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Lifestyle | 10.02.2018

Liebe geht durch den Magen

Das hat sich die Event- und PR-Managerin Margit Skias auch gedacht. Und kürzlich den ersten „Dating&Dinner-Abend“ in Salzburg organisiert, bei dem sich Singles zum gemeinsamen Kochen, Essen, Genießen und Flirten trafen.Wir von look! Salzburg waren mit dabei, schwangen die Kochlöffel und plauderten mit den Teilnehmern.

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Fotocredit: Thomas Kirchmaier

Die Location hipp, die Stimmung locker. Fast hat man das Gefühl, eine Runde Freunde, die sich schon lange nicht mehr gesehen haben, verbringen hier einen unbeschwerten Abend beim gemeinsamen Kochen. Doch ganz so ist es nicht. Die Menschen, die hier aufeinandertreffen, kennen einander kaum oder gar nicht. Das einzige, was sie verbindet, ist ihr Single-Status, ihre Liebe zum Genuss und ihre offene und kommunikative Art, auf Menschen zuzugehen. In der stylischen Pop-up-Küche einer Werbeagentur im angesagten Andräviertel wird geplaudert, gelacht, gekichert und schon mal ein bedeutungsvoller Blick ausgetauscht. „Die Mischung zwischen Dinner und Dating garantiert eine lockere Atmosphäre, in der man leicht Gleichgesinnte oder sogar eine neue Liebe kennenlernen kann“, erzählt Initiatorin und Gastgeberin Margit Skias von ihrer Idee. 


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Fotocredit: Thomas Kirchmaier

Das Liebesmenü. Und weil die Amore aus Italien kommt, steht beim ersten Dinner-Date ein italienisches Vier-Gänge-Menü auf dem Programm. Nach dem Genuss eines feinen Antipasti-Mixes, den die leidenschaftliche Hobbyköchin Margit Skias bereits vorbereitet hatte, geht es ans gemeinsame Kreieren der weiteren Gänge. Als „Primo Piatto“ kommen Bruschette (belegte, geröstete Weißbrotscheiben) auf den Tisch und zwar in den kreativen Varianten mit Rucolapesto, Ricotta, Feige und Thunfisch. Als Hauptgang gibt es Pasta – what else – und zwar mit Tomatensauce und Chili-Knoblauch-Garnelen. Den krönenden Abschluss macht ein Gaumenschmeichler der besonderen Art: Tiramisu à la Margherita. Die Rezepte bekommen die Teilnehmer natürlich mit nach Hause. 


Der Liebestrank. Auch beim Wein lässt sich die Feinschmeckerin nicht lumpen. Nur das Beste kommt auf den Tisch, wie der Weißwein zum Hauptgang mit dem besonderen Namen „Est! Est! Est!“ aus Montefiascone. „Der Überlieferung nach soll im Jahr 1111 ein deutscher Prälat namens Johannes Fugger auf seinem Weg nach Rom einen Diener vorausgeschickt und beauftragt haben, bei allen Gasthöfen mit gutem Wein das Wort „est“ an die Tür zu schreiben. Dem Diener schmeckte in Montefiascone der Wein so gut, dass er gleich dreimal „est“ anschrieb“, erzählt Kommunikationsexpertin Skias beim Öffnen des Weines.



Das Detail macht den Unterschied. Dass Skias auch Eventmanagerin ist, lässt sich kaum verbergen. Locker in der Art, unkompliziert und neugierig lässt sie sich auf ihre Gäste ein und steckt diese mit ihrer guten Laune an. So ungezwungen sie in ihrer Art ist, so akribisch ist sie in der Vorbereitung und der Planung der Events. Jedes Detail der Dekoration ist liebevoll ausgesucht und platziert. Der Tisch, an dem die Gäste Platz finden, ist ein Designerstück von Stefan Knopp. Dieser Tisch begleitet sie durch ganz Österreich. Wo auch immer sie kocht und Gäste bewirtet, ist das Unikat stets dabei. „Für mich spielt der Tisch als Ort der Kommunikation und genussvollen Begegnung eine wesentliche Rolle“, so Skias.



Und Action. Beim Kochen selbst packen alle Teilnehmer fleißig mit an. Beim gemeinsamen Schneiden, Mixen und Dekorieren der Speisen kommt man sich rasch näher. Rund 20 Teilnehmer im Alter von 30 bis 62 Jahren versammeln sich in der top ausgestatteten Küche, krempeln die Ärmel hoch, stoßen nochmal auf den Abend an und legen los. 
Unter ihnen Thomas Willig. Der 32-jährige Deutsche aus Rostock ist seit rund einem halben Jahr aus den USA zurückgekehrt und „möchte Kontakte knüpfen“, wie er sagt. Er ist grundlegend offen und lernt gern neue Leute kennen. Auch das Kochen bereitet ihm großen Spaß. In seiner Zeit als Junggeselle hat er sich mit dem Kochen beschäftigt, dabei wurde ihm schnell klar, dass das gemeinsame Zubereiten von Speisen „etwas sehr Herzliches“ ist. Keine Küchenarbeit scheint ihm zu minder, und so ist er es, der den doch ziemlich unbeliebten Job des Zwiebelschneiders übernimmt. „Im Laufe des Abends haben sicher fünf Kilogramm Zwiebeln dran glauben müssen“, sagt der sympathische Deutsche augenzwinkernd. Die Schärfe der frisch geschnittenen Zwiebel treibt Thomas die Tränen in die Augen. Trotzdem versucht er, tapfer zu lächeln. Immerhin heimst er für seine absolut profimäßige Zwiebelhacktechnik gebührend Lob der anwesenden Damenwelt ein. Wo er so gut kochen gelernt habe, wollen einige Teilnehmerinnen von ihm wissen. „Das ist doch keine große Kunst“, antwortet der sympathische Deutsche bescheiden. Understatement scheint seine Devise zu sein, die gut bei den Damen ankommt. Am Tischende geht es da schon etwas selbstbewusster zu. „Weißt du, wie viel ich pro Tag verdiene?“, will ein arrivierter Herr im stylischen Outfit, der als Senior-Model jobbt, von der Mittfünfziger-Blondine neben ihm wissen. „10.000 Euro“, beantwortet er selbst seine Frage. Ziemlich unbeeindruckt retourniert die Dame schlagfertig: „Und? Warum erzählst du mir das?“ Autsch. Eigentor. Ja, auch das gehört zu einem Dating-Abend dazu.

Eine Frau, die weiß, was sie will. Mit von der Partie ist auch Elfy Walch. Sie ist wie Margit Skias ebenfalls Kommunikationsexpertin und kennt die Organisatorin schon aus Studienzeiten. Seit dreieinhalb Jahren ist die lebenslustige Frau Single. Und offen für Neues. Was in beziehungstechnischer Hinsicht manchmal gar nicht so einfach zu sein scheint. Sie bringt einen Vergleich. „Kürzlich meinte eine Freundin, dass es wohl für eine 50plus-Akademikerin leichter wäre, von einem Tiger in der Wüste gefressen zu werden als nach einer Trennung im mittleren Alter wieder einen adäquaten Partner zu finden. Aber die Hoffnung stirbt zuletzt, jene Freundin – selbstständig erfolgreiche Frau um die 50 mit Uniabschluss – lebt seit Kurzem nach acht Jahren Singleleben nun wieder in einer äußerst glücklichen Beziehung“, lacht Elfy Walch zuversichtlich. Sie ist eine Strahlefrau, die weiß, was sie will. „Ich bin auf der Suche nach einem Mann, mit dem ich mich geistig, emotional und körperlich gut verstehen und austauschen kann. Ein Mann, der fähig ist, seine Gefühle zu artikulieren, und der in der Lage ist, mit unterschiedlichsten Facetten des Lebens umzugehen – mit schwierigen genauso wie mit schönen“, so Walch. Ob sie den beim Dating-Dinner finden wird? Man weiß es nicht. Aber den gemeinsamen Kochabend im Kreise lustiger und lebensfroher Singles findet sie allemal „besser als jeden Smalltalk im Web“.


Nachdem das Pilotprojekt so harmonisch und stimmig verlaufen ist und sich beim ersten Dating-Dinner bereits das eine oder andere Paar gefunden hat, plant Skias eine Fortsetzung des Formats am 10. Februar. Ein Format, das der Organisatorin selbst auch das große Liebesglück beschert hat: Im Zuge der Planung und Vorbereitung des Events lernte sie ihren Lebenspartner kennen. „Mein eigenes Projekt hat mir indirekt eine neue Liebe geschickt – einen Manager, der mir beim Businessplan behilflich war. Und offensichtlich war dieser Mann nicht nur vom Konzept, sondern auch von mir begeistert“, erzählt Skias strahlend. Offen berichtet sie von ihren Erfahrungen der Partnersuche im mittleren Alter: „Auch ich war auf zwei Partnerportalen – alles in allem sehr enttäuschend! Die Attribute, die Mann und Frau auf diesen Portalen von sich geben, entsprachen oft nicht der Realität.“ Geprägt von diesen Erfahrungen entstand die Idee der Dating-Dinners. „Ich dachte mir, dass man einen stilvollen Partner am ehesten beim Essen, Kochen und Genießen kennenlernt. Menschen, die genießen und kochen können, sind auch leidenschaftlich.“

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Fotocredit: Thomas Kirchmaier