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Lifestyle | 17.09.2019

Wordrap mit Kornelia Seiwald

Wir von look! Salzburg haben uns mit der Präsidentin der Salzburger Apothekerkammer getroffen und uns unter anderem über die Wirkkraft von Kräutern und Pflanzen, über den Salzburger Apotheker-Kräutergarten sowie über den Online-Verkauf von Arzneimitteln unterhalten.

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(c) Salzburger Apothekerkammer

Die 1964 in Golling geborene Kornelia Seiwald studierte in Innsbruck Pharmazie, ist seit dem Jahr 2012 als erste Frau und erste Angestellte Präsidentin der Apothekerkammer in Salzburg und seit 1996 Führende im Salzburger Apotheker-Kräutergarten. Ihr Interesse gilt der Pflanzenheilkunde, Homöopathie und alternativen Heilmethoden. Sie lebt in Oberalm und ist Mutter von drei Kindern.

look! Salzburg: Studien zufolge wird jede zweite Apotheke von einer Frau geführt. Ist Gesundheit eher Frauensache?

Kornelia Seiwald: Die Pharmazie ist auf jeden Fall eher frauenlastig. Die Frauenquote liegt österreichweit bei 85 Prozent. Übrigens bin ich selber die erste Frau als Präsidentin der Salzburger Apothekerkammer und erste Angestellte.

Was darf in einer Hausapotheke auf keinen Fall fehlen?

Das kommt ganz auf die Bedürfnisse der im Haushalt lebenden Personen an. Generell kann man sagen, dass ein allgemeines Schmerzmittel in jede Hausapotheke gehört. Dann wären noch ein Grippe-Fieber-Mittel, Verbandsmaterial, für beginnende Erkältungen Halslutschtabletten und eventuell Magen-Darm-Tabletten zu empfehlen. Am besten jedoch wäre, wenn man sich bei der Apotheke beraten lässt, die dann auf die individuellen Bedürfnisse hin die Hausapotheke zusammenstellt. Wichtig ist auch, diese immer wieder durchzuchecken.

Steht der Online-Verkauf von Medikamenten stark in Konkurrenz zu Apotheken?

Natürlich ist dieses Thema eine deutliche Bedrohung für die Apotheken. Ich habe auch oft das Gefühl, dass ein künstlicher Bedarf geschaffen wird. Dass man sich oft auf Vorrat Produkte bestellt, ohne sie eigentlich wirklich zu brauchen. Rezeptpflichtige Arzneimittel dürfen in Österreich ohnehin nicht im Online-Handel verkauft werden. Bestellt man sie trotzdem, sind in etwa 95 Prozent davon gefälscht! Außerdem macht man sich strafbar, wenn man sich so etwas im Internet bestellt. Die Apotheken bieten zudem sehr viele kostenlose Dienstleistungen an, wie beispielsweise den Apotheken-Nachtdienst. Zusätzlich kommt auch die Problematik hinzu, dass sich viele in den Apotheken ausführlich beraten lassen und sich dann das Produkt im Internet kaufen. Ich finde, dass dadurch eine fundierte akademische Beratung ausgenutzt wird und das wiederum das System gefährdet. Wir brauchen eine Sensibilisierung in der Gesellschaft, damit der Nahversorger Apotheke nicht ausstirbt.

In der heutigen Zeit, in der die Menschen versuchen, wieder naturbezogener zu leben, haben Nachfrage und Verbrauch von pflanzlichen Arzneimitteln wieder neuen Aufschwung erfahren. Wie sehen Sie diesen Trend? Gibt es auch kritische Aspekte dazu?

Wenn man sich dazu entschließt, Kräuter und Pflanzen zu sammeln und zu verarbeiten, sollte man diese auch zuverlässig kennen. Die Arnika ist zum Beispiel die am meisten verwechselte Pflanze. Darüber hinaus sollte man auch wissen, welchen Pflanzenteil man verwendet, da einige Bestandteile auch giftig sein können. Beim Sammeln in der Natur sollte man auch Kenntnisse über Schwermetalle und Pestizide haben. Ich persönlich finde es aber toll, wenn man sich im eigenen Garten für den Eigengebrauch Kräuter anpflanzt und verwendet.

Mit der Unterstützung des Apothekerstandes in Stadt und Land Salzburg wurde im Jahr 1996 der Apotheker-Kräutergarten auf dem Gelände der Universität Salzburg errichtet. Was ist das Besondere daran?

Der Apotheker-Garten ist mir ein großes Anliegen, da wir dort den Menschen die Heilpflanzen näherbringen können. Es ist ein Schaugarten, das heißt, die Pflanzen werden dort erkundet, aber nicht gepflückt. Das Besondere daran ist, dass man auf einem Areal von etwa 300 Quadratmetern über 250 Heilpflanzen hat. Es gibt beispielsweise ein Beet für Frauenleiden, für Hauterkrankungen oder einen Bereich speziell nur für Atemwegserkrankungen. Wir achten darauf, dass wir jedes Jahr etwas Neues machen und uns aktualisieren. Für kommendes Jahr ist ein neues Beet für psychische Erkrankungen wie Burn-out geplant. Ich finde den Kräutergarten eine äußerst positive Kooperation mit der Universität Salzburg. Dadurch ist er für die Öffentlichkeit zugänglich geworden. Früher war er nur für die Studierenden gedacht. Wir bieten jährlich ab Juni kostenlose Führungen durch den Garten an, die etwa zwei Stunden dauern.

Welche Heilpflanzen wirken sich positiv auf die weibliche Gesundheit aus?
Da gibt es natürlich viele! Eine meiner Lieblingspflanzen ist der Mönchspfeffer. Dieser steht in einer engen Beziehung zur weiblichen Gesundheit, weil er eben dieses Gleichgewicht Östrogen und Gestagen ausgleichen kann. Das ist sowohl für junge Frauen bei Menstruationsbeschwerden als auch für Frauen in den Wechseljahren geeignet. Weiters sind auch der Frauenmantel oder die Schafgarbe typische Frauenmittel.