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Lifestyle | 15.02.2021

Unser Immunsystem liebt Waldbaden und Krenbrot

Als Kräuterkundige gibt uns Doris Kern aus dem Thalgau wertvolle und einfache Ratschläge, mit denen wir unsere Abwehrkräfte stärken können.

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(c) Maria Binder

Es gibt Menschen, von denen sagt man, sie seien breit aufgestellt, man sagt auch, das seien Multitalente. Doris Kern aus dem Thalgau ist so ein Beispiel. Eigentlich wollten wir von der Kräuterkundigen nur ein paar Ratschläge, wie man in Zeiten wie diesen das Immunsystem stärken kann. Doch bevor wir tief im alten Wissen wurzelten, verriet sie ihren alltäglichen Beruf, mit dem sie ihre Brötchen verdient. Und da staunten wir nicht schlecht. Als IT-Projektmanagerin in Fuschl am See taucht sie tief in die Welt der neuen Technik ein. Wie kann man Kräuterwissen und IT-Knowhow im Alltag kombinieren? „Auch wenn dies im ersten Moment als nicht zu vereinender Gegensatz erscheint, lässt sich beides gut verbinden“, sagt Doris lächelnd und erzählt gerne von ihrem „Doppelleben“ und noch lieber von ihrer Familienbande: „Ich bin sehr naturverbunden aufgewachsen. Meine Mama versorgte uns vom Frühling bis in den Herbst mit Gemüse aus unserem wunderbaren Garten. Mit Kartoffeln und Kraut ernährten wir uns bis in den Winter. Meine Oma hat immer aus Kräutern Salben gemacht und mein Papa ist oft mit mir in den Wald gegangen und hat mir alles von den Bäumen gelernt. So habe ich von jedem Familienmitglied eine Portion mitbekommen.“

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(c) Maria Binder

Zurück zu den Wurzeln. Doch wie eben der Lauf des Lebens so manches verändert, schlug Doris in der Pubertät einen Weg fern von Wald und Wiese ein und studierte eifrig Informatik: „Zu dieser Zeit hat mich alles Technische angesprochen“, sagt sie. Mit ihrem Job als IT-Projektmanagerin verbringt sie täglich viele Stunden am Computer, und so kam es, dass der Wunsch nach einem Ausgleich auftauchte: „Bei der Arbeit am PC kann man nichts Reales angreifen, mir hat das Handwerkliche gefehlt. So hab ich zuerst nebenbei angefangen, Dirndln zu nähen, und bin dann bei der Naturkosmetik gelandet“, lacht Doris und erzählt begeistert von ihrem ersten selbergemachten Lippenbalsam. Dieses Hobby hat ihr derart gemundet, dass sie schließlich mit Begeisterung ihre eigenen Pflegeprodukte herstellte: „Für mich war es faszinierend, als ich entdeckte, dass ich alle meine Pflanzen aus dem Garten einarbeiten kann“, schwärmt sie. So machte sie neben ihrem IT-Job eine fundierte Ausbildung als Kräuterexpertin, die auch ihrem Liebsten zugutekommt. „Anfangs ist er zwar immer skeptisch, aber wenn es dann wirkt, fragt er immer, ob er noch was davon haben kann“, schmunzelt Doris.

Dufte Nadeln. Heute wollen auch wir mehr von ihr erfahren, denn gerade in dieser außergewöhnlichen Zeit müssen wir darauf achten, unser Immunsystem zu stärken, damit wir trotz Einschränkungen ein gutes Leben führen können. Dass dabei schon ganz einfache Dinge helfen, davon ist Doris überzeugt. „Ein täglicher Spaziergang an der frischen Luft stärkt unser Abwehrsystem: „Am wirkungsvollsten sind Wanderungen durch den Wald, um die ätherischen Öle der Bäume einzuatmen. Die Duftstoffe, mit denen die Bäume sogar untereinander kommunizieren, sind in den Nadeln, in der Rinde, in allen Teilen des Baumes. Wenn die Sonne so richtig stark auf die Nadeln scheint, sollte man innehalten und kräftig durchatmen, dann wird man spüren, welche kraftvolle Energie uns die Bäume geben. In manchen Ländern nennt man das Waldbaden, das wird sogar medizinisch verordnet. Es gibt sogar Studien, dass dabei der Stress-Level messbar sinkt. Und wenn wir den Stress reduzieren, wird unser Immunsystem gestärkt“, weiß Doris Kern.
Ein Auge auf die eine gesunde Ernährung zu werfen ist ebenso wichtig wie Bewegung. Dass uns Doris’ Ratschlag, regelmäßig frischen Kren zu essen, zu Tränen rührt, liegt an den Senfstoffen in der würzigen Wurzel. „Der Kren wird oft unterschätzt. Dieses wertvolle Gemüse wirkt wie ein natürliches Antibiotikum, enthält viele Vitamine und putzt unsere Lunge und die Bronchien so richtig durch. Am besten gibt man den frisch geriebenen Kren einfach auf ein Butterbrot“, rät Doris und entschwindet in ihrer Hexenküche, um ein wahres Wundermittel, das „Wald-Oxymel“, fürs Immunsystem zuzubereiten.