Loading…
Du befindest dich hier: Home | People

People | 08.03.2018

Wordrap mit Alexandra Schmidt

Die gebürtige Schladmingerin hat Soziologie und Frauenforschung in Wien studiert. Ihre Karriere im Frauenbüro Salzburg begann 1999 als Sachbearbeiterin, bis sie schließlich im Jahr 2013 die Stelle als Frauenbeauftragte übernahm. Ihr Anliegen ist es, Geschlechterrollen und Klischees zu überwinden und Frauen den Rücken zu stärken – sie ist, wie sie es selber gerne formuliert: „überzeugte Feministin“.

Bild 1 (2 von 2).jpg
Fotocredit: Thomas Kirchmaier

look! Salzburg: Frau Alexandra Schmidt, welche Funktion haben Sie als Frauenbeauftragte in der Stadt Salzburg?

Alexandra Schmidt: Wir arbeiten mit verschiedenen Abteilungen und Einrichtungen zusammen und schauen, dass diese bekannt werden, beziehungsweise, dass Frauen, die sich an uns wenden, an die richtige Stelle weiterverwiesen werden. Ein großer Teil meiner Arbeit liegt aber im Bereich der Veranstaltungen und Projekte, die Frauenthemen aufgreifen. Außerdem bin ich Gleichbehandlungsbeauftragte im Magistrat. Das heißt, wenn sich jemand aufgrund des Geschlechtes benachteiligt fühlt, kann diese Person, egal ob Mann oder Frau, zu mir kommen, um die vorliegende Problematik bestmöglich zu lösen.


Welche Personen kommen im Allgemeinen zu Ihnen in das Frauenbüro?
Das ist ganz unterschiedlich. Entweder Frauen mit Gewalterfahrungen oder Frauen, die sich zu Unterhalt oder Obsorge informieren wollen. Es gibt auch Frauen, die Fragen zur Ehe oder Scheidung haben oder die sich beruflich verändern möchten, beziehungsweise auch Wiedereinsteigerinnen. Außerdem kommen auch viele Frauen zu uns, die Probleme mit ihrer Wohnsituation haben.


Welche Projekte und Veranstaltungen bieten Sie an?
Wir haben viele Projekte, und diese sind mir eine Herzensangelegenheit. Zum Beispiel „Deutsch für Mädchen“ – hier können geflüchtete Mädchen gestärkt werden und Lehrerinnen können Fragen zu verschiedenen Themen beantworten, die diese Kinder beschäftigen. Oder das Projekt „77 Cent“ – eine Performance zu dem Thema Gehalt und Gehaltsunterschiede. Vor einiger Zeit hatten wir auch das Projekt mit Gewaltopfern, die ihre Geschichten in kurzen Videospots erzählten und den Weg aus der Gewalt schilderten.


Am 8. März ist der Internationale Frauentag. Rund um den Tag gibt es verschiedene Veranstaltungen. Welche werden es heuer sein? Es gibt in dieser Woche wieder viele Programme, zusammen mit Stadt und Land rund um die Themen Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Ungleichbehandlung von bezahlter und unbezahlter Arbeit sowie Höhe der Bezahlung. Wir möchten Rollenklischees überwinden. Es werden rund um den Frauentag viele Veranstaltungen wie Lesungen, Buch- und CD-Präsentationen angeboten.


Sie veranstalten zweimal im Jahr einen Frauensalon. Was kann man sich darunter vorstellen?
Das ist eine Salontradition, wo nur Frauen unter sich sind. Eingeladen werden zwei Expertinnen, die die Moderation führen. Das Publikum wird ebenfalls miteinbezogen. Generell geht es um kulturelle und politische Themen. Wir hatten bisher beispielsweise erotische Lesungen, „Freud auf der Frauencouch“ oder den Schwerpunkt „Was zieht mich an?“ – ein Thema rund um Kleidung und die Frage, wo sie herkommt sowie das große Stichwort „Fairtrade“.
Heuer machen wir übrigens einen Relaunch und werden den Frauensalon modernisieren.


Die Wörter „Feministin“ oder „Emanze“ werden oft als Schimpfworte gebraucht. Werden Sie manchmal auch so bezeichnet?
Das höre ich sogar oft. Vor allem Frauen sagen zu mir: „Du bist ja eine Emanze!“ Darauf kann ich aber immer nur sagen: „Ja, total! Ich bin eine 100-Prozent-Emanze und Feministin. Du etwa nicht? Willst du nicht, dass alle gleiche Chancen haben?“ Feminismus bedeutet Chancengleichheit und einen respektvollen Umgang mit seinem Gegenüber. Wie kann man keine Feministin sein?


Was wünschen Sie sich für die Zukunft?
Endlich keine Geschlechterrollen und Klischees mehr und vor allem keine Gewalt aufgrund eines bestimmten Geschlechts.