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Lifestyle | 02.05.2021

Heute schon gelacht?

Ha-Ha-Happy: Am 2. Mai ist Weltlachtag. Dieser Tag wurde von Madan Kataria, dem Gründer der weltweiten Lachyoga-Bewegung, ins Leben gerufen. Die Feier des Weltlachtags soll den Weltfrieden verkörpern und hat das Ziel, ein globales Bewusstsein der Freundschaft durch das Lachen zu erreichen. Wir wollten mehr über Lachyoga erfahren und haben uns dazu mit der Salzburger Yogalehrerin Marie-Christine Pham-Funk getroffen und uns über die Vorteile dieser besonderen Yogaart unterhalten.

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(c) Marie-Christine Pham-Funk

Marie-Christine Pham-Funk ist Tanzpädagogin und unter anderem Trainerin für Lachyoga. Für sie ist Lachyoga eine wunderbare Möglichkeit, mehr Lebensfreude zu entwickeln, das Immunsystem zu stärken und bei alledem einfach nur Spaß zu haben. Auch ohne Grund.

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(c) Marie-Christine Pham-Funk

Unser look! Salzburg: Frau Pham-Funk, was genau ist Lachyoga und woher kommt diese Form von Yoga?
Marie-Christine Pham-Funk: Lachyoga ist ein einzigartiges Körpertraining, mit dem jeder Mensch ohne Grund lachen kann. Es braucht dazu keinerlei Witze, Humor oder Komödie. Wir beginnen das Lachen als eine Übung in einer Gruppe. Lachyogaübungen sind eine Kombination aus Klatsch-, Dehn- und Atemübungen, verbunden mit pantomimischen Übungen, die zum Lachen anregen. Über den Augenkontakt und die spielerischen Elemente wird es leicht, vom zunächst willentlichen in das freie herzliche Lachen und in einen Zustand kindlicher Verspieltheit zu gelangen. Der Grund, warum es LachYOGA heißt, ist, weil Lachübungen mit tiefer Yogaatmung kombiniert werden. Dadurch werden die Körperzellen mit mehr Sauerstoff versorgt und die Bronchien durchlüftet. Mehr Sauerstoff führt zu einer besseren Durchblutung und der Körper wird gereinigt. Beides verschafft mehr Energie, und man fühlt sich vitaler und gesünder! Das Konzept des Lachyogas basiert auf der wissenschaftlichen Tatsache, dass der Körper nicht zwischen simuliertem und echtem Lachen unterscheiden kann. Der physiologische und psychologische Nutzen ist der gleiche.
Lachyoga wurde 1995 von einem indischen Arzt, Dr. Madan Kataria und seiner Frau Madhuri Kataria mit drei weiteren Teilnehmern in einem Park in Mumbai ins Leben gerufen. Diese Methode hat sehr schnell die ganze Welt erobert. Inzwischen gibt es in über 110 Ländern Tausende Lachclubs, die Lachyoga anbieten. Seit März 2020 gibt es diese auch online via Zoom oder Skype, was ermöglicht, Lachyogis auf der ganzen Welt kennenzulernen.
Neben den Lachclubs wird Lachyoga auch in Unternehmen, Fitnesscentern, Yogastudios, Seniorenresidenzen, Schulen, Universitäten, Kindergärten, Kliniken und sogar in Gefängnissen praktiziert.


Was ist das Besondere daran?
Mit Lachyoga lernt man unabhängig von äußeren Umständen zu lachen! Es ist eines der schnellsten und effektivsten Methoden, seine Stimmung zum Positiven zu verändern. Beim Lachen werden im Gehirn Glücksbotenstoffe, wie beispielsweise Serotonin, freigesetzt. Dadurch fühlt man sich gut, und mit guter Laune gelingt alles leichter! Lachyoga ist außerdem ein gutes Herz-Kreislauf-Training. Es steigert die Nettozufuhr von Sauerstoff, was zu verbesserten Leistungen führt. Man fühlt sich energiegeladen und kann länger konzentriert arbeiten. Lachen ist eine dynamische Meditation: Wenn man lacht, kann man nicht denken. So wird dem Geist ermöglicht, zur Ruhe zu kommen. Neue Perspektiven und kreative Lösungswege kommen ans Licht und dürfen ihren Platz finden.


Wie sind Sie dazu gekommen, diese Form von Yoga anzubieten?
2017 war es an der Zeit, etwas Neues auszuprobieren. Zufällig entdeckte ich im Internet einen Artikel über Lachyoga, und ich erinnerte mich an meine Asienaufenthalte, wo ich auch schon mit Lachyoga in Berührung gekommen war. Grundlos lachen? Geht das überhaupt? Neugierig suchte ich nach einem Kurs, fand jedoch nur ein Inserat für die Ausbildung zur Lachyoga-Trainerin, die eine Woche später stattfinden sollte. „Ahahaaa“, dachte ich, „dann mach ich es halt gleich professionell!“ Ich erlebte ein tolles Fortbildungswochenende und merkte, wie wenig ich zuvor gelacht hatte. Es tat so gut, mich innerlich wieder frei zu fühlen!
Lachyoga ist eine geniales Training, um blitzschnell Energie zu tanken, Sorgen hinter sich zu lassen und zu entspannen. Es ist so unglaublich einfach, weil man nichts dazu braucht! Ich gebe zu, die ersten Male muss man sich überwinden, man kommt sich blöd vor, aber nach kurzer Zeit vergeht dieses Gefühl, und du spürst die wunderbaren Auswirkungen auf Körper, Geist und Seele.
Meine Mission ist es, möglichst viele Menschen mit Lachyoga zu erreichen und dazu beizutragen, die Welt zu einem friedlicheren Ort zu machen. „Friede beginnt mit einem Lächeln“, sagte Mutter Teresa. Seit über 300 Tagen lache ich täglich eine Minute für den Weltfrieden und poste ein Video davon in den sozialen Medien. Dadurch erreiche ich Menschen auf der ganzen Welt, die auch gerne zu mir in den Online-Lachclub kommen. Die Welt braucht „good vibes“ mehr denn je, und ich bin davon überzeugt, dass jeder und jede einzelne dazu beitragen kann, das eigene Umfeld positiv zu beeinflussen. Denn: Gute Laune und ein Lächeln sind die perfekte Mischung für ein freudiges Miteinander!


Ist Lach-Yoga für jede und jeden geeignet?
Generell kann jeder Mensch Lachyoga praktizieren, der die Bereitschaft zu lachen mitbringt. Ich rate davon ab, wenn jemand keine körperlichen Anstrengungen ausüben darf, beispielsweise nach weniger als drei Monaten zurückliegenden Operationen. Auch wenn man an einem Bandscheibenvorfall, Zwerchfell- oder Rippenbruch leidet, sollte man auf Lachyoga verzichten. Lachyoga ist nicht geeignet am Beginn und am Ende einer Schwangerschaft, bei akuten Herz- und Atemwegserkrankungen, bei Bluthochdruck, Harn- und Stuhlinkontinenz, schweren psychischen Problemen, die die Einnahme von Psychopharmaka erfordern oder die die Wirklichkeitswahrnehmung 
beeinträchtigen. Lachyoga ist zudem kein Ersatz für Psychotherapie oder ärztliche Behandlung. Es 
dient vielmehr zur Gesundheitserhaltung beziehungsweise -vorsorge!