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Lifestyle | 11.02.2020

Auf die Plätze, Huskys, los!

Einmal im Leben mit einem Huskyschlitten durch die Schneelandschaft fahren ist nicht nur ein absolutes Muss für Hundeliebhaber, sondern ein unvergessliches und außergewöhnliches Erlebnis. Wir haben die beiden Musher Manuela und Arnold Petutschnig in Sportgastein besucht und sie einen Nachmittag lang mit ihren Huskys begleitet.

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(c) Thomas Kirchmaier

Wir machen uns an einem Freitagvormittag auf den Weg in das wunderschöne Sportgastein, einen Ort, der das ganze Jahr über Gelegenheit für Sport und Erholung bietet. Inmitten der Hohen Tauern befinden wir uns in einer traumhaften Winterlandschaft, umringt von unzähligen Gipfeln, und werden von der Schlittenhundelenkerin Manuela Petutschnig und ihrem Mann Arnold bereits erwartet. Auch die Sibirischen Huskys, die sie dabei haben, begrüßen uns mit einem Konzert aus aufgeregtem Heulen, das ihre Vorfreude auf das Rennen bereits erahnen lässt.

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(c) Thomas Kirchmaier

Barbie, Cola, Aria und Simba sind vier der insgesamt 17 Huskys der Familie Petutschnig, die für die heutige Fahrt durch die Schneelandschaft ausgewählt werden.Faszination und Leidenschaft. „Wir betreiben diesen Sport jetzt schon seit über 20 Jahren“, erzählt uns Manuela, während sie zusammen mit ihrem Mann die vier Huskys aus ihrem Transporter springen lässt. „Angefangen hat es damit, dass wir damals einen Hund haben wollten, mit dem man unterwegs sein kann und der uns beim Sport begleitet. Nachdem wir uns dann auch ein Huskyrennen angeschaut hatten, waren wir so fasziniert, dass wir uns kurze Zeit später für einen zweiten Husky entschieden haben. So sind wir nach und nach in diese Sportart hineingekommen. Wir haben viel von anderen Mushern gelernt, aber das Meiste entwickelte sich, wie so oft im Leben, durch learning by doing.“ Das erste Rennen der beiden Musher fand im Jahr 1998 statt und die beiden haben gemeinsam mit ihrem Team bis jetzt viele Welt-, Europa- und Staatsmeistertitel erkämpft.Teamplay auf vier Pfoten. Sorgfältig verbinden die beiden die vier Huskys über die Zugleine am Zuggeschirr und führen jeden Hund auf seine Stelle im Gespann. „Das Wichtigste an einem Hundeschlitten ist ein gut trainiertes Team“, betont Arnold Petutschnig. Dabei gibt es verschiedene Schlittengespanne mit zwei, vier, sechs, acht oder mehreren Hunden, die wiederum als Leader (Leithunde), Teamdogs (in der Mitte) und Wheeldogs (hinten) positioniert werden. 


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(c) Thomas Kirchmaier

Die vier Huskys warten bereits aufgeregt auf ihre „Kraftsuppe“, eine Fleischbrühe, die sie vor jedem Rennen als kleine Stärkung und Motivation bekommen. Manuela schöpft eine Kelle aus dem mitgebrachten Eimer voller Brühe in die jeweiligen Schüsseln, die die Hunde – kaum zu halten! – hastig aufschlecken. 
Trainiert wird mit den Hunden bereits Anfang September. „Wir stehen um halb vier Uhr auf und versorgen die Huskys. Danach geht es auch schon auf die Trainingsstrecke hier in Gastein“, sagt Manuela. Dabei wird ab einer Strecke von zwei Kilometern trainiert und später auf acht Kilometer gesteigert. Da es im Herbst keinen Schnee gibt, trainieren sie mit dem Wagen auf Rollen. Mitte Dezember geht es dann wieder auf die Trainingsstrecke in Sportgastein. „Wir beginnen deshalb so zeitig in der Früh mit dem Krafttraining, da die Temperatur unbedingt unter 14 Grad sein muss. Sonst überhitzen die Huskys beim Rennen. Das kann schlimmstenfalls zu einem Herztod führen“, erklärt uns Arnold. „Unsere drei Kinder helfen bei der alltäglichen Versorgung der Hunde fleißig mit“, sagt Manuela. Sie sind es auch, die die Namen der Hunde auswählen. Die Leidenschaft der Eltern für das Huskyrennen ging dabei auch direkt auf ihre Tochter Alina über und das mit großem Erfolg: Die 16-jährige Nachwuchs-Musherin wurde letztes Jahr Vize-Europameisterin in der Kategorie „2 Dogs Junior“. 


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(c) Thomas Kirchmaier

Man merkt, dass die Hunde nun immer ungeduldiger werden und darauf warten, dass sie endlich losrennen können. Manuela steigt auf den Schlitten. „Über Gewichtsverlagerung auf den Kufen kann die Kurvenfahrt beeinflusst werden. Die Schlittenhunde werden mit Kommandos gelenkt“, sagt sie und macht sich bereit, während die Hunde auf das ersehnte Kommando warten. „Fertig machen!“, ruft Manuela mit hoher Stimme den Huskys zu. „Hepp, hepp, hepp!“ Die Hunde stürmen los. Das rasende Team zeigt, wie kraftvoll es ist und welch unbändige Energie die Hunde haben. Manuela verschmilzt mit den Huskys zu einer Einheit. Die Tiere geben Tempo und ziehen den Schlitten rasant über die Strecke. Man hört noch das Kommando „Gerade!“ nachklingen und schon nach kurzer Zeit sind sie schon außer Sichtweite.
„Es ist für uns nicht nur ein Hobby, sondern ein Lebensstil“, erzählt uns Arnold, während wir auf die Rückkehr des Teams warten. „Denn ein Motorrad kann man in der Garage abstellen, wenn man es nicht mehr braucht. Die Hunde haben wir 365 Tage im Jahr immer bei uns. Wir behalten sie, bis sie sterben. Sie sind für uns wie Familienmitglieder“, sagt er stolz.

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(c) Thomas Kirchmaier

„Gerade! Gerade!“ Man hört Manuela und die Huskys bereits von Weitem und schnell kommen sie wieder zu uns zurückgefahren. Die Musherin bremst ab und das Team bleibt wenige Meter nach uns stehen. „Viele wollen so eine Huskyfahrt einmal erleben und deswegen bieten wir für alle Altersgruppen seit einigen Jahren auch einen Workshop an, in dem man in etwa zwei Stunden die Basics lernen und dann selber einmal fahren kann“, sagt Arnold. Manuela kommt zu uns und gibt uns für die Hunde ein paar Leckerlies in die Hand, die wir ihnen jetzt geben dürfen. „Es ist wichtig, dass man die Tiere nach dem Rennen auch großzügig lobt!“, lacht sie und streichelt ihre Vierbeiner liebevoll. Wir sind von diesem einzigartigen Erlebnis begeistert und merken, mit wie viel Leidenschaft Familie Petutschnig ihre Hunde trainiert. Dem Ehepaar bedeutet es viel, mit den Vierbeinern als Team durch die Natur zu gleiten. „Das Schönste dabei ist das gegenseitige Vertrauen zwischen Mensch und Tier. Diese Verbundenheit fasziniert uns jeden Tag und bei jedem Rennen!“, sind sich Manuela und Arnold einig.