auf die kommenden Monate vor, um diese in vollen Zügen genießen zu können.

Altlasten. Für ein unbeschwertes und rasches Wachstum sind für Pflanzen zwei Dinge erstrangig wichtig: Platz und Zugang zu Sonnenlicht. Erste Amtshandlung bei der Eröffnung der Gartensaison sollte also die Herstellung dieser beiden Faktoren sein. Laub und abgestorbene Pflanzenreste aus dem Vorjahr zu entfernen gibt genug Raum, um Knospen und junge Blätter der Sonne entgegenzustrecken. Junge Wurzeln unterstützt man dagegen am besten, indem man den Boden etwas auflockert. Über die kalten Herbst- und Wintermonate haben sich vielleicht auch unliebsame Eindringlinge in unsere Beete geschlichen. Solches Unkraut wird natürlich umgehend entfernt. Wuchernde Hecken sollten dagegen eher behutsam zurückgeschnitten werden, um eventuell schon vorhandene Jungknospen nicht zu verletzen. So sollte schnell genug Platz für bestehende Pflanzen, aber auch Raum für neue Gartengesellen geschaffen sein.

Zeit für Neues. Der traditionelle Beginn der Einpflanzsaison ist April. Unnötige Kälte oder durch die Schneeschmelze bedingte Staunässe im Boden bekommen aber nicht allen Gewächsen gleichermaßen. Je nach Witterung sollte man darauf achten, welche Pflanzen die aktuellen Bedingungen nicht nur überleben, sondern im besten Fall auch ideal nutzen können. Gemüsesorten wie Karotten, Zwiebeln, Lauch und viele Salatsorten eignen sich gut für eine frühe Aussaat. Plötzlicher Frost kann aber auch ihnen gefährlich werden. Hier ist man gut beraten, Vliesauflagen bereitzuhalten. Diese gibt es in verschiedensten Ausführungen und Materialien, können aber sowohl vor Frost als auch vor Unkraut und Befraß, etwa durch Schnecken, schützen.

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Spielwiese. Auch dem Rasen sollte man bald Aufmerksamkeit zukommen lassen, um ihm beste Bedingungen für das kommende Jahr zu ermöglichen. Je nach Bodenbeschaffenheit und Temperaturen kann dieser früher oder auch etwas später mit seinem Wachstum beginnen. Allerdings sollte man den Rasenmäher auch bei deutlichem Wachstum noch ein wenig warten lassen. Sollte nämlich nach verfrühtem Mähen doch noch ein Frosteinbruch stattfinden, kann dies die noch jungen Blattspitzen nachhaltig beschädigen. Erst wenn sich die gewünschte Rasenhöhe verdoppelt hat, sollte der erste Schnitt erfolgen. Das Rasendüngen ist eine Wissenschaft für sich. Generell hängt diese aber stark vom Boden des Gartens ab, sowohl was die Zeit der Düngung als auch die Art des zu verwendenden Düngers angeht. Leichter und sandiger Boden sollte hier eher früher (März/April), schwerer, tonhaltiger Boden dagegen etwas später (Mai/Juni) gedüngt werden. Unterschieden wird insbesondere zwischen organischen und mineralischen Düngern. Organische Düngemittel wirken zwar langsamer, die Gefahr einer Überdüngung und damit einhergehender „Verbrennungen“ ist aber deutlich niedriger. Bei mineralischen Düngern verhält es sich genau umgekehrt. Allgemein sollte Dünger aber immer sehr sorgfältig dosiert und möglichst bei anstehendem Regen oder zumindest künstlicher Besprengung ausgebracht werden. Zuletzt sollte Rasen im Frühjahr auch vertikuliert werden. Dabei benutzt man rechenähnliche Vertikulierer, die Verfilzungen und Moosteppiche oberhalb der Grasnarbe zerschneiden. Der Rasen wird somit besser belüftet und im Wachstum gefördert.

Das feuchte Nass. Wer das Glück hat, im eigenen Garten auch Wasserelemente zu besitzen, sollte diese im Zuge der Frühlingsarbeiten gleich miteinbeziehen. Egal ob Biotop, Planschbecken oder ausgewachsener Swimmingpool, eine grundlegende Reinigung muss auf jeden Fall durchgeführt werden. In Naturgewässern entfernt man lose Blätter und Unkraut, die sich an der Oberfläche angesammelt haben. So kann Sonnenlicht wieder in die tieferen Wasserschichten vordringen und das Becken behutsam erwärmen. Über den Winter abgedeckte Pools sollte man nach dem Entfernen der Folie oder Festbedachung ebenfalls gründlich reinigen, bevor das Becken erneut befüllt wird. Besonders bei Fischteichen ist hier allerdings Vorsicht geboten. Wieder spielt die Temperatur eine wichtige Rolle für den Zeitpunkt der ersten Maßnahmen. Unter zehn Grad Celsius Wassertemperatur sind die meisten Fischarten noch im „Wintermodus“. Sie hier schon so früh im Jahr zu stören bedeutet für die von der kalten Jahreszeit ohnehin geschwächten Tiere unnötigen und potenziell lebensbedrohlichen Stress.

Balkonien, oh Balkonien. Leider kann sich aber nicht jedermann über das eigene Stückchen Grün freuen. Gerade in urbanen Gefilden hat sich der Balkon zum Ersatzgarten und damit zur Erholungsoase vom Alltag entwickelt. Gerade für den morgendlichen Kaffee oder einen lauen Sommerabend mit kühlem Bier oder Spritzwein ist er die ideale Umgebung. Um ihn allerdings zum gemütlichen und praktischen Außenbereich zu machen, bedarf es, ebenso wie bei der Gartengestaltung, ein wenig kreativer Mühe. Die geplante Nutzung steht hierbei im Mittelpunkt. Benutze ich meinen Balkon als längerfristigen Aufenthaltsort zum Lesen an sonnigen Wochenenden? Veranstalte ich hier am liebsten ausgelassene Grillabende mit Freunden? Oder trinke ich doch nur eine Tasse Tee, bevor ich meinen Arbeitstag in Angriff nehme? Hat man all diese Überlegungen dann angestellt und den eigenen Balkon dementsprechend eingerichtet, können die warmen Monate ruhig kommen und im persönlichen Wellnessrefugium nach Herzenslust genossen werden.