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People | 08.11.2018

Eine Powerfrau mit Weitblick

Seit 1. Oktober ist Manuela Reichert Geschäftsführerin der Philharmonie Salzburg und der Kinderfestspiele. Wir von look! Salzburg haben uns mit der engagierten Salzburgerin auf ein Gespräch getroffen und über ihre Pläne und Visionen gesprochen.

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(c) Thomas Kirchmaier

Manuela Reichert maturierte am musischen Gymnasium, studierte Betriebswirtschaft in Linz und Kulturmanagement. 18 Jahre lang leitete sie den Kulturpark Traun. Dort entwickelte sie als Geschäftsführerin die Spinnerei in der alten Weberei zu einer beliebten Location für Rock, 
Blues und Weltmusik. Das historische Schloss Traun wurde unter ihrer Leitung zu einem Kultur-, Feste- und Seminarzentrum sowie zu einer Begegnungsstätte für Klassikkonzerte, Theater und Kinderkultur. Nun sieht Manuela Reichert als Geschäftsführerin der Philharmonie und der Kinderfestspiele Salzburg einer neuen Herausforderung entgegen.



look! Salzburg: Wie sind Sie auf die Position als Geschäftsführerin der Philharmonie und Kinderfestspiele Salzburg gekommen?
Manuela Reichert: Nachdem bekannt wurde, dass ich den Kulturpark Traun nicht mehr leite, ist Elisabeth Fuchs auf mich zugekommen. Die Philharmonie Salzburg steht an einer Stelle, wo man den nächsten Step im Wachsen der Firma setzen sollte. Ich bin eine Person, die entwickeln möchte, nicht abwickeln. Mir macht es Spaß, Dinge voranzutreiben. Und nach 18 Jahren in einem Betrieb wie dem Kulturpark Traun freue ich mich 
auch wieder auf eine neue Herausforderung.

Worin sehen Sie die Herausforderungen?
Es geht darum, das Orchester noch einmal einen Schritt voranzubringen. Auf größere Beine zu stellen. Wenn ein Unternehmen extrem wächst, gibt es auch extreme Ressourcen-Engpässe. Man muss hier die Organisation neu aufstellen, sodass die Basis stimmt. Elisabeth Fuchs hat die Philharmonie gegründet, sie setzt die künstlerischen Schwerpunkte.

Gibt es zur Umsetzung bereits konkrete Ideen?
Für mich ist es jetzt wichtig, alle und alles genauer kennenzulernen. Wie tickt alles? Und dann kann man anfangen, Schlüsse zu ziehen und Ziele zu setzen, wo die Reise hingehen soll. Es geht vor allem um die Professionalisierung des Managements. Elisabeth Fuchs und ich haben bereits ein neues Organisationskonzept ausgearbeitet. Das heißt, dass wir die kaufmännischen Belange von den künstlerischen Belangen trennen. Dies ist natürlich ein längerfristiger Prozess.

Auf welche kommenden Programme freuen Sie sich besonders?
Am 23. November haben wir ein großes Jubiläum. Wir feiern 20 Jahre Philharmonie Salzburg. Das Jubiläumskonzert „The Next Level“ ist ein Mega-Ereignis und findet in der Salzburg Arena statt. Es ist nicht nur ein Orchesterkonzert, sondern auch eine Riesenshow mit Tänzern, Akrobatik und DJs. Das ist heuer ein ganz besonderes Projekt!

Wo sehen Sie sich zusammen mit der Philharmonie und den Kinderfestspielen Salzburg in den nächsten fünf Jahren?
Mein persönliches Ziel ist es, dass wir finanziell auf einer soliden Basis stehen. Dass die Bandbreite der Projekte ausgeweitet werden kann, zum Beispiel mit Auslandstourneen. Das Ganze soll größer und internationaler werden und die Marke „Philharmonie Salzburg“ soll in die Welt hinausgetragen werden.

Wie ist die Zusammenarbeit mit Elisabeth Fuchs?
Wir harmonieren sehr gut. Wir sind beide Powerfrauen, typische Feuer-Menschen. Dynamisch, schnell und nach vorne gerichtet. Allerdings schauen wir schon darauf, dass wir im Büro genügend Erde haben. Die bürokratischen Belange erledigen wir genau und sorgfältig. Ich finde es bewundernswert, dass wir eine Frau als Dirigentin haben. Es gibt nicht viele erfolgreiche Frauen in diesem Segment.

Worin finden Sie den beruflichen Ausgleich?
Ich habe jetzt zwei Wohnsitze, einen in Oberösterreich und einen hier in Salzburg. Unter der Woche 
konzentriere ich mich voll und ganz auf meine Arbeit und am Wochenende fahre ich nach Oberösterreich, treffe mich mit Freunden, singe in einer Blues-Band. Im Winter gehe ich mit meinem Freund sehr gerne auf Skitouren. Außerdem besuche ich auch Kulturveranstaltungen.

Was ist Ihr Lebensmotto?
Ich hatte im Laufe meines Lebens viele, aber jetzt finde ich den Titel unseres 20-jährigen Jubiläums sehr 
passend. Es ist nicht nur „The Next Level“ für die Philharmonie Salzburg, sondern auch für mich. Es ist eine neue Ära!