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Lifestyle | 10.03.2020

Kunst als 
Lebensgefühl

Künstlerin, Designerin, Model und Mutter – Andrea Maria Reiser ist eine Frau mit vielen Facetten. Wir von Unser look! Salzburg haben uns mit der kreativen Powerfrau auf ein Gespräch in ihrem Atelier getroffen, wo sie uns Einblicke in ihr Leben und ihr künstlerisches Schaffen gab.

Bild Mag. Reiser-0533.jpg
(c) Thomas Kirchmaier

Die Kunst der Vielfalt – so lautet das Lebensthema der Künstlerin Andrea Maria Reiser (www.AMR-ART.com). Nach ihrer Ausbildung zur Textildesignerin studierte sie 
Bühnen- und Kostümbild sowie Theatermalerei am Mozarteum in Salzburg. Das Spektrum ihrer Werke reicht von Malerei, die durch Farbenfreude mit Herz beeindruckt, über Mobiles, die einen Balanceakt der Leichtigkeit und Transparenz vollführen, bis hin zu 
Teppich- und Designkreationen, die sie seit vielen Jahren nach Nepal führen. 
Die Künstlerin arbeitet in ihrem Atelier in der Salzburger Jakob-Auer-
Straße und wird von ihren drei Kindern kreativ begleitet. 
Die Werke der Künstlerin präsentieren sich vielfältig in Ausstellungen. Aktuell seit Februar in der Alten Residenz Salzburg im Fischbrunnensaal.



Unser look! Salzburg: Frau 
Reiser, was bedeutet Ihnen Kunst?
Andrea Maria Reiser: Kunst war immer schon ein Lebenselixier und ist für mich überlebensnotwendig. Kunst ist auch eine Form von Meditation. Ich bin grundsätzlich kein geduldiger Mensch, aber mit Kunst kann ich mich stundenlang beschäftigen.


Voriges Jahr feierten Sie Ihren 60. Geburtstag. Gibt es etwas, das Ihnen im Leben jetzt wichtiger ist als früher?

Ich vertraue heutzutage viel mehr auf meine Intuition und bin 
gelassener als früher. Ich merke, dass mir 
manches mehr zu Herzen geht und mich betroffener machen. Ich ziehe mich auch immer mehr von Dramen zurück – auch wenn es nicht immer ganz 
meinem Naturell entspricht. Aber wenn ich merke, dass mir etwas an die 
Substanz geht, nehme ich mich zurück. 
Zeitqualität ist mir ebenfalls sehr 
wichtig, im Moment zu leben, sich selbst zu spüren. Früher hatte ich viele Bedürfnisse abzudecken: Kinderbetreuung, Haushalt, 
Karriere, Verpflichtungen. Jetzt darf ich mir Raum geben und schauen, was 
alles auf mich zukommt. Es ist das erste Mal nach 30 Jahren, dass ich mir nun 
erlaube, mir selbst die Zeit zu geben, die ich brauche, um mir bewusst Freiheiten zu nehmen. 


Neben der langjährigen Tätigkeit als Künstlerin sind Sie 2016 mit dem Designprojekt Reiser Artbag „Jungunternehmerin“ geworden. Welchen Ratschlag können Sie Künstlerinnen und Künstlern geben, die sich selbstständig machen möchten?

Man sollte seiner eigenen Stimme folgen und sich aber auch im System, in dem man sich bewegt, auskennen. Das heißt, man sollte unbedingt gut informiert sein. Wenn man sich seinen Weg klar vorstellt und gut vorbereitet ist, ist man gewappnet. Und es ist hilfreich, wenn man ein Umfeld hat, das einem wohlgesonnen ist. Kritiker gibt es ja viele, aber man braucht auch Menschen um sich, die einem Mut 
machen.


Sie sind Präsidentin des Vereins der Freunde des Raphael Hospiz. 
Auch hier haben Sie Ihre Ideen umgesetzt. Inwiefern?

Ich war der Meinung, dass wir mit dem Hospizgedanken vermehrt in die Öffentlichkeit müssen. Einfach auch aus dem Grund, um den Menschen die Angst zu nehmen hinzuschauen und sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Wir organisieren zweimal im Jahr eine Veranstaltung – einmal im Schloss Leopoldskron und einmal im Hospiz, die immer ausgebucht ist. Durch diese Arbeit im und für das Hospiz habe ich gelernt, was mir im Leben viel bedeutet und dass ich Dinge nicht aufschiebe.
Ein gutes Lebensgefühl zu haben und den Moment zu genießen ist mir 
wichtig.



Welche Ideen oder Projekte möchten Sie in nächster Zeit verwirklichen?

Ich komme soeben aus Spanien, wo ich am Strand ein Mandala gezeichnet habe. Daher möchte ich in meine zukünftigen Projekte Natur und 
Naturmaterialien mit einfliessen lassen. Federn, Blätter, Sand – das alles ist von unserer Erde und hat Energie und Ausstrahlung. Natur ist eine große Kraftquelle und lässt auch ein Kunstobjekt wachsen und authentisch sein.