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People | 05.06.2019

Wordrap mit Margret Stronegger

Sie lebt und liebt Kultur. Und möchte das Salzburger Publikum mehr zum Lachen bringen. Was ihr mit dem vielfältigen Programm, für das sie als künstlerische Leiterin des Ovals, der Bühne im Europark, seit 14 Jahren verantwortlich ist, immer wieder aufs Neue gelingt.

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(c) Thomas Kirchmaier

Aufgewachsen in der Franz-Josef-Straße, übte die Bühne des Kolpinghauses eine große Faszination auf die junge Salzburgerin aus. Oft versteckte sie sich mit ihren Geschwistern hinter der Bühne und am Balkon, und wenn sie sich an diese Kindheitstage zurückerinnert und von dem „großen, schweren roten Samtvorhang“ spricht, strahlen ihre Augen wie die eines Kindes. Eigentlich wollte Margret Stronegger Kinderärztin werden. Die Faszination von Theater und Bühne dürfte sie aber nicht losgelassen haben, denn nach all ihren unterschiedlichen beruflichen Erfahrungen, sei es in künstlerischen Betrieben oder in der Privatwirtschaft, hat es sie immer wieder zurückgeführt zu dem, was sie am liebsten tut: neue Künstler entdecken, ihnen eine Bühne bieten und das Salzburger Kulturleben bereichern.

look! Salzburg: Ein Kulturzentrum im Einkaufszentrum gibt es nicht allzu oft. Wie ist die Idee dafür entstanden und waren Sie von Beginn an der Entstehung beteiligt?
Margret Stronegger: Das passierte alles im Rahmen der Erweiterung des Europarks. Damals im Jahr 2004 machte sich der Wunsch des SPAR-Konzerns und des Center-Managements nach einem „Kunstraum“ breit, der direkt in den Europark eingebunden werden sollte. Dieser Raum sollte mehr als ein Kino sein, so etwas gibt es ja öfter in Einkaufszentren. Nein, wir wollten dem Salzburger Publikum ein vielfältiges Angebot bieten: Kleinkunst, Musik, Kinderveranstaltungen, Vorträge und ja, natürlich auch Kino. Das Angebot, als künstlerische Leiterin einen Beitrag zum Salzburger Kulturleben leisten zu können, fand ich damals sehr spannend und auch jetzt, 14 Jahre später, liebe ich meine Aufgabe noch immer sehr und finde sie immer wieder aufs Neue faszinierend.

Was möchten Sie mit Ihrer Arbeit bewirken?
Ich entdecke gerne Neues und möchte auch jungen, noch unbekannteren Künstlern eine Bühne bieten. Meine mittlerweile 14-jährige Erfahrung zeigt mir, dass manche Künstler, die bei uns aufgetreten sind, irgendwann „zu groß“ für unsere Bühne geworden sind. Herbert Pixner ist so ein Beispiel. Einerseits macht mich das natürlich ein bisschen wehmütig, andererseits erfüllt es mich mit großer Freude, eine Art Wegbegleiterin auf der großen Karrierereise mancher Künstler sein zu dürfen. Was mir besonders am Herzen liegt, ist, dass in unserem Haus viel gelacht wird. Kabarettprogramme haben seit Anfang an einen großen Stellenwert. Ich finde, es wird viel zu wenig gelacht, und Lachen entspannt doch so herrlich. Noch dazu, wenn gemeinsam gelacht wird, nicht alleine daheim vor dem Fernseher, sondern in einer gemeinschaftlichen Atmosphäre. Ich möchte den Menschen Erinnerungen an schöne Momente bieten, das Gefühl von: „Es war lustig, humorvoll, bereichernd, und ich war live dabei.“ Vom Publikum würde ich mir wünschen, sich auf Neues einzulassen und neugierig zu sein oder zu werden. Was hat man schon zu verlieren? Außer einem Abend daheim in Jogginghose auf dem Sofa. Ich möchte die Leute ermutigen rauszugehen, Neues für sich zu entdecken und dabei unvergessliche Momente mit Musik, Theater und Kino zu erleben.

Was sind für Sie besonders berührende Momente?
Besonders berührend finde ich, wenn nach einer längeren Aufführungszeit die Bühne abgebaut wird. Wie zum Beispiel heuer bei den „Amazing Shadows“, die während der Mozartwoche bei uns gastierten. Wenn die Bühne sich langsam leert, bedeutet es einerseits, Abschied zu nehmen von großartigen Momenten, die man zusammen erlebt hat, und andererseits macht sich dann das Gefühl breit, dass Platz für Neues entsteht.

Bei so viel beruflichem Kulturgenuss – wie verbringen Sie am liebsten Ihre Freizeit?
Ich habe wenig Freizeit. (lacht) Nein, im Ernst: Die Grenzen zwischen Beruflichem und Privatem verlaufen bei mir fließend. Ich kann auch wunderbar stundenlang gar nichts tun, das genieße ich dann sehr. Oder ich gehe ins Fitnessstudio, das entspannt und entschleunigt mich. Ich koche auch gerne und liebe Italien. Wenn ich reise, dann immer wieder nach Italien. Was ich auf gar keinen Fall tue, ist Musik „nebenbei“ zu hören. Wenn ich Musik höre, dann wähle ich sie gezielt aus.

Welche Art von Musik hören Sie dann gerne?
Amy Winehouse. Oder seit Neuestem wieder die Beatles, nachdem ich letztes Jahr Paul McCartney bei einem fulminanten Konzert in der Wiener Stadthalle live erleben durfte. Gerne darf es auch Mozart sein. Was ich auch sehr spannend finde und mich immer wieder inspiriert, ist, was ich zum Beispiel im Internet, auf YouTube und FM4 beim Stöbern finde.