Loading…
Du befindest dich hier: Home | People

People | 01.10.2018

Face it with a smile

Ausblick: Die Spuren der Krebserkrankung kaschieren lernen, wieder in den Spiegel schauen und sagen: „Ich gefalle mir!“ Krebshilfe-GF Doris Kiefhaber über das neue, bundesweite Projekt.

Bild 1810_W_Kiefhaber-1.jpg
Krebshilfe-GF Doris Kiefhaber im look! Talk. © Stefan Joham

Sich wieder schön fühlen, keine „mitleidigen“ Blicke mehr ertragen wollen; oder aber, im traurigsten Fall, der Familie ein Bild hinterlassen, das einmal nicht die Spuren der jahrelangen Krankheit und der Therapien zeigt. Ende September startete die Österreichische Krebshilfe mit der bundesweiten Aktion „Face it with a ­Smile“. Geschäftsführerin Doris Kiefhaber im Talk.

Bild 1810_W_Kiefhaber_Uschi.jpg
Pink Power: Seit über 15 Jahren gemeinsam im Einsatz gegen Brustkrebs: Uschi Fellner und Doris Kiefhaber. © Stefan Diesner

look: Die Krebshilfe hat gerade mit „Face it with a Smile“ gestartet. Was ist das? Und worum geht es?

Doris Kiefhaber: Die Angst um die Gesundheit, das ­Leben steht natürlich bei Patientinnen an oberster Stelle. Für viele ist aber auch das „veränderte Aussehen“ eine große Belastung. Deshalb werden wir ab sofort Workshops abhalten, bei denen Patientinnen durch Profis geschminkt werden und Tipps bekommen, wie man Spuren der Erkrankung bestmöglich kaschieren kann. Zum Schluss gibt es ein Porträtfoto, das immer wieder in Erinnerung rufen soll, wie einzigartig und schön jede Frau trotz dieser Erkrankung ist.


Warum ist gerade in Zeiten der Krankheit und Therapie das Äußere wichtig?

Viele Frauen wollen nicht, dass ­irgendjemand weiß, dass sie an Krebs ­erkrankt sind, und gehen aufgrund des veränderten Aussehens nicht mehr (gerne) aus dem Haus. Andere fürchten, dass der Dienstgeber aufgrund des veränderten Aussehens falsche Rückschlüsse auf die Leistungsfähigkeit ziehen könnte.


Wer steckt hinter „Face it with a Smile“? Wer macht dieses große Projekt überhaupt möglich?

Es ist eine gemeinsame Herzens­angelegenheit der Österreichischen Krebshilfe, Estée Lauder und Sabine Hauswirth. Estée Lauder stellt Visagistinnen und Pflegeberaterinnen unentgeltlich zur Verfügung und mit Sabine Hauswirth konnten wir eine engagierte Starfotografin gewinnen, die die Patientinnen ins beste Licht setzt.


Was ist der langfristige Plan von FIWAS?

Ab 25. 9. 2018 (erster Workshop) wird jedes Jahr in jedem Bundesland mindestens ein Workshop stattfinden. Neben der finanziellen und psychologischen Hilfe, Ernährungsberatung und Unterstützung bei Fragen um Krebs und Beruf ist FIWAS sozusagen eine Erweiterung unseres bestehenden Hilfs- und Unterstützungsangebotes.


Vielleicht können Sie uns – ohne selbstverständlich Namen zu nennen – von einer Patientin erzählen, um die Bedeutung von FIWAS zu veranschaulichen?

Eine Patientin mit sehr fortgeschrittener Erkrankung erzählte mir, dass ihre kleine Tochter sie noch nie anders gesehen hat als ohne Haare und Wimpern, weil sie seit der Geburt ihrer Tochter unter permanenter Therapie steht. Sie wollte ihrer Tochter ein Foto hinterlassen, das sie so hübsch wie möglich aussehen lässt. Mich hat das unglaublich berührt.


Für wen ist FIWAS da?

FIWAS ist ein kostenloses Angebot an alle Krebspatientinnen.