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People | 07.12.2018

Wordrap: Sandra Woglar-Meyer

Seit 15. Oktober ist sie die neue Chefin des Salzburger Altstadtmarketings. Sie wurde aus 80 Bewerbern vom Ausschuss des Altstadtverbands zur 
neuen Geschäftsführerin gewählt.

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(c) Thomas Kirchmaier

Ihre Kindheit hat die Salzburgerin im Lungau verbracht. Ihre Eltern führten in Obertauern ein Apartmenthaus mit einer angeschlossenen Gemischtwarenhandlung. Schon früh lernte die heute 47-Jährige, auf eigenen Beinen zu stehen und selbstständig zu sein. Dafür ist sie ihren Eltern bis heute dankbar. Nach ihrer Schulzeit im Lungau zog sie nach Graz, wo sie die HTL für Kunstgewerbe und dekorative Gestaltung absolvierte. Hier hat sie ihr Faible für das Marketing entdeckt. In Salzburg studierte sie Rechtswissenschaften, in Wien BWL. 
Die zweifache Mutter (ihre Kinder sind 9 und 10 Jahre) war zuletzt für das Marketing in unterschiedlichsten Unternehmen verantwortlich, etwa für das französische Modeunternehmen La Redoute und zuletzt für Paul Green in Mattsee. Wir trafen Sandra Woglar-Meyer kurz nach ihrem Jobantritt und sprachen mit ihr über ihre Zukunftspläne und Visionen für die Salzburger Altstadt.

look! Salzburg: Worauf freuen Sie sich bei Ihrer neuen beruflichen Aufgabe am meisten?
Sandra Woglar-Meyer: Zuallererst möchte ich sagen, dass ich mich sehr geehrt gefühlt habe, aus einer großen Bewerberzahl ausgewählt worden zu sein. Ich freue mich auf meine neue Aufgabe, es gibt so viele Dinge zu bewegen. Bei all den unterschiedlichen Projekten wird mir bestimmt nie langweilig. Das mag ich. Aktuell befinden wir uns noch in der Übergabephase, ich bin dabei, alle Mitarbeiter kennenzulernen, ihre Aufgabengebiete zu durchleuchten. Erst danach geht es an die konkrete Konzeptionierung.

Welche Visionen haben Sie für die Salzburger Altstadt?
Ich träume davon, dass eines Tages die Salzburger Bevölkerung nicht mehr darüber nachdenkt, wo sie zum Einkaufen hinfährt, ob in die Einkaufszentren in der Peripherie oder in die Salzburger Altstadt. Die Vorteile eines Einkaufserlebnisses in der Stadt sollten so klar und schlüssig auf der Hand liegen, dass es gar keine anderen, attraktiveren Optionen mehr geben kann, als in die Salzburger Altstadt zu fahren. Das Einkaufserlebnis mit einem Stadtbummel in einzigartiger architektonischer Kulisse, an der frischen Luft oder mit einer gemütlichen Rast in einem unserer hervorragenden Gastronomiebetriebe zu verbinden.

Worin sehen Sie die größten Herausforderungen?
In der Digitalisierung. Da gibt es noch viel Potenzial. Unsere Website wird gerade überarbeitet, mit neuen Apps möchten wir das Angebot der Salzburger Altstadt sowohl für die Bevölkerung als auch für die Mitglieder des Altstadtverbandes noch attraktiver gestalten. Ein wesentlicher Schwerpunkt meiner Arbeit wird natürlich auch in der Mitarbeiterführung liegen. Sie sind ein wertvolles Glied in der Kette. Sie stehen hinter all den Veranstaltungen, die es zu organisieren gilt. 
Ich möchte eine gute Atmosphäre schaffen, die Mitarbeiter sollen gestärkt werden und sich wohlfühlen. Fluktuation bedeutet Verlust von Know-how.

Finden Sie, wir haben zu viele EinTages-Touristen in Salzburg?                                                                   Wir sind uns dieses Phänomens bewusst, mittlerweile kann man ja schon von „Stunden-Touristen“ sprechen statt von „Tages-Touristen“. Der Tourismus ist natürlich ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in Salzburg. Dabei sollte man jedoch stets im Auge behalten, dass Qualität nachhaltig mehr bringt als Quantität. Andererseits sind wir gesegnet, in dieser schönen Stadt leben zu dürfen, wir können stolz sein darauf, dass Menschen aus der ganzen Welt zu uns kommen. Mein Ziel ist es, ein angenehmes Miteinander zu 
schaffen.

Was möchten Sie dazu beitragen, die Altstadt für die junge Bevölkerungsschicht attraktiver zu gestalten?
Einen Fokus möchte ich auf die Studierenden legen, Studenten bringen Leben und Vitalität, neue Ideen und Esprit in die Stadt. Des Weiteren planen wir ein stadtübergreifendes WLAN-Netz und zum Beispiel konsumfreie Zonen, wo sich Jugendliche aufhalten können. Es gibt noch keine konkreten Konzepte, dafür bin ich noch zu kurz in dieser Position. Eine nachhaltige Belebung der Altstadt steht jedoch ganz oben auf meiner Agenda.

Sie müssen viele unterschiedliche Interessen vertreten, zwischen unterschiedlichen Charakteren vermitteln. Wie planen Sie, dabei vorzugehen?
Bei all den verständlichen Einzelinteressen steht für mich das große Ganze im Vordergrund. Alle geplanten Marketing-Maßnahmen sollen langfristig das Wohl der Bevölkerung und der Betriebe zum Ziel haben. Läuft etwas mal nicht so rund, wie ich mir das wünschen würde, halte ich es mit einem Spruch meiner Mutter, die immer sagte: „Nicht ärgern, nur wundern.“ Ärger hilft keinem weiter, ist nichts als pure Energieverschwendung. Und meine Energie kann ich sinnvoller einsetzen. Um Dinge voranzutreiben, um Projekte anzubahnen und abzuschließen, um einen Beitrag zu leisten, dass unsere wunderschöne Stadt noch lebenswerter wird.