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Lifestyle | 15.06.2020

Helfen verbindet

Eine warme Suppe für Obdachlose kochen, Deutschnachhilfe für Flüchtlinge geben, mit Kindern oder älteren 
Menschen Zeit verbringen – in 
Salzburg gibt es viele Möglichkeiten, sich zu engagieren. Das Freiwilligenzentrum Salzburg ist hier Anlaufstelle und vermittelt Interessierte an die jeweils passende Sozialorganisation. Wir haben uns mit der neuen Leiterin des Vereins, Marlies 
Blaschko, zum Gespräch getroffen.

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(c) Marlies Blaschko, FWZ Salzburg

Das Freiwilligenzentrum Salzburg (FWZ) wurde zu Jahresbeginn 2018 gegründet. Der Verein ist erste Anlaufstelle und Drehscheibe für freiwilliges Engagement im Sozialbereich in Stadt und Land Salzburg. Im Mai 2020 übersiedelte das FWZ in die Aigner Straße, um noch näher in der Stadt Salzburg zu sein. Gleichzeitig übernahm auch Marlies Blaschko die Funktion als Leiterin des Vereins. Die gebürtige Mühlviertlerin studierte Intercultural Studies an der Universität in Salzburg und wechselte nach mehreren Stationen in der Wirtschaft in die Personalentwicklung im Sozialbereich und in das betriebliche Gesundheitsmanagement. Die Begeisterung für Freiwilligenarbeit hat sie bereits früh entdeckt: Als Pfadfinderin in ihrer Jugendzeit ist sie mit dem Leitspruch „Jeden Tag eine gute Tat“ aufgewachsen. Später hat sie zusammen mit ihrem Mann ein Entwicklungsprojekt („Khusi“) in Nepal ins Leben gerufen: ein Projekt zur Unterstützung von sozial benachteiligten Kindern und Jugendlichen.

Unser look! Salzburg: Frau Marlies Blaschko, wie haben Sie sich in Ihrer neuen Funktion als Leiterin des FWZ bisher eingelebt? Auf welche Aufgaben freuen Sie sich besonders? Welche Herausforderungen sehen Sie in Ihrer Position?
Marlies Blaschko: Ich bin seit Anfang Mai in einer Beobachtungs- und Orientierungsphase. Mir ist es ganz wichtig, zu allen Beteiligten Vertrauen aufzubauen. Ich nehme mir die Zeit für Gespräche, für das gegenseitige Kennenlernen, um mir einen Überblick zu verschaffen. Die große Herausforderung wird sein, allen Erwartungen der Organisationen und Freiwilligen gerecht zu werden. Auf der anderen Seite habe ich auch den Anspruch, dass das FWZ unabhängig bleiben darf und soll. Weiters möchte ich neue Denkansätze etablieren und neue Aufgaben angehen und beispielsweise die Social-Media-Kanäle weiter ausbauen, um noch mehr Menschen, vor allem die jüngeren, anzusprechen.

Was genau bietet das FWZ Salzburg an und wer kann sich an den Verein wenden?
Wir sind allgemein eine Service-Stelle und Drehscheibe für freiwilliges Engagement im sozialen Bereich in Stadt und Land Salzburg. Also einerseits Anlaufstelle für Menschen, die sich freiwillig engagieren möchten, und zweitens Service-Stelle für Organisationen, die Freiwillige suchen. Ein dritter Schwerpunkt ist die Fortbildung. Da wird es in Zukunft verstärkt ein bedarfsorientiertes Bildungsprogramm geben. Vor allem für die, die mit der Koordination von Freiwilligen betraut sind. Für Freiwillige gilt, dass sie sich in einem Gespräch mit den Freiwilligenkoordinatorinnen und Freiwilligenkoordinatoren überlegen können, 
welches Projekt und in 
welchem Zeitausmaß sie sich engagieren können. Das ist individuell ganz unterschiedlich und wird flexibel angepasst. Grundsätzlich ist jede Form – egal ob langjährige Mitarbeit oder nur stundenweise für ein Kurzprojekt – unglaublich wertvoll und ein großartiger Beitrag zur Gesellschaft.

Sind die Salzburgerinnen und Salzburger sehr engagiert? Steigt das Interesse an Freiwilligenarbeit?
Man merkt schon, dass in Salzburg eine große Hilfsbereitschaft da ist, auch was die jetzige Corona-Krise betrifft. Das Diakoniewerk Salzburg hat in Kooperation mit der Stadt Salzburg und der ÖH-Salzburg das Projekt „Salzburg gehört zusammen“ ins Leben gerufen, ein Nachbarschaftshilfeprojekt für Seniorinnen und Senioren, Menschen, die aufgrund von Vorerkrankungen derzeit ihr Zuhause nicht verlassen können oder möchten, Menschen in einem systemerhaltenden Beruf, Alleinerziehende und Familien.
Innerhalb kürzester Zeit haben sich über tausend Menschen gemeldet, um ihre Hilfe anzubieten. Das war sehr bemerkenswert und ist ein Zeichen großer Solidarität.

Wer meldet sich bei Ihnen, um Freiwilligenarbeit zu leisten?
Früher gab es die Tendenz, dass sich eher ältere Leute engagiert haben, also Menschen, die in Pension gegangen sind und sich aber trotzdem weiterhin in der Gesellschaft einbringen wollten. Man merkt aber zunehmend, dass sich immer mehr jüngere Menschen engagieren und auch vermehrt Berufstätige. Und genau das finde ich so großartig, dass auch Menschen, die im Berufsleben stehen, sich durch Freiwilligenarbeit engagieren und diese im Alltag integrieren möchten.

Warum ist Freiwilligenarbeit so wichtig? Gibt es einem auch etwas zurück?
Eine große Motivation für die Freiwilligen ist die Suche nach Sinn und Selbstbestimmung. Wenn man sich unentgeltlich freiwillig in der Welt einbringt, kann das ziemlich glücklich machen. Das kann oft ein Angestelltenverhältnis gar nicht kompensieren. Qualitäten, Talente und Fähigkeiten, die man hat und die im eigenen Job manchmal nicht gefragt sind, einzubringen – das ist eine gute Möglichkeit und kann sehr erfüllend sein. Unser Leitsatz lautet: „Helfen verbindet“. Freiwilligenarbeit verbindet mit anderen Menschen. Und das hat einen großen Mehrwert!

Was ist der Salzburger Freiwilligentag und wann findet er 2020 statt?
Der Salzburger Freiwilligentag ermöglicht Interessierten, in unterschiedliche Projekte von verschiedenen Organisationen hineinzuschnuppern. Dadurch verschafft man sich einen guten Überblick und kann so herausfinden, wo man sich eventuell einbringen könnte. Geplant war für heuer eine Freiwilligenwoche. Aufgrund der Corona-Krise ist jetzt aber noch vieles in Planung und in Ausarbeit. Daher ist ein konkreter Termin für die diesjährige Freiwilligenwoche noch offen.

Wie finanziert sich das FWZ?
Einerseits durch die Landesförderung vom Land Salzburg und andererseits durch die vier Organisationen, die Mitglieder im FWZ Salzbug sind: das Diakoniewerk, die Caritas, der Samariterbund und das Hilfswerk Salzburg.

Was wünschen Sie sich für das FWZ Salzburg für die nächsten Jahre?
Ich sehe das FWZ Salzburg in Zukunft als Kompetenz-Zentrum in Salzburg. Ich möchte die Freiwilligenarbeit im sozialen 
Bereich im Bundesland 
Salzburg etablieren. Es gibt bereits einen lebendigen Austausch mit engagierten Menschen, und man merkt, dass das Thema Freiwilligenarbeit für viele ein Herzensthema ist. Auf diesen spannenden Austausch freue ich mich schon sehr!