Loading…
Du befindest dich hier: Home | Lifestyle

Lifestyle | 10.09.2018

Salzburg jazzt!

Das Jazz­it hat sich über die Jahre zu einem international bekannten „Musik Club“ entwickelt. Wir haben mit dem künstlerischen Leiter Andreas Neumayer unter anderem darüber gesprochen, auf welche Highlights sich die Salzburger in diesem Herbst freuen dürfen

Bild Neumayer Jazzit (2 von 3).jpg (1)
Credit: Thomas Kirchmaier

Am 15. Februar 2002 wird der „Jazzit:Musik:Club“ in der Elisabethstraße eröffnet. Somit hat der Jazz in Salzburg ein ganzjähriges Zuhause gefunden; Konzerte, Jamsessions und andere Veranstaltungen können nun an einer fixen Spielstätte mit eigener Infrastruktur durchgeführt werden. Vorher war das Jazzit 20 Jahre lang ohne eigene Spielstätte Gast in verschiedenen Kulturstätten Salzburgs: Petersbrunnhof, aber auch Rockhouse, Stadtkino, Gegenlicht, Mozarteum, Das Kino, Trumer Bierkeller und ORF-
Landesstudio waren immer wieder gern bespielte Stationen. Zuletzt wird das Kulturgelände Nonntal zum ständigen und geschätzten Gastgeber. Walter Struger, Initiator und langjähriger Leiter von „Jazz im Theater“, übergab 1990 seine Funktion an Andreas Neumayer, den heutigen Geschäftsführer und künstlerischen Leiter des Jazzclubs Jazzit.

look! Salzburg: Herr Andreas Neumayer, was ist Ihre Aufgabe als Geschäftsführer und künstlerischer Leiter des Jazzclubs Jazzit?
Andreas Neumayer: Ich habe das Jazzit aufgebaut mit Leuten, die anfangs ehrenamtlich gearbeitet haben. Inzwischen sind wir ein kleines Team, zusammen managen wir die rund 270 Veranstaltungen im Jahr. Es gibt also viel zu tun! Natürlich ist meine Hauptaufgabe die Programmgestaltung. Wir versuchen mit unseren Workshops und Konzertprogrammen, ein breit gefächertes Publikum zu erreichen, das heißt Jugendliche, Studenten, Erwachsene.

Wenn Sie auf die letzten Jahrzehnte zurückblicken, was waren Ihre größten Erfolge, worauf sind Sie besonders stolz?
Alleine, dass das Jazzit sich so gut entwickelt hat – wir werden in den letzten Jahren vom amerikanischen Downbeat Magazine unter den besten Jazzclubs weltweit gereiht. Das ist eine große Ehre für mich. Vor allem, wenn man bedenkt, dass einige am Anfang, als wir das Jazzit eröffnet haben, nicht sehr an den Erfolg glaubten. Wir haben uns als Kulturstätte in Salzburg wirklich gut entabliert. Auch dass international erfolgreiche Musiker bei uns anfragen, spricht für sich.

Welche Musik hören Sie privat am liebsten?
Ich bin immer auf der Suche nach Neuem, fahre auf Festivals. Ich komme aus dem Jazz-Avantgarde-Bereich, aber ich bin sehr offen. Ich höre gerne auch klassische Musik.

Wie wählen Sie die Künstler für Ihre Programme aus?
Wir haben als Jazzclub gestartet, aber wir wollten natürlich auch die alternative Jugendkultur mit einbringen. Wir haben zum Beispiel jede Woche unsere Dienstag-Sessions, bei denen lokale Bands auftreten. Das ist auch unser Steckenpferd, denn es ist jede Woche voll! Generell ist es so, dass ich in diesem Bereich natürlich viele kenne, da ich bereits seit 30 Jahren hier arbeite. Unser Hauptprogramm sind die Konzerte – da bedienen wir verschiedene Schienen, es ist eine gute Mischung an Musikern. Wir geben vorrangig auch den lokalen Bands die Chance, hier zu spielen. Junge Musiker aus Salzburg, aber auch internationale Künstler, wie einer der größten Jazzmusiker überhaupt, Pat Metheny.

Wie wird das Jazzit finanziert?
Zum Teil werden wir gefördert und zum anderen Teil natürlich durch die Konzerteinnahmen. Auf welche Veranstaltungen können sich die Salzburger im Herbst freuen? Was sind die Highlights?Unsere Gäste erwartet ein abwechslungsreiches Herbst-Programm, unter anderem „Klub Melange“ (Elektro Guzzi) und bereits zum vierten Mal das Festival „Take the A-Train“ im September.

Der Jazzclub Jazzit startete mit November 2014 die neue Musikvermittlungsreihe „Jazz’s cool“, die sich an junge Menschen zwischen 12 und 18 Jahren wendet. Was können die Jugendlichen hier erwarten?
Das ist ein Musikvermittlungsprojekt, das sich an Jugendliche richtet. Es kommen Schulklassen zu uns. Das heißt, es findet ein- bis zweimal im Monat der Musikunterricht hier statt. Sechs Profi-Musiker erklären in einer Stunde die Geschichte des Jazz spielerisch. Es gibt seit letzten Herbst auch eine Konzertreihe für Jugendliche. Das ist eine Mischung aus einer Liveband und elektronischer Musik, wie beispielsweise die Band „Neuschnee“. Von den Jugendlichen wird das sehr gut angenommen.

Wo sehen Sie das Jazzit in den nächsten Jahren? Gibt es bereits konkrete Pläne?
Ich sehe das Jazzit nach wie vor als wichtigen Platz in der Stadt Salzburg und hoffe natürlich, dass wir weiterhin viele Musikliebhaber mit unserer Institution begeistern können. Natürlich denke ich auch schon langsam an die Übergabe meiner Funktion an einen Nachfolger, das wird eventuell in fünf Jahren so weit sein. Ich blicke aber sehr positiv in die Zukunft, auch was die Besucherzahlen betrifft.