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People | 13.05.2020

Wordrap mit...Sabine Hörl

Sie ist Familienmensch und Hotelchefin mit Leib und Seele. Ihr ist es wichtig, dass sich ihre Gäste im „Romantikhotel Zell am See“ erholen und vom Alltag abschalten können. Wir haben die gebürtige Kärtnerin auf ein Gespräch getroffen und uns über Nachhaltigkeit, das Familienunternehmen und ihre Lebensphilosophie unterhalten.

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(c) Sabine Hörl/Romantikhotel Zell am See

Sabine Hörl wurde 1967 als Bäckerstochter in Arnoldstein geboren. Nach dem Abschluss des Betriebswirtschaftsstudiums in Innsbruck arbeitete sie in der Schweiz bei der Säntisbahn AG. Nach einigen weiteren Arbeitsstationen kam sie zur Tourismusberatung Edinger nach Innsbruck und führte für diese eine Zwangsverwaltung in Lienz durch. Dort lernte sie ihren jetzigen Mann Werner Hörl kennen und stieg in seinen Hotelbetrieb, das Romantikhotel Zell am See, ein. Zwei Kinder vervollständigen die Familie. Sie selber bezeichnet sich liebevoll als „Familienglucke“ in einer großen Familie und ist mit Vorliebe der „Kümmerling“ um alles und jeden.

Unser look! Salzburg: Frau Hörl, Ihre Philosophie im Romantikhotel lautet, „Was nützt Liebe, Glück und Reichtum, wenn du dir nicht die Zeit gönnst, sie in Muße zu genießen.“ Was möchten Sie Ihren Gästen vermitteln, die bei Ihnen Urlaub machen?
Sabine Hörl: Ich versuche, den Gästen unser unglaubliches Glück, in so einer tollen Landschaft, die wir haben, zu urlauben, positiv näherzubringen. Österreich, das Salzburger Land und der Pinzgau sind gesegnet mit guter Luft, klarem Wasser und dieser doch sehr einzigartigen Kulturlandschaft. Aber die Menschen können nicht mehr genießen. Sie hetzen, hasten und nehmen sich nicht mehr die Zeit für die wirklich wichtigen Dinge im Leben – Zeit mit der Partnerin oder dem Partner, der Familie, Freundinnen und Freunden und dabei dieses unglaublich schöne Leben in unserer gesegneten Landschaft zu schätzen.

Sie sind ein Vier-Generationen-Hotel. Was sind die Vorteile, aber auch Herausforderungen in einem so traditionsreichen Familienunternehmen?
Die Vorteile liegen klar auf der Hand: In unserem Hotel ist immer ein Ansprechpartner oder eine Ansprechpartnerin da, und wenn es die 99-jährige Großmutter ist, die die Gäste heute noch herzlich empfängt. Aber wenn man als junge Frau in einen Familienbetrieb einheiratet, dann ist es schon sehr schwierig. Die Zeit bringt Erleichterung, und man lernt und weiß auch die vorderen Generationen besser zu verstehen. Es verlangt von allen, einen Schritt zurückzutreten, sich zurückzunehmen und den anderen auch gut leben zu lassen. In einem Konzern sind die Strukturen dazu klar geregelt, in einem Familienbetrieb ist das sehr schwierig umzusetzen. Familie tickt immer anders, und auch die Streit- und Diskussionskultur ist in jeder Familie anders. Es ist aber wichtig, dass jeder seinen Standpunkt sagen darf und man Konsens findet. Ein lehrreicher Prozess, der mit dem Alter leichter fällt. Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist ein Familienbetrieb Fluch und Segen gleichzeitig. Man kommt in eine Familie und ist oftmals sogar ins Familienleben integriert – mit allen Vor- und Nachteilen.

Ihr Engagement für die Umwelt wurde sogar mit dem „umweltblatt“-Award gewürdigt. Inwiefern setzen Sie sich mit Ihrem Hotel für Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein ein?
Mir wird immer mehr bewusst, dass unser Weg der einzig richtige ist. Wir müssen die Verantwortung für unsere nächsten Generationen in die Hand nehmen. Wir dürfen uns nicht von Konzernen diktieren lassen. Es geht nur, wenn wir zusammenhalten und zusammenarbeiten. Wir haben uns im Betrieb entschieden, den Umweltgedanken voranzustellen. Da sind wir jetzt am Anfang, aber da habe ich ganz wunderbare weitere Ideen. Jede Krise hat eine Chance, und ich sehe diese Zeit jetzt als unglaubliche Chance für unsere Produzentinnen und Produzenten, gemeinsam mit uns den Weg zu gehen und die Ehrlichkeit unserer Lebensmittel in den Mittelpunkt zu stellen.

Was schätzen Ihre Gäste an Ihrem Hotel?
Dass wir den Gästen Achtsamkeit entgegenbringen. Niemand ist eine Zimmernummer – jeder hat einen Namen und oft auch, wenn es die Gäste zulassen, eine Geschichte. Gäste spüren unsere Ehrlichkeit und unsere Gastfreundschaft. Das zählt heute viel mehr als alles andere. Menschen brauchen Zuwendung, Ansprache und Aufmerksamkeit – genau das möchten wir bieten. Und Gäste, die das wollen, kommen wieder.

Was ist Ihre Lebensphilosophie?
„Was du nicht willst, das man dir tut, das füg auch keinem anderen zu.“ Es bedürfte keiner Gesetze, Gebote, wenn wir nach diesem Motto leben würden.

Was wünschen Sie sich für die nächsten Jahre für das Hotel und Ihre Gäste?
Gesundheit für die Familie, Zufriedenheit, glückliche Gäste, die unser Angebot schätzen. Und der nächsten 
Generation viel Freude an dieser schönen Arbeit.