Loading…
Du befindest dich hier: Home | Lifestyle

Lifestyle | 03.05.2018

Vergangenheit 
war damals!

Wir haben den Salzburger Autor Ernold Prinz zu seinem neuen Buch „Vergangenheit war damals – hör auf zu jammern“ interviewt und darüber gesprochen, was man selber tun kann, um im Alltag glücklicher zu sein, und wie man notorischen Jammerern am besten begegnet.

Bild Hr. Prinz (3 von 5).jpg (1)
Credit: Thomas Kirchmaier

Dem in Salzburg lebenden Buchautor Ernold Prinz war sein nun bereits zweites Buch eine Herzensangelegenheit. Mit „Vergangenheit war damals – hör auf zu jammern“ spricht er auf provokante Art an, wie man am besten aus seiner Komfortzone aussteigt und sich mit den eigenen Ängsten konfrontiert, anstatt ständig zu jammern und in der Vergangenheit hängen zu bleiben.

 

look! Salzburg: Herr Ernold Prinz, was möchten Sie mit Ihrem Buch vermitteln beziehungsweise was kann sich der Leser von Ihrem Buch erwarten?

Ernold Prinz: Das Buch ist mitten aus dem Leben gegriffen. Wenn man sich in seinem Umfeld umsieht, merkt man, wie viel eigentlich gejammert wird. Sei es im politischen Bereich oder im privaten Bekannten- oder Freundeskreis. Natürlich – wir haben alle unsere Vorgeschichte, aber viele übersehen, dass wir selber auch einen Anteil an unserer jetzigen Situation haben. Die Vergangenheit klingt eben stark nach. Viele Muster, die wir als Kind übernommen haben, übertragen wir oft unbewusst ins Erwachsenenleben. Wenn man etwas ändern möchte, sollte man nicht die Verantwortung an die Vergangenheit abgeben, sondern sie bewusst ins Jetzt holen. Veränderungen fangen also nicht woanders, sondern immer bei einem selber an. Jeder ist seines Glückes Schmied!

Ab wann macht uns Jammern unglücklich?


Jammern ist menschlich. Vielmehr stellt sich die Frage: Was bringt es mir? In der Regel bringt es mich nicht weiter. Im Zuge meiner Ausbildung zum psychologischen Berater und meiner Recherchen habe ich herausgefunden, dass Jammern immer etwas mit unterdrückter Aggression zu tun hat, weil gewisse Wünsche und Vorstellungen nicht erfüllt werden. Man hofft, dass andere einem diese verwirklichen. Und im Leben ist es eben so, dass es nicht die anderen sind, sondern man muss zumindest seinen Teil dazu beitragen.

Was kann man tun, damit man im Alltag glücklicher ist?


Wichtig ist, dass man seine Gefühle und Bedürfnisse kennt und darauf eingeht. Vor allem, dass man diese klar ausspricht und sichtbar macht. Denn Aussagen wie „Ich habe immer nur Pech im Leben“ oder „Das passiert immer nur mir“ sind sehr schwammige Formulierungen und es stecken meist sehr tiefgründige Bedürfnisse und Ängste dahinter. Es ist unangenehm, sich damit auseinanderzusetzen, aber nur so kommt man weiter. Also kopfüber in die Angst eintauchen und ehrlich dazu stehen! Wir Menschen sind offenbar so gestrickt, dass wir zuerst eine gewisse Schmerzgrenze erreichen müssen, bis wir in die Gänge kommen. Wenn man immer wieder in eine ähnliche Situation gerät, sollte man sich schon überlegen, welchen Anteil man selbst daran hat, bevor man die Schuld bei etwas oder bei jemand anderem sucht. Das ist mitunter lebenslanges Lernen.

Steckt manchmal nicht auch eine gewisse Bequemlichkeit dahinter, sich nicht mit den eigenen Ängsten auseinanderzusetzen?


Klar, Verantwortung abzuschieben, ist immer einfacher und mit weniger Aufwand verbunden. Hinzu kommt, dass man Angst hat, eigene Fehler einzugestehen. Leider werden Fehler als persönliche Schwäche ausgelegt. In meinen Augen ist das Schwachsinn. Ich sehe Fehler als Momentaufnahmen. Dass etwas eben im Moment gerade nicht zusammenpasst. Daher war es kein Fehler, sondern nur ein Versuch, den man gemacht hat. In unserer leistungsorientierten Gesellschaft muss man aber oftmals mit Sanktionen rechnen. Angefangen in der Kindheit: Wenn man etwas falsch gemacht hat, reagieren Eltern oft mit Liebesentzug. Dieses Muster trägt man mit. Durch solche emotionalen Belastungen, die man im Laufe seines Lebens erfährt, wird auch die Wahrnehmung verzerrt. Und so entstehen festgefahrene Gedanken und das kratzt wiederum am Selbstwert.

Wie begegnet man einem notorischen Jammerer?


Indem man ganz bewusst sagt: „Das belastet mich, das zieht mich runter – können wir bitte das Thema wechseln?“ Wenn das nicht funktioniert, sollte man sich auf Dauer überlegen, zu der jeweiligen Person auf Abstand zu gehen.Natürlich, wenn jemand Sorgen hat oder etwas passiert ist, kann man jemandem durch ein Gespräch den Rücken stärken. Wenn jemand aber immer nur jammert und nichts ändert, sollte man sich klar abgrenzen. Das raubt einem die eigene Energie – ein Thema, das in den Bereich Selbstliebe fällt.

Was ist Ihr persönliches Lebens­motto?


„Geht nicht gibt’s nicht!“ Auch wenn mal etwas nicht sofort klappt, soll man immer wieder weiterprobieren, sich selber dabei nicht im Weg stehen und niemals den Mut verlieren.