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People | 05.05.2019

Starke Marke, Neues Gesicht

Seit 1. Oktober 2018 ist Thomas Heißbauer Künstlerischer Leiter der Salzburger Kulturvereinigung. Wir von look! Salzburg haben uns mit dem gebürtigen Oberösterreicher auf ein Gespräch getroffen und über seine neuen Vorstellungen 
gesprochen.

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(c) Thomas Kirchmaier

Thomas Heißbauer wechselte mit 1. Oktober 2018 vom Symphonieorchester Vorarlberg, wo er seit September 2013 als Geschäftsführer in Bregenz tätig war, zurück in seine Wahlheimat Salzburg. Mit Salzburg verbindet den begeisterten Musiker und Kulturmanager eine knapp 20-jährige Karriere als Hornist unter anderem im Mozarteumorchester Salzburg und in der Camerata Salzburg. Nachdem er 2009 seine aktive Musikerlaufbahn beendet hatte, absolvierte Heißbauer ein Masterstudium in Kulturmanagement an der Fachhochschule Kufstein und war anschließend für Orchesterdisposition und Projektmanagement für kulturelle Bildung im Mozarteumorchester Salzburg verantwortlich. Die Salzburger Kulturvereinigung will Heißbauer zukünftig als zeitgemäßen Klassik-Konzertveranstalter positionieren und in der Programmplanung neben internationalen und österreichischen Spitzenorchestern auch einen besonderen Schwerpunkt auf Musikvermittlung für alle Altersgruppen legen.

look! Salzburg: Sie sind seit Oktober letzten Jahres neuer Künstlerischer Leiter der Salzburger Kulturvereinigung. Wie ist Ihre Zwischenbilanz bis jetzt? Vor welchen Herausforderungen sehen Sie sich?

Thomas Heißbauer: Für mich war von Beginn an die Stelle als Künstlerischer Leiter von großem Interesse, da die Salzburger Kulturvereinigung eine sehr breit aufgestellte Institution ist, mit dem Schwerpunkt auf die Konzerte im Festspielhaus, das Salzburger Straßentheater und die Georg Trakl Forschungs- und Gedenkstätte. Das große symphonische Repertoire unserer Konzerte betrachten wir als Herzstück der Kulturvereinigung - hier kann ich viel gestalten. Es war eine intensive Vorbereitungszeit, aber gleichzeitig auch eine sehr schöne Phase, da wir eine tolle Saison kreieren konnten. Die Kulturvereinigung an sich ist finanziell und personell gut 
aufgestellt. Wir haben ein tolles Team und die Zusammenarbeit bereitet mir große Freude. Lediglich der 
Umbau des Großen Festspielhauses, unserer Hauptspielstätte, ist derzeit eine organisatorische und finanzielle Herausforderung für uns.


Sie sagten einmal, dass Sie einen besonderen Schwerpunkt auf Musikvermittlung für alle Altersgruppen legen möchten. Was sind dazu die konkreten Pläne?

Das Thema Vermittlung ist mir ein großes Anliegen. Ich möchte dem Publikum ein Angebot machen, auch außerhalb des Konzertsaales in die klassische Musik einzutauchen. Wir haben die Konzerteinführungen, die es bereits gibt und natürlich weiterhin geben wird. Darüber hinaus bieten wir Vorträge an, die einen Bezug zum Konzert aufweisen. Wenn beispielsweise ein Werk von Anton Bruckner am Programm steht, so gibt es im Vorfeld auch einen Vortrag über Bruckner. Das ist für jene, die sich tiefer mit dem jeweiligen Thema beschäftigen möchten. 
Es wird zusätzlich auch die neue Programmreihe „Musik:Kaleidoskop“ geben, die ich selber vortragen werde. Das ist durchaus auch für Neueinsteiger gedacht. Ich mache das bereits seit sechs Jahren erfolgreich in Deutschland und möchte es hier ebenfalls mit einbringen.

Welche weiteren Projekte haben Sie für die Salzburger Kulturvereinigung?


Ich werde auf alle Fälle die Marke Kulturvereinigung stärken. Das finde ich sehr wichtig und ist in der Vergangenheit vielleicht etwas zu kurz gekommen. Darum gibt es ein neues Logo, um auch die dynamische Entwicklung der Institution abzubilden.Mir ist Qualität sehr wichtig und ich möchte diese auch fortführen. Meine Vorgänger haben diesbezüglich tolle Arbeit geleistet. Wir haben mehr als 5.000 Abonennten, und es ist immer wieder erstaunlich, wie eine kleine Stadt wie Salzburg das Festspielhaus an 40 Konzerttagen im Jahr füllt. Zusätzlich möchte ich das Programmrepertoire erweitern, in dem Sinne, dass das Publikum neugierig gemacht wird, motiviert wird, auch neue Hörerfahrungen zu machen.

Denken Sie, ist das Salzburger Publikum offen dafür?


Da bin ich selber noch dabei das herauszufinden. Ich war immer der Ansicht, dass das Salzburger Publikum im Gegensatz zu Bregenz reservierter ist. Mittlerweile bin ich der Meinung, dass hier das Publikum, das ich jetzt seit Oktober kennengelernt habe, ein sehr empathisches und euphorisches Publikum ist.

Was ist Ihre Lebensphilosophie?


Als Hornist im Orchester habe ich gelernt, stets nach vorne zu schauen. Es kann schon mal etwas schief gehen, das muss man abhaken können. Wenn der Blick nach hinten gerichtet ist, kommen Unsicherheiten. Den Optimismus möchte ich mir auch für meine zukünftige Arbeit bewahren: immer 
positiv nach vorne gehen!

 

 

Bild Hr. Heissbauer (9 von 9).jpg
(c) Thomas Kirchmaier