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Lifestyle | 20.11.2020

Wordrap mit..Maria Wiesinger

Wir haben uns mit der gebürtigen Oberösterreicherin getroffen und uns über ihre bisherige Bilanz als Direktorin der Tourismusschule Bad Hofgastein, über Schule und Ausbildung in Zeiten von Corona und über zukünftige Pläne und Projekte unterhalten.

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(c) Traumbild Wolkersdorfer

In Steyr geboren, lebte Maria Wiesinger in Schladming. Die nächstgelegene Universität in Salzburg bot ihr nach der Matura in Stainach/Irdning die Möglichkeit für ein Studium des Lehramtes an Höheren Schulen in den Fächern Englisch, Geschichte und Französisch. Sie legte 1988 ihre Lehramtsprüfung ab und promovierte im Jahr 1991 zum Doktor der Philosophie. Nach einer kurzen Tätigkeit bei einer Versicherungsgesellschaft in Salzburg begann sie ein Jahr darauf ihre pädagogische Berufslaufbahn an der Skihandelsschule in Schladming, wo sie neben ihrer Lehrtätigkeit auch in vielen EU-Projekten mit pädagogischen Inhalten mitwirkte. Am 
1. August 1999 wurde Maria Wiesinger die Leitung der privaten Tourismusschule der Wirtschaftskammer Salzburg in Bad Hofgastein übertragen; mit 1. August 2010 wurde sie nach einer öffentlichen Ausschreibung zur bundesstaatlichen Direktorin an dieser Bildungseinrichtung ernannt und übt diese Position nach wie vor mit großem Engagement aus.

Unser look! Salzburg: Frau Dr. Wiesinger, Sie sind nun 21 Jahre Direktorin der Tourismusschule Bad Hofgastein. Welche Bilanz können Sie bis jetzt ziehen?

Maria Wiesinger: Als ich damals mit der Leitung der privaten Tourismusschule der Wirtschaftskammer Salzburg inklusive des schuleigenen Internats betraut worden bin, habe ich mir sowohl pädagogische als auch organisatorische Ziele vorgenommen: Bei den drei in Bad Hofgastein geführten Schultypen war es im Bereich der Fachschule notwendig, eine spezielle und trendige Ausbildung im Bereich Kochen zu finden, was in Zusammenarbeit mit den Köchen der JRE (Jeunes Restaurateurs) in Form der dreijährigen Meisterklasse Kulinarik bestens umgesetzt wird. 
Im Bereich der Höheren Lehranstalt für Tourismus war es naheliegend, hier im Gasteiner Tal einen Schwerpunkt „Wellness, Sport und Lifestyle“ zu setzen, und unter Einbindung mit den örtlichen Einrichtungen konnte ein zeitgemäßes Angebot für Schülerinnen und Schüler erreicht werden. 
 Im Bereich der Skitourismusschule haben wir uns ausgezeichnet weiterentwickelt – der diesbezügliche Erfolg lässt sich anhand der laufend erfolgreichen Ergebnisse der Absolventinnen und Absolventen im Europa- und Weltcup deutlich ablesen. 
 Am Beginn meiner Tätigkeit begann ich, die Schule organisatorisch im Hinblick auf erhöhte Transparenz und Nachvollziehbarkeit mithilfe von informationsgestützten Applikationen neu zu gestalten: Basis war die Einführung eines Lernmanagementsystems, aber auch der Einsatz von multimedialen Unterrichtsmitteln in den Klassenräumen – unter anderem elektronische Whiteboards, Notebooks und Tablets etc. 
Im Bereich des Internats ist es gelungen, engagierte Erzieherinnen und Erzieher zu finden, die den Zeitgeist der Jugendlichen erfassen und ein angenehmes Miteinander bei all den notwendigen Randbedingungen eines Internatsbetriebs gewährleisten. 



Was zeichnet die Tourismusschule Bad Hofgastein aus?
Dank des privaten Schulerhalters Wirtschaftskammer Salzburg arbeiten und leben Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in einem modernen, mit ausgezeichneter Internetanbindung ausgestatteten Campus, der sowohl für den Unterricht als auch für die Freizeit im Internat alle Möglichkeiten bietet. Neben den Möglichkeiten mit schuleigener Turnhalle und umfangreichem Freizeitangebot für unsere Schülerinnen und Schüler gibt es auch vielfältige Möglichkeiten in der Alpentherme und der Schlossalm für jegliche sportliche Betätigung.
Zusammenfassend ausgedrückt fühlen wir uns in Bad Hofgastein als echte „Campusschule“, wo ein besonderes Miteinander aller Beteiligten gelebt wird.

Schule und Ausbildung in Zeiten von Corona: Wie stellt sich die Tourismusschule Bad Hofgastein den Herausforderungen?

Durch die konsequente Einführung und Schulung von EDV-gestützten Applikationen ist es derzeit ein Leichtes, ein „Homeschooling“ auf höchstem Niveau durchzuführen. Hervorheben möchte ich, dass die Lehrkräfte einen hohen Einsatz erbringen und die Schülerinnen und Schüler zumindest einen gleichen Lernfortschritt wie bei einem Präsenzunterricht erreichen. 
 Wie jede andere Schule auch setzen wir entsprechende Vorgaben der Schulbehörde in diesen Zeiten von Corona um und scheuen uns auch nicht, bei speziellen Unterrichtssequenzen im Präsenzunterricht noch strengere Maßnahmen als vorgegeben anzuwenden. 



Was möchten Sie Ihren Schülerinnen und Schülern mit in das Berufsleben geben?

Ich würde mir wünschen, dass die Schülerinnen und Schüler zu verantwortungsvollen, selbstbewussten und kritikfähigen Menschen erzogen werden, wobei dabei auch ein humanistisches Bewusstsein Platz haben muss. 
Für das Berufsleben ist mir wichtig, dass wir eine gleichberechtigte Partnerschaft mit dem Lehrhotel „Alpenhaus Gasteinertal“ leben und dabei die im Unterricht gelehrten praktischen Fähigkeiten und Kenntnisse in echter Anwendung vertieft werden. 
 Weil Netzwerke im positiven Sinn des Wortes immer wichtig sind, gibt es den Gasteiner Absolventenverband, der unter anderem bei der Vermittlung von Ferialpraktika und Schüleraustausch sehr hilfreich ist. 



Gibt es Pläne oder Projekte für die Tourismusschule Bad Hofgastein? Was wünschen Sie sich für die Schule in den nächsten Jahren?

 2010 wurde die Schule ausgebaut und modernisiert und ein neues Mädcheninternat sowie eine eigene Turnhalle gebaut. Danach erfolgte die Modernisierung des „Rheinischen Hofes“, welcher zusätzliche Zimmer für die Unterbringung der Mädchen bietet. Für den Sommer 2021 ist die Modernisierung des Burscheninternats geplant.
Für die Schule selbst wünsche ich mir weiterhin sehr viele motivierte und engagierte Schülerinnen und Schüler, welche mit Freude an der Schule lernen und leben und danach mit Stolz auf ihre Ausbildung zurückblicken. Weiters sind mir meine Lehrerkolleginnen und -kollegen, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und Erzieherinnen und Erzieher wichtig – das heißt, ihnen ein bestens ausgestattetes Arbeitsumfeld mit der Unterstützung des privaten Schulerhalters, der Wirtschaftskammer Salzburg, zu bieten, sodass sie gut unterstützt optimal pädagogisch und begleitend wirken können.