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People | 04.06.2018

IM RHYTHMUS DER NATUR

Was in wilden Pflanzen steckt, weiß Michaela Schwarzbraun ganz genau.Sie ist Kräuterpädagogin und Heilpflanzenexpertin – und verarbeitet alles,was die Natur zu bieten hat. Wir haben sie in ihrem kunterbunten Zuhauseim Flachgau besucht und beim Zubereiten ihrer hausgemachten Köstlichkeiten zugesehen.

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Credit: Thomas Kirchmaier

Im kleinen und beschaulichen Ort Nußdorf bei Salzburg im Flachgau wohnt Michaela Schwarzbraun zusammen mit ihrem Mann und ihren drei kleinen Wirbelwinden Ilvy, Jurij und dem sechs Monate alten Nesthäckchen Nepheli in einem Mehr-Generationen-Haus. Für die 38-jährige Kräuterpädagogin ist ihr Zuhause ein besonderes Fleckchen Erde. „Man hat die Natur direkt vor der Haustüre!“, schwärmt sie. Wir von look! Salzburg haben sie besucht, sind mit ihr auf „Wildkräuterfang“ gegangen und haben zugesehen, wie sie aus den gesammelten Schätzen der Natur hausgemachte Köstlichkeiten zaubert.

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Credit: Thomas Kirchmaier

Naturverbunden. Das „Kräuter-Gen“ wurde ihr wohl von ihren Eltern und Großeltern weitervererbt, denn auch sie waren sehr naturverbunden, verarbeiteten aus dem hauseigenen Garten Obst und Gemüse und kochten, was die Saison gerade hergab. „Ich liebe es, zu experimentieren, Neues auszuprobieren“, erzählt Michaela Schwarzbraun. „Ich muss zugeben, dass es für andere auch manchmal anstrengend sein kann, wenn sie mit mir spazieren gehen. Da passiert es oft, dass ich stehen bleibe, Wildkräuter pflücke oder Baumknospen probiere“, lacht sie. Dabei kommen ihr auch sofort Ideen, was sie daraus zaubern könnte. So richtig begonnen, sich mit Kräutern und Naturprodukten auseinanderzusetzen, hat sie, als sie kurz vor der Matura stand und gesundheitliche Probleme auftraten, die mit herkömmlicher Medizin nicht wegzubekommen waren. „Das war das erste Mal, dass ich mich für Heilpflanzen interessierte“, erzählt die 38-Jährige. Schließlich begann sie, sich immer mehr in diese Materie einzuarbeiten, und eignete sich nach und nach einen großen Wissensschatz an. Jahre später machte sie in Salzburg eine Ausbildung zur zertifizierten Kräuterpädagogin und eine Ausbildung zur diplomierten Volksheilkunde-Expertin. Seit 2011 gibt sie ihr breit gefächertes Wissen in Kochkursen, bei Kräuterwanderungen oder auch in Workshops weiter. „Die Workshops sind thematisch bunt gemischt“, sagt sie, „so biete ich Schwerpunktthemen, etwa zu natürlicher Hausapotheke oder Natur und Kosmetik, sowie Workshops für werdende Mamis an.

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Credit: Thomas Kirchmaier

Gesund kochen mit Kindern. Die Dreifach-Mama selbst kocht und backt für sich und ihre Familie mit allem, was die Natur hergibt. „Ich backe total gerne Brot mit meinem selbst zusammengestellten Brotgewürz. Dazu mache ich die verschiedensten Aufstriche“, erzählt sie. Ihre Kinder helfen ihr beim Kochen und lieben vor allem die selbst gemachten Suppen. „Solange sie nicht grün sind“, lacht Michaela Schwarzbraun, „denn mein dreijähriger Sohn Jurij hat zurzeit eine ‚Ich esse nix, was grün ist‘-Phase!“ Einen eigenen Kräutergarten hat die Kräuterpädagogin erstaunlicherweise nicht. „Den brauche ich nicht“, erklärt sie. „Ich finde auf meinen täglichen Spaziergängen mit meinen Kindern alles, was man in der Küche verarbeiten kann. Sogar im Winter, unter der Schneedecke sind Früchte und Wildkräuter versteckt!“

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Credit: Thomas Kirchmaier

Die eigene natürliche Hausapotheke. Aber nicht nur für das leibliche Wohl, sondern auch für die kleinen Wehwehchen des Alltags sammelt sie Wildkräuter und verarbeitet sie zu Naturheilmitteln. „Man kann so vieles aus der Natur verwenden – die Grundelrebe zum Beispiel findet man wirklich überall. Macht man eine Wundheilsalbe daraus, wirkt sie der Eiterbildung entgegen. Auf meinem eigenen Grundstück wachsen zum Beispiel Schlüsselblumenblüten. Daraus kann man Hustensaft machen. Nimmt man davon täglich einen Esslöffel, wirkt das wahre Wunder!“ Die sympathische Salzburgerin holt sich ihre Ideen für neue Rezepte von überall her: „Ich gehe mit offenen Augen durch das Leben – sitze ich beispielsweise im Wartezimmer beim Arzt und blättere Magazine durch, finden sich viele Anregungen, auch bei Gesprächen mit Freunden oder während des Autofahrens. Die Inspirationen kommen von allen möglichen Situationen und Dingen und ich habe sofort vor Augen, was ich daraus machen könnte!“

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Credit: Thomas Kirchmaier

Rosenblütentorte, Pappelknospen­dessert und „falsche Oliven“. Vor allem ihre Verwandten und Bekannten profitieren von ihrem kreativen Talent. So macht sie Pizza mit „falschen Oliven“ (eingelegte Kornelkirschen), Steinpilzaroma ohne Steinpilz (aus Blütenständen vom Spitzwegerich) oder ein Dessert aus Pappelknospen. „Jedes Jahr zu Muttertag backe ich eine ausgefallene Torte für meine Mama“, sagt sie. „Letztes Jahr war es eine Rosenblütentorte.“ Ein anderes Mal zauberte sie eine Sauerkleetorte auf den Tisch. „Die Kombination mit dem säuerlichen Geschmack des Klees und der Schokolade ist einfach himmlisch!“, schwärmt die Flachgauerin. Zur Dekoration dieser Torte pflückte sie zusätzlich einzelne Sauerkleeblüten, die die Form eines Herzens bildeten. Die perfekte Torte zum Muttertag eben.

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Credit: Thomas Kirchmaier

Immer auf Achse. Die junge Unternehmerin hat auch ihre eigene kleine Manufaktur mit dem passenden Namen „Wüdwux“, wo sie all ihre selbst gemachten Produkte aus der heimischen Natur verkauft. Darunter Essig, Kräutersenf, ausgefallene Chutneys, Liköre oder Fruchtaufstriche. „Man bekommt meine saisonalen Produkte bei regionalen Partnern oder auf der Nußdorfer Schrona, die fünfmal im Jahr stattfindet.“ Damit nicht genug, leitet sie gemeinsam mit ihrer Cousine eine Waldspielgruppe für kleine Kinder und bringt ihnen bei einem Waldspaziergang die Pflanzen und die Natur näher. „So lernen die Kleinen von Anfang an einen respektvollen Umgang mit der Natur und jeglichen Lebewesen, zudem lernen sie Lebensmittel schätzen“, sagt Michaela Schwarzbraun. Für die engagierte und bodenständige Dreifach-Mama ist es wichtig, Menschen den Reichtum der Natur zu vermitteln, ihnen auch die Scheu davor zu nehmen, mit dem zu kochen, was man draußen sammeln kann. „Man sollte einfach das nutzen, was die Natur uns schenkt“, sagt Michaela Schwarzbraun und ergänzt: „ohne sie dabei auszunutzen“.

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Credit: Thomas Kirchmaier