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People | 11.12.2019

Mach dein Ding!

Mit 40 schon zum alten Eisen? Ganz sicher nicht! Die drei Powerfrauen Birgit Schulz, Sonja Bamberger und Aurélie Ducluzeau liefern den Beweis. Sie haben sich in ihrer Lebensmitte dafür entschieden, nochmal neu durchzustarten und mit dem, was sie tun, Glück, Erfolg und Lebenssinn zu finden.

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(c) Thomas Kirchmaier

Was, wenn man plötzlich das Gefühl hat, „das kann noch nicht alles gewesen sein“? Weitermachen wie bisher? Oder neue Wege gehen? Auch wenn ein Neustart mit Risiken verbunden ist? Finanziellen und gesellschaftlichen? Die Entscheidung fällt oft nicht leicht. Wir haben drei Salzburger Frauen getroffen, die sich klar für ein „neues Leben“ ab 40 entschieden haben. Birgit Schulz fand ihre Berufung in der Fotografie, Sonja Bamberger lebt ihre Faszination für Energetik aus, und die gebürtige Französin Aurélie Ducluzeau lebt ihren langersehnten Traum vom eigenen französischen Bistro.

Birgit Schulz (40) - Vom beruflichen Tausendsassa zur Fotografin.

Eigentlich wollte die gebürtige Salzburgerin immer Schauspielerin werden. Als sie während der Sommerferien bei den Salzburger Festspielen als Putzfrau jobbte, war sie sofort von der Bühnenwelt fasziniert. „Ich kam überall rum, vom Festspielhaus bis auf die Jedermann-Bühne. Irgendwann wollte ich selbst einmal auf der Bühne stehen“, erzählt die 40-Jährige. Ein Traum, den sie sich tatsächlich erfüllt hat. Zwar dauerte es ein paar Jahre, bis es soweit war, und viele berufliche Stationen lagen dazwischen. Nach ihrem jähen Karriere-Aus bei Red Bull Air Race wollte sie „einfach nur weg aus Salzburg“, packte ihre Koffer und zog nach Wien. Dort arbeitete sie in einer Werbeagentur als Key-Account-Managerin für große namhafte Kunden und nahm parallel Schauspielunterricht für die Bühnenreifeprüfung. Schließlich legte sie die Eignungsprüfung im Raimund-Theater erfolgreich ab. Weder der Job in der Agentur noch das Schauspielerdasein erfüllten die umtriebige Salzburgerin jedoch wirklich. Denn eigentlich war es die Fotografie, die sie schon während ihrer Jugendzeit und auch neben ihren Jobs als intensives Hobby in den Bann zog. „Ich würde so gern professionell fotografieren“, sagte eine Stimme in ihr. Die wollte aber zu dem Zeitpunkt noch nicht gehört werden. „Damals fehlte mir noch der Mut dazu.“Suchen und finden. Birgit Schulz wurde immer unzufriedener mit ihrem beruflichen Weg. „Ich war eine Suchende“, erzählt sie. Der richtige Zeitpunkt war dann im Jahr 2016 gekommen, und sie löste ihren Gewerbeschein für Berufsfotografen. Gepusht wurde sie dabei von Christian Bischoff, einem deutschen Persönlichkeitstrainer und Life-Coach, dessen Podcasts sie fasziniert hörte. Gemeinsam mit ihrer Partnerin Lucia beschloss sie 2017 an einer zweitägigen Veranstaltung des Coachs in Bregenz teilzunehmen. „Diese zwei Tage haben mein Leben verändert und mir die Erlaubnis gegeben, auch als Spätberufene richtig erfolgreich durchzustarten und nur noch das zu tun, was ich wirklich wollte: fotografieren, fotografieren und nochmals fotografieren.“ Volle Fahrt voraus. Zurück in Salzburg wusste sie: „Jetzt gebe ich Gas.“ Und das tat sie auch. Nicht nur ein bisschen und zögerlich, sondern Vollgas. Kündigte sich doch in ein paar Monaten ihr erstes Töchterchen Johanna an. „Ich wusste, mit Baby wird alles anders“, und so nutzte sie die noch kinderlosen Monate und widmete sich voll und ganz ihrem beruflichen Ziel, ihr Business auf das nächste Level zu bringen. Sie stand morgens um vier auf, um ihre Website umzugestalten, Blogposts zu verfassen und den Tag zum Fotografieren zu nützen. Berufliche Entwicklung. Seit mittlerweile vier Jahren arbeitet Birgit Schulz nun erfolgreich als Fotografin und hat sich speziell im Bereich der People-Fotografie einen Namen gemacht. „Ich wollte immer mit Menschen zu tun haben und die besonderen Momente – ich nenne sie gerne Wunder – in deren Leben festhalten.“ Aufgeben ist keine Option. „Natürlich tauchen als Selbstständige immer wieder mal Augenblicke auf, wo man an sich zweifelt oder genau abwägen muss, welche finanziellen Investitionen, egal ob in Ausbildung oder Equipment, klug und angebracht sind“, erzählt Birgit Schulz. In solchen Momenten hat sie in ihrer Frau Lucia eine starke Sparring-Partnerin. „Lucia unterstützt mich und meine Ideen und stärkt mich in Momenten der Schwäche.“ Mit ihrer positiven Einstellung möchte sie andere Menschen ermutigen, ihr Ding zu machen: „Vertraue dir und deiner inneren Stimme! Sie kommt ohnehin immer wieder. Wenn du Angst hast, dein Ding durchzuziehen, frag dich: Was ist das Schlimmste, was passieren kann? Wenn du mit den Konsequenzen leben kannst, dann begib dich auf die Reise, komm in die Umsetzung und mach es einfach. Du wirst daran wachsen!“

Sonja Bamberger (49) - Von der Apothekenhelferin (PKA) zur „Alchemistischen LifeChangerIn“.

Ihr Lebensmotto „Ich will Freude und Spaß am Leben haben“ bringt es auf den Punkt. „Ich war immer ein Sonnenkind. Und bin es heute wieder. Der Name ‚SonJA‘, den meine Eltern mir gaben, verrät eh schon alles“, sagt sie mit einem sonnigen Strahlen im Gesicht. Trotz vielerlei Rückschläge und Enttäuschungen hat es die mittlerweile 49-jährige Salzburgerin immer wieder geschafft, sich aufzurichten. Mehr noch: Ihre Erfahrungen haben nicht nur sie selbst stärker und selbstbewusster gemacht, sie waren auch der Antrieb dafür, andere Menschen in ihrer Persönlichkeitsentwicklung zu unterstützen. Fun first. Voller Begeisterung war Sonja stets dabei, wenn sie das machen durfte, was ihr Spaß bereitete. „Denn alles, was mir Spaß machte, ging wie von alleine“, sagt sie, „schulisch genauso wie alles andere. Dies änderte sich allerdings, als ich in die HAK ‚gesteckt‘ wurde und ich mich mit trockener Materie auseinandersetzen musste.“ So beschloss sie, mit 16 Jahren ihre Schulkarriere an den Nagel zu hängen, und suchte sich auf eigene Faust einen Job. Sie setzte sich in den Zug von Bischofshofen nach Salzburg und bekam im ersten Anlauf eine Stelle in einer Apotheke.
„Dies war genau die richtige Wahl, denn nach drei Jahren beendete ich meinen gewählten Beruf mit Leichtigkeit, Spaß und Freude und mit einer Auszeichnung.“ Wegen seiner Vielfältigkeit liebt sie den Beruf der PKA (pharmazeutisch kaufmännischen Assistentin) heute noch genauso 
wie damals. Mehr als Medizin. Das Thema Gesundheit begleitete sie seit den Anfängen ihres Berufslebens. Allerdings wurde ihr bald klar, dass die Schulmedizin alleine nicht ihr Weg sein würde. Sie machte sich auf die Suche nach Alternativen und fand sie in den Methoden der Bachblüten, Homöopathie, Pflanzenheilkunde, Ernährung und Spagyrik. Sie besuchte viele Seminare der Persönlichkeitsentwicklung und des Bewusstseinstrainings. Kinesiologie, Farblichtakupunktur und Energiemedizin zogen sie ebenso in den Bann. „Ich war immer auf der Suche nach Neuem, nach anderen Dingen. Auch an Sachen, die nicht greifbar waren. Ich war der Zeit voraus. Erst heute verstehe ich, dass viele damit nichts anfangen konnten. Für mich war das alles so normal“, erzählt sie, wenn sie auf ihre Vergangenheit zurückblickt.Die Magie der Energie. Ihren heutigen Beruf bezeichnet sie selbst als „Alchemistische LifeChangerin der neuen Zeit“. Was sich hinter dieser „magischen“ Berufsbezeichnung verbirgt?
Energiearbeit in ihren unterschiedlichsten Facetten. „Im Grunde geht es immer um Energie und im Fluss zu sein.“ Welche Technik sie dabei anwendet, entscheidet sie spontan und individuell. Das hänge immer von der Person ab. Manchmal kommen Aromastoffe, Pflanzenessenzen, Klänge oder Musik, aber auch die Numerologie zum Einsatz. Das sanfte Berühren des Körpers mit den Händen an bestimmten Körperstellen rundet ihr Angebot ab. Das Ergebnis einer energetischen Behandlung? „Die Menschen fühlen sich leichter, können von blockierenden Energien plötzlich loslassen und erfahren ein neues Lebensgefühl.“ Sonja Bambergers zweites Steckenpferd ist die „Energetische Spagyrik – Pflanzenmagie“. Sie lässt die Sprache der Pflanzen sprechen und unterstützt so die Menschen bei ihrem Voranschreiten.Ihre Botschaft? „Meine Herzensangelegenheit ist es, mein Lebensgefühl der Leichtigkeit, der Freude, der Freiheit und der vielen Möglichkeiten, die uns das Leben bietet, mit so vielen Menschen wie möglich zu teilen.“ Was sie den Menschen auf ihren Weg mitgeben will? „Es gibt nichts, was dich aufhalten kann, außer du selbst. Erlaube dir, deine Wahlen zu treffen und mutig deinen Weg zu gehen.“


Aurélie Ducluzeau - Inhaberin des Bistros „Chez Aurélie“.

Fährt man die Nonntaler Hauptstraße in Richtung Süden entlang, ziehen seit Kurzem zwischen unzähligen Blumenläden knallrote Bistrotische und -stühle die Blicke auf sich. Knallrot auch die perfekt manikürten Fingernägel der Besitzerin desselbigen. Hier in der Nonntaler Haupstraße Nummer 75 hat sich die gebürtige Französin Aurélie Ducluzeau ihren Traum vom eigenen Bistro verwirklicht. Schon seit Langem wollte sie „ihr eigenes Ding“ machen. Das Geschäftskonzept samt ausgefeiltem Businessplan lag schon seit fünf Jahren in der Schublade. Perfektion bis ins Detail. Denn gut Ding braucht Weile. Aurélie weiß, was sie will, und wusste es schon immer. „Ich wollte mein Café immer hier im Nonntal, hier sind wir daheim, hier fühlen wir uns wohl!“ Vor ein paar Monaten endlich erfuhr sie durch Zufall, dass ein Geschäftslokal direkt neben der bekannten Salzburger Gärtnerei Doll frei werden würde. „Ich spürte sofort, das ist es!“ Und ihr Gefühl trügte sie nicht – bereits wenige Monate später steht ihr Namen an der Tür und von Montag bis Freitag empfängt sie ihre Gäste mit einem charmanten „Bonjour! Ça va?“Savoir vivre. „Es ist ein wunderbares Gefühl, in der Früh die eigene Ladentür aufzuschließen und am Abend wieder zuzusperren. Das hier ist endlich meines!“, erzählt die 44-Jährige und die Begeisterung und Freude schwingt bei jedem einzelnen mit charmant französischem Akzent ausgesprochenen Wort mit. Ein „kleines Stück Frankreich“ wollte sie nach Salzburg holen. Was ihr mit ihrem Bistro „Chez Aurélie“ auch perfekt gelungen ist. In ihrem Bistro kann man nicht nur frühstücken und lunchen wie Gott in Frankreich, sondern sich auch mit allerlei Köstlichkeiten und Delikatessen aus der Grande Nation eindecken. Angefangen von köstlichen Fischsuppen, Terrinen, Lavendelhonig bis hin zu – was wäre Frankreich wohl ohne – prickelndem Champagner.Mehr als ein Bistro. Aurélie hat nicht nur eine große Begeisterung für Gastfreundschaft und gute Küche, sie liebt auch alles rund ums Thema Wohnen und Einrichten. Um beide Leidenschaften zu vereinen, machte sie kurzerhand ihr Bistro zu einem Concept-Bistro. Soll heißen: Bei Aurélie kann man die Stühle und Sofas, auf denen man sitzt, während man seinen Café au lait schlürft, auch gleich mitnehmen. Und so sieht das Café niemals gleich aus, weil die Einrichtung laufend wechselt.Ihr Erfolgsrezept. Ein Zitat des frankokanadischen Schauspielers Xavier Dolan hat Aurélie auf ihrem Weg begleitet. Es bringt perfekt auf den Punkt, wie sich ihrer Meinung nach Träume verwirklichen lassen: „Tout est possible à qui reve, ose, travaille et n’abandonne jamais.“ Was soviel bedeutet wie: „Alles ist möglich, wenn man träumt, mutig ist, arbeitet und niemals aufgibt!“