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People | 04.06.2018

Wodrap mit Juliana Vorderegger

Im Jahr 2015 hat die 23-jährige Salzburgerin ihr Kaffeehaus „Schweiger Deli“ in der Itzlinger Hauptstraße eröffnet. Wir haben uns mit der Jungunternehmerin getroffen und über die Herausforderungen der Selbstständigkeit gesprochen.

Bild Fr. Vorderegger (2 von 9).jpg
Credit: Thomas Kirchmaier

Wem der Sinn nach Süßem steht, dem wird im „Schweiger Deli“ eine Auswahl an hausgemachten Kuchen und Torten, Fruchtaufstrichen sowie frischen Frucht- und Gemüsesäften geboten. Aber auch herzhafte Gerichte, Flammkuchen und Suppen-Spezialitäten runden das Angebot ab. Juliana Vorderegger entwickelte seit Übernahme des Standortes den Traditionsbetrieb zu einem neuen Salzburger Treffpunkt mit origineller, kreativer Umsetzung und legt den Fokus dabei auf hohe Qualität, Regionalität und Nachhaltigkeit der Produkte.

look! Salzburg: Juliana Vorderegger, was war zu Beginn der Übernahme des Betriebs im Jahre 2015 für Sie besonderes wichtig? Was wollten Sie ändern, welches Konzept steht dahinter?

Juliana Vorderegger: Mein Großvater hat 1980 den Betrieb gekauft und verpachtete ihn an den Salzburger Gastronom Max Nöhammer, der das Kaffeehaus bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2014 im „klassischen Wiener Kaffeehaus-Stil“ geführt hatte. Für mich aber war schnell klar, dass ich ein Kaffeehaus nur führen möchte, wenn es meinen Vorstellungen entspricht. Ich muss mich schließlich mit dem, was ich mache, identifizieren können und einen Betrieb so führen, dass ich sicher bin, dass ich es auch schaffen kann. Daher war für mich wichtig: zurück zum Ursprung, zurück zur Qualität, zurück zum Minimalismus. Wir haben seit Beginn klare Strukturen, wir sind kein Großkonzern, machen alle Mehlspeisen selbst, bieten auch glutenfreie, vegane und vegetarische Speisen an und achten generell auf die Qualität und Regionalität unserer Produkte.

Welchen Herausforderungen standen Sie besonders in der Anfangszeit gegenüber?


Die erste Zeit war natürlich eine herausfordernde Zeit. Wir mussten unser Konzept vor allem den eingesessenen Stammbesuchern erklären. Damals war die Zielgruppe eher im Bereich 60 plus und Raucher. Es war dann aber schnell so, dass einige Gäste, die mit dem früheren Konzept nicht mehr zufrieden waren, jetzt wieder gerne vorbeikommen. Und unsere Zielgruppe hat sich ebenfalls verändert. Eine gute Mischung, darunter Familien oder auch Frauen-Stammgruppen, die die angenehme Atmosphäre sehr schätzen. Im Endeffekt geht es aber darum, dass unsere Produkte gut sind und sich die Gäste hier wohlfühlen.

Wie sehen Sie sich als junge Chefin? Was ist Ihnen an Ihren Mitarbeitern besonders wichtig?

Ich bin ja eigentlich sehr wenig Chefin, weil ich sehr viel selbst mache. Bei uns geht es ums Miteinander. 
Es kann ja auch nur Miteinander gut gehen. Wir sind ein kleines und sehr harmonisches Team. Meine Mama macht zum Beispiel die Buchhaltung und übernimmt die kulinarische 
Leitung. Wichtig ist, dass man sich einfach aufeinander verlassen kann. Das erleichtert die Arbeit ungemein.

Welche Tipps können Sie anderen Jungunternehmern geben?

Man sollte sich den Schritt in die Selbstständigkeit sehr gut überlegen. Vor allem aber ist es wichtig, dass man gut abgesichert ist, falls etwas nicht so läuft, wie es sollte. Wenn man kein „Polster“ hat, macht es auch schnell keinen Spaß mehr, weil besonders die Anfangszeit nicht immer ganz leicht ist. Man muss diese erste Zeit finanziell überstehen und man darf nicht aufgeben. Seinem Konzept sollte man treu bleiben und dabei mit wenigen Leuten starten. Außerdem ist es wichtig, dass man jeden Bereich gut kennt – du solltest überall die Beste sein, denn nur so kannst du deinen Mitarbeitern helfen.

Was macht für Sie einen richtig guten Kaffeehausbesuch aus?


Ich bin sehr harmoniebedürftig. Mir geht es immer darum, dass ich mich wohlfühle. Das Wichtigste ist aber, dass alles stimmig ist und zusammenpasst: Die angebotenen Produkte müssen gut sein und die Kaffeehaus-Atmosphäre muss dazu passen. Aber das ist alles natürlich rein subjektiv.

Was ist Ihr Lebensmotto?

Man hat nur ein Leben und da sollte man das machen, was einen glücklich macht, und sich mit Leuten umgeben, die man gerne hat. Nicht den Pfad gehen, nur weil ihn alle anderen gehen. Man darf ruhig abseits der Norm sein.

Wo sehen Sie sich in den nächsten fünf Jahren?

Natürlich wünsche ich mir, dass weiterhin viele Gäste gern zu uns kommen. Aber ich glaube, das ist der Traum eines jeden Gastronoms. Es gibt viele Ideen, aber die müssen vorher richtig gründlich durchdacht werden.

Bild Fr. Vorderegger (5 von 9).jpg
Credit: Thomas Kirchmaier